16.–22. März 2026 – Nationale Aktionswoche für Kinder von Eltern mit Suchterkrankung
Anlässlich der Nationalen Aktionswoche bündeln die Freiburger Partnerinnen und Partner ihre Kräfte, um Fachpersonen zu sensibilisieren, zu informieren und besser zu unterstützen. Nachfolgend die im Kanton angebotenen Aktivitäten:
- 17. März 2026 : Webinar FNPG Academy (auf Französisch) – "L’importance de la détection précoce et de la prévention". Vollständiges Programm und Anmeldung .
- 20. März 2026 : Weiterbildung des Dienstes As’trame der Paar- und Familienberatung (auf Französisch) – "L’enfant et la fragilité psychique de son/ses parents". Programm und Anmeldung .
- Gestaltung von Aufklebern: Die von Jugendlichen der PREFO gestalteten Aufkleber tragen zur Sensibilisierung der Bevölkerung, zur Förderung des Dialogs und zum Abbau von Vorurteilen über die Lebensrealität von Kindern von suchtkranken bei.
- Erstellung von zwei Podcast‑Episoden – VLA∙TI∙PA: Ensemble, déconstruisons les clichés psy (auf Französisch).Diese zwei neuen Podcast‑Folgen geben Fachpersonen aus der Begleitung sowie Expertinnen und Experten im Bereich Sucht das Wort. Sie beleuchten verschiedene Aspekte des Erlebens der betroffenen Kinder, um ihre Lebensrealitäten und die Herausforderungen, denen die Familien gegenüberstehen, besser zu verstehen. Ab dem 16. März 2026 hier zu hören: VLA∙TI∙PA : Ensemble, déconstruisons les clichés psy
In der Schweiz leben schätzungsweise rund 100’000 Kinder mit einem Elternteil, der einen riskanten Konsum von Alkohol oder anderen Substanzen aufweist. Die Sucht, die durch Kontrollverlust und grosses Leid gekennzeichnet ist, kann den Familienalltag stark beeinträchtigen und viele Fragen für Kinder, Eltern, Angehörige und die beteiligten Fachpersonen aufwerfen.
Im Rahmen der Nationalen Aktionswoche für Kinder von Eltern mit Suchterkrankung wurde eine Reihe von Podcasts aufgenommen. Fachpersonen aus dem Bereich der Kinderbetreuung sowie Suchtexpertinnen und -experten beleuchten darin verschiedene Aspekte dieser Realität, um zu einem besseren Verständnis der Situation der betroffenen Familien beizutragen und die Herausforderungen sichtbar zu machen, mit denen sie konfrontiert sind. Die Podcasts (auf Französisch) sind ab dem 16. März 2026 hier verfügbar: VLA∙TI∙PA : Ensemble, déconstruisons les clichés psy
Um den vielfältigen Bedürfnissen von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Fachpersonen gerecht zu werden, stehen mehrere spezialisierte Dienste und Informationsmittel zur Verfügung.
Die nationale Website kinder-eltern-sucht.ch bietet zuverlässige Informationen über Sucht in der Familie, Ratschläge zur Unterstützung betroffener Kinder und Eltern sowie Informationsmaterial für die Öffentlichkeit und Fachpersonen.
Nachfolgend finden Sie die wichtigsten kantonalen und nationalen Hilfsmittel, um die Situation besser zu verstehen und die passende Unterstützung zu finden.
Für Kinder: Unterstützung finden
Mit einem suchtkranken Elternteil aufzuwachsen, kann verwirrend und manchmal sehr schwierig sein. Fühlst du dich besorgt, traurig oder hast du das Gefühl, alles alleine tragen zu müssen?
Es gibt Orte und Menschen, die dir zuhören, dir helfen zu verstehen, was passiert, und dich unterstützen. Sie sind für dich da, damit du frei sprechen, Fragen stellen und Lösungen finden kannst.
Auf feel-ok.ch findest du verlässliche Infos, die dir helfen, das Erlebte besser zu verstehen und zu erfahren, an wen du dich wenden kannst.
Websites speziell für Kinder und Jugendliche mit alkoholkranken Eltern. Hier findest du Erfahrungsberichte, Ratschläge und einen geschützten Raum für deine Fragen.
Kostenlose und vertrauliche Hotline, rund um die Uhr erreichbar.
Bereitschaftsdienst Intake
Mit seinem Bereitschaftsdienst Intake bietet das Jugendamt (JA) Information und Beratung für Jugendliche und ihre Eltern sowie Hilfe im Notfall.
Programm Baobab
Das Programm Baobab des FNPG bietet eine strukturierte Begleitung, die Kindern hilft, die psychischen Erkrankungen und/oder die Suchterkrankung eines Elternteils besser zu verstehen, ihre Fragen in einem sicheren Rahmen zu stellen und eine auf ihre Situation zugeschnittene Unterstützung zu erhalten. Die Begleitung erfolgt in Zusammenarbeit mit den Eltern.
Parcours ZigZag
Die Paar- und Familienberatung bietet über ihren Dienst As’trame Freiburg den Parcours ZigZag an: eine Begleitung in fünf Sitzungen für Kinder und Jugendliche (allein oder mit den Geschwistern), die mit einem psychisch labilen oder suchtkranken Elternteil leben. Ergänzend dazu finden Gespräche mit den Eltern sowie individuelle zugeschnittene Sitzungen für die ganze Familie und Angehörige statt.
Programm Alkohol und Familie
Das vom Zentrum Le Torry angebotene Programm richtet sich an Familien, die von Alkoholproblemen betroffen sind, und umfasst eine Begleitung mit einem kostenlosen Informationsgespräch, spezialisierten Familiengesprächen sowie Gruppen für Kinder und Jugendliche, die den Erfahrungsaustausch und die gegenseitige Unterstützung unter Gleichaltrigen fördert.
PsyMobile und Programm Colibri
Dieses Programm ist in das gemeindenahe Versorgungsangebot PsyMobile des FNPG integriert und richtet sich an Jugendliche von 12 bis 20 Jahren mit substanzgebundenem oder nicht substanzgebundenem Suchtverhalten. Die Einsätze werden von einem medizinisch‑sozial‑pädagogischen Team auf Indikation einer Fachperson aus dem Gesundheits‑ oder Sozialbereich durchgeführt und umfassen eine psychiatrische Abklärung sowie eine Begleitung zu Hause oder in Wohngruppen.
Für Eltern: verstehen und handeln
Es ist normal, sich überfordert zu fühlen und sich um die Folgen für seine Kinder zu sorgen, wenn man von einer Suchterkrankung betroffen ist. Es gibt jedoch Lösungen, um die familiären Bindungen zu erhalten und Unterstützung zu finden.
Im Kanton Freiburg stehen Ihnen mehrere Dienste und Unterstützungsprogramme zur Verfügung, die Sie trotz der mit der Sucht verbundenen Herausforderungen in Ihrer Elternrolle begleiten.
Kantonale Indikationsstelle Sucht für Erwachsene
Die kantonale Indikationsstelle Sucht für Erwachsene bietet eine individuelle Einschätzung der Situation, insbesondere im Hinblick auf den Konsum, informiert über verschiedene Behandlungsmöglichkeiten und zeigt Unterstützungsangebote bei sozialen, administrativen, finanziellen sowie familiären Schwierigkeiten auf.
Bereitschaftsdienst Intake
Mit seinem Bereitschaftsdienst Intake bietet das Jugendamt (JA) Information und Beratung für Jugendliche und ihre Eltern sowie Hilfe im Notfall.
Dienst As’trame Freiburg
Der Dienst As’trame Freiburg der Paar‑ und Familienberatung bietet Erwachsenen, Paaren und Familien, die von einer psychischen Erkrankung oder einer Suchterkrankung betroffen sind, einen Ort, an dem Gehör und Unterstützung finden, mit Beratungsgesprächen und Elternbegleitung, um besser mit Emotionen, familiären Spannungen und Fragen in Zusammenhang mit Kindern umgehen zu können.
Programm Alkohol und Familie
Das vom Zentrum Le Torry angebotene Programm richtet sich an Familien, die von Alkoholproblemen betroffen sind, und umfasst eine Begleitung mit einem kostenlosen Informationsgespräch, spezialisierten Familiengesprächen sowie Gruppen für Kinder und Jugendliche, die den Erfahrungsaustausch und die gegenseitige Unterstützung unter Gleichaltrigen fördert.
Freiburger Zentrum für Abhängigkeitserkrankungen (FZA)
Das Freiburger Zentrum für Abhängigkeitserkrankungen (FZA) bietet spezialisierte ambulante Behandlungen für Menschen mit Suchterkrankungen. Die Konsultationen werden von einem interdisziplinären Team durchgeführt.
Eltern finden hier eine auf ihre Situation zugeschnittene Unterstützung.
Die Webseite www.elternundsucht.ch bietet klare Informationen, praktische Ratschläge und Hilfsmittel, um Eltern in ihrer Rolle zu begleiten – auch in schwierigen Zeiten.
Hier finden Sie Antworten auf Ihre Fragen, Werkzeuge für eine bessere Kommunikation mit Ihren Kindern sowie Adressen für geeignete Unterstützungsangebote.
Für das Umfeld: Wie helfen?
Wenn eine nahestehende Person von einer Suchterkrankung betroffen ist, ist es ganz natürlich, dass man helfen möchte. Gleichzeitig ist es nicht immer einfach zu wissen, wie man handeln kann, ohne sich selbst zu gefährden oder die Situation zu verschlimmern. Das Umfeld spielt jedoch eine zentrale Rolle: indem es zuhört, nicht urteilt und die betroffene Person ermutigt, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Die Webseite www.kinder-eltern-sucht.ch/wie-helfen bietet konkrete Ratschläge, wie Sie einen betroffenen Elternteil oder ein betroffenes Kind unterstützen und sich dabei selber schützen können. Hier finden Sie Empfehlungen, wie Sie ein konstruktives Gespräch führen oder Ihre eigenen Grenzen erkennen können und finden Zugang zu spezialisierten Unterstützungsangeboten.
Für Fachpersonen: handeln und weiterleiten
Lehrpersonen, sozialpädagogische Fachpersonen, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sowie weitere Fachleute spielen eine wichtige Rolle dabei, Kinder mit suchtkranken Eltern zu erkennen und sie zu unterstützen. Für ein wirksames Handeln ist es wichtig, über verlässliche Instrumente und klare Empfehlungen zu verfügen.
Zur Stärkung Ihrer Kompetenzen gibt es Leitfäden, die von Fachorganisationen entwickelt wurden, sowie Weiterbildungen, die im Kanton Freiburg angeboten werden. Diese Ressourcen helfen Ihnen, die Problematik besser zu verstehen, angemessen zu handeln und Familien an die zuständigen Stellen weiterzuleiten.
- Grundlagen und Interventionsmöglichkeiten - Leitfaden für Fachpersonen: Shop von Sucht Schweiz
- Factsheet für Schulen - Kinder aus suchtbelasteten Familien: Shop von Sucht Schweiz
- Weitere Informationsbroschüren: Infomaterial - PAPA TRINKT. MAMA TRINKT.
- Weiterbildungen des Dienstes As’trame Freiburg der Paar‑ und Familienberatung: Paar‑ und Familienberatung