Ohne Schutz kann es zur Schwangerschaft kommen. Um dies zu verhindern, kann als Notfallverhütung die so genannte «Pille danach» eingenommen werden.

In folgenden Fällen muss an Notfallverhütung gedacht werden:

  • Nach ungeschütztem oder ungenügend geschütztem Geschlechtsverkehr;
  • Wenn das Kondom gerissen oder verrutscht ist;
  • Wenn es beim Petting zu Kontakt zwischen Sperma und Scheide gekommen ist;
  • Beim so genannten «Coitus Interruptus» (ugs.: Aufpassen: Penis wird kurz vor dem Samenerguss aus der Scheide gezogen);
  • Bei unregelmässiger Einnahme des regulären Verhütungsmittels: Pille vergessen (länger als 12 Stunden), Durchfall oder Erbrechen nach Einnahme der Pille, Patch oder Ring (nach Pause) vergessen, Ring befand sich länger als 3 Stunden nicht in der Scheide;
  • Nach erzwungenem, ungeschütztem Geschlechtsverkehr;
  • Bei der Anwendung anderer, unsicherer Verhütungsmethoden.

In manchen Fällen kann als Notfallverhütung auch ein kupferhaltiges Intrauterinpessar (Spirale) eingesetzt werden.

«Pille danach» ? wann?
So schnell wie möglich nach dem ungeschützten bzw. ungenügend geschützten Geschlechtsverkehr. Je schneller sie eingenommen wird, desto grösser sind die Chancen, dass sie wirkt. Die «Pille danach» ist kein Verhütungsmittel. Sie muss spätestens 5 Tage nach dem fraglichen Geschlechtsverkehr eingenommen werden.

Was ist zu beachten?
Die «Pille danach» bietet keinen Schutz für Geschlechtsverkehr, der nach der Einnahme stattfindet. Die herkömmliche Pille ist erst einige Zeit nach der Einnahme der «Pille danach» wieder wirksam. Folglich müssen Sie sich beim Geschlechtsverkehr zusätzlich Kondome verwendet werden, wenn Sie nicht schwanger werden möchten. Wie lange dieser doppelte Schutz erforderlich ist, hängt vom jeweiligen Verhütungsmittel ab. Für weitere Informationen wenden Sie sich an Ihre Ärztin/Ihren Arzt oder an die Freiburger Fachstelle für sexuelle Gesundheit.

Vergewissern Sie sich, dass Ihre Periode spätestens drei Wochen nach Einnahme der «Pille danach» eintritt; diese darf nicht mit den Blutungen verwechselt werden, die direkt nach der Einnahme der «Pille danach» eintreten können. Manchmal ist ein Schwangerschaftstest nötig, um die Wirksamkeit der «Pille danach» zu überprüfen.

Die «Pille danach» schützt nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen und eignet sich auch nicht als regelmässiges Verhütungsmittel.

Ein Gespräch bei der Freiburger Fachstelle für sexuelle Gesundheit verschafft Ihnen Klarheit.
Die «Pille danach» wird immer im Rahmen eines Beratungsgesprächs abgegeben.

Wo bekomme ich die «Pille danach»?

  • Bei der Freiburger Fachstelle für sexuelle Gesundheit, zu den Öffnungszeiten.
  • In der Apotheke ohne Rezept (Wochenende und Feiertage: Notfallapotheken oder Bahnhofsapotheken).

Welche Nebenwirkungen kann die «Pille danach» haben?
Normalerweise ist die «Pille danach» gut verträglich. Es können jedoch Nebenwirkungen wie Übelkeit, Kopf- oder Unterleibsschmerzen, Schwindel oder manchmal Erbrechen eintreten. Bei Erbrechen innerhalb von drei Stunden nach der Einnahme ist eine neue Einnahme erforderlich.