Die Massnahme beginnt am 24. September 2026 um 2.00 Uhr morgens mit der schrittweisen Öffnung der beiden Grundablässe, der Höchststand wird gegen 8.00 Uhr erreicht. Der Durchfluss wird ab 10.00 Uhr stufenweise reduziert und normalisiert sich gegen 21.00 Uhr. Der maximale Durchfluss wird 220 m3/s betragen, was beinahe dem 88-fachen des regulären Abflusses (2,5 m3/s im Winter) entspricht.
In der Freiburger Unterstadt werden die Schleusen der Staumauer Magere Au geöffnet, um das überschüssige Wasser durchzulassen, das nicht vom Wasserkraftwerk Oelberg turbiniert werden kann. Aus Sicherheitsgründen wird der Wanderweg Magere Au gesperrt und die Bevölkerung gebeten, sich während der gesamten Dauer der Massnahme vom Gewässer fernzuhalten. Die Hochwassersicherheit ist gewährleistet. In Schiffenen müssen für den Wasserdurchlass keine Schleusen geöffnet werden.
Warum ist dieser Wasserablass erforderlich?
Eine Staumauer hält nicht nur Wasser zurück, sondern auch den Kies, den der Fluss auf natürliche Weise abträgt. Ohne diese Erneuerung erfolgt eine Verschlammung und Kolmation des Flussbetts der Saane und die Biodiversität des Flusses nimmt aufgrund der eingeschränkten Fortpflanzung der Fische ab.
Der Wasserablass unterhalb der Staumauer Rossens – der fünfte seit 2020 – ermöglicht die Verlagerung von Kies und Sedimenten, um den Fluss und sein Ökosystem zu revitalisieren und neue Lebensräume zu schaffen, die für Fauna und Flora unverzichtbar sind, insbesondere durch Eindämmung der Algenentwicklung.
In diesem Zusammenhang wird derzeit auch eine morphologische Massnahme im Sektor La Baume in Höhe von Arconciel umgesetzt. Dabei werden einzelne Kiesbänke freigelegt, um ihre Remobilisierung durch das Gewässer zu fördern. Ein Teil des Materials wird direkt in das Flussbett verfrachtet, damit es beim Wasserablass abgetragen wird und so die festgestellten Sedimentdefizite punktuell kompensieren kann. Die restlichen Kiesbänke werden nach und nach durch künftige Hochwasser der Saane abgetragen. Die Massnahme zielt darauf ab, lokal für eine natürlichere Dynamik in Bezug auf Erosion, Abtransport und Kiesablagerung zu sorgen.
Keine Auswirkung auf Stromrechnung
Der Wasserablass beträgt über 6,4 Millionen Kubikmeter. Der Strom, der währenddessen nicht produziert werden kann, wird vom Bund und nicht von Groupe E oder ihren Kundinnen und Kunden finanziell kompensiert. Diese Massnahme hat daher keine Auswirkungen auf die Stromrechnung und gefährdet nicht die Versorgungssicherheit.
Das Projekt unterstreicht das Bestreben von Groupe E, die Produktion lokaler und erneuerbarer Energie mit dem Schutz der Umwelt und der Sicherheit der Anwohnerinnen und Anwohner vor Risiken im Zusammenhang mit Gewässern in Einklang zu bringen. Im Rahmen der Sanierung des Geschiebehaushalts erfolgen jährlich Wasserablässe, die im Vergleich zu den grossen natürlichen Hochwassern ein geringeres Ausmass aufweisen.