Rund 47'000 Schülerinnen und Schüler an den Freiburger Schulen

19. August 2020 -15h00

In wenigen Tagen werden etwas weniger als 47 000 Schülerinnen und Schüler die Freiburger Schulen besuchen. Es wurden 32 Klassen eröffnet, um den Mehrbedarf zu Beginn dieses neuen Schuljahres zu decken, das trotz der Gesundheitskrise so normal wie möglich starten soll. Die Schutzkonzepte wurden aktualisiert. Zudem wird sämtlichen Schülerinnen und Schülern besondere Aufmerksamkeit geschenkt, um ihnen die Wiederaufnahme des Unterrichtsprogramms und die Weiterentwicklung der während des Fernunterrichts erworbenen digitalen Kompetenzen zu ermöglichen. In den deutschsprachigen Primar- und Orientierungsschulen wird die Implementierung des Lehrplans 21 fortgesetzt, während in den obligatorischen französischsprachigen Schulen des Kantons das zunächst als Pilotprojekt erprobte Qualitätskonzept allgemein eingeführt wird. Mit der Erarbeitung spezieller Gesundheitsempfehlungen bereitet sich das Festival Kultur & Schule FKB auf den Empfang von über 5500 Schülerinnen und Schülern vor. Die Lehrpläne und die Stundentafel der Fachmittelschule (FMS) wurden überarbeitet. Bei der Berufsberatung werden Erwachsene ab 40 Jahren von einer Standortbestimmung, Potenzialanalyse und Laufbahnberatung profitieren können.

photo d'élèves dans une classe
Schülerinnen und Schüler © Alle Rechte vorbehalten

Zu Beginn des Schuljahres 2020/21 werden 46 978 Schülerinnen und Schüler in Freiburg zur Schule gehen, das sind 500 mehr als im Vorjahr. Für die obligatorische Schule wurden 16,9 Klassen eröffnet – davon 6 für die 1H/2H (Kindergarten), 2,9 für die 3H‒8H (Primarschule) und 8 für die 9H‒11H (OS). Die durchschnittliche Klassengrösse bleibt beinahe unverändert: Sie beträgt im Kindergarten 18,6 (18,5) und in der Primarschule 18,9 (19,1). In der Orientierungsschule variiert die durchschnittliche Anzahl Schülerinnen und Schüler pro Klasse je nach Klassentypus, damit angepasste Lernbedingungen angeboten werden können. Eine Realklasse zählt im Schnitt 15,1 (14,8) Schülerinnen und Schüler, eine Sekundarklasse 21,7 (21,8) und eine Progymnasialklasse 23,1 (22,7).
Für die Schulen der Sekundarstufe 2 (Kollegien, Vollzeit-Handelsmittelschule und Fachmittelschule) wurden 10 Klassen eröffnet.

Der Unterricht an den obligatorischen Schulen beginnt am Donnerstag, 27. August, mit Ausnahme der Gemeinden Kerzers, Fräschels und Ried, wo sich der Schulkalender nach dem Kanton Bern richtet und somit das neue Schuljahr bereits am Montag, 24. August beginnt. Für die Schülerinnen und Schüler der Mittelschulen (Kollegien, Handelsmittelschulen und Fachmittelschulen) beginnt der Unterricht ebenfalls am Donnerstag, 27. August, ausser am Interkantonalen Gymnasium der Region Broye (GYB), wo der Beginn dieses Jahr mit jenem im Kanton Waadt abgestimmt wird und am Montag, 24. August beginnt.

Aktualisierte Schutzkonzepte für die obligatorische Schule und die weiterführenden Schulen

Das am vergangenen 6. Mai erarbeitete Schutzkonzept für die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts an den obligatorischen Schulen (1H‒11H) und den sonderpädagogischen Einrichtungen wurde aktualisiert. Darin werden die Grundsätze beschrieben, die ab dem 27. August in den Primar- und den Orientierungsschulen zu beachten sind. Es werden verschiedene Massnahmen zum Schutz der Schülerinnen und Schüler, der Lehrpersonen und des administrativen Personals ergriffen, so namentlich folgende:

Die Hygiene- und Verhaltensregeln des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) müssen weiterhin eingehalten werden. Auch müssen die Räumlichkeiten regelmässig gelüftet werden, die Schulzimmer nach jeder Lektion. Die Räume, Oberflächen, Schülerpulte, Pulte der Lehrpersonen, die Lichtschalter, Türgriffe usw. müssen regelmässig gereinigt werden. Es werden entsprechende Vorrichtungen bereitgestellt. Zwischen Erwachsenen wie auch zwischen Erwachsenen und Schülerinnen/Schülern muss ein Abstand von 1,5 Metern gewahrt werden. Die Schülerinnen und Schüler ab 12 Jahren müssen in den öffentlichen Verkehrsmitteln eine Hygienemaske tragen, bei den Schülertransporten sind sie hingegen nicht dazu verpflichtet. Die Beschaffung der Hygienemasken für den öffentlichen Verkehr (ÖV) liegt in der Verantwortung der Eltern.

In den Schulen wird das Tragen einer Hygienemaske nicht verlangt und für die Schülerinnen und Schüler während der Unterrichtszeit auch nicht empfohlen. Erwachsene können selber entscheiden, ob sie Hygienemasken tragen wollen oder nicht. Kann unter Erwachsenen aber der Abstand von 1,5 Metern während mehr als 15 Minuten nicht eingehalten werden, müssen Hygienemasken getragen werden.

Nur besonders gefährdeten Schülerinnen und Schülern mit entsprechendem ärztlichem Zeugnis ist es gestattet, vom Präsenzunterricht fernzubleiben. Sie erhalten Fernunterricht.

Bis Ende des Schuljahres 2020/21 dürfen schulischen Aktivitäten wie Schulveranstaltungen, Lager, Schulreisen, Themenwochen oder Studienreisen nur in der Schweiz durchgeführt werden, sofern die Hygienemassnahmen eingehalten werden.

Das am vergangenen 27. Mai erarbeitete Schutzkonzept für die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts an den Schulen der Sekundarstufe 2 wurde ebenfalls überarbeitet. Der Präsenzunterricht wird regulär und mit ganzen Klassen aufgenommen. Bei Bedarf werden aber die Schulen die Organisation des Unterrichts anpassen und in halben Klassen unterrichten oder sogar zum Fernunterricht wechseln.

Nebst den Hygiene- und Verhaltensregeln des BAG, der Bereitstellung von Hand-Desinfektionsvorrichtungen, der Reinigung von Räumen und Oberflächen sowie dem regelmässigen Lüften der Räumlichkeiten müssen Schülerinnen und Schüler wie auch Lehrpersonen Hygienemasken tragen, wenn der Abstand von 1,5 Metern während mehr als 15 Minuten nicht konsequent eingehalten werden kann. Die Schülerinnen und Schüler beschaffen sich die nötigen Hygienemasken für den öffentlicher Verkehr und das Schulgelände. Die Schule stellt hingegen die benötigten Hygienemasken für die Lehrpersonen und das administrative Personal bereit.

Wie auch für die Schülerinnen und Schüler der obligatorischen Schule sind Aktivitäten ausserhalb der Landesgrenzen bis zum Ende des Schuljahres verboten, dies aufgrund der ungewissen Entwicklung der COVID-19-Lage in den anderen Ländern und allfälligen Quarantänemassnahmen, die sich daraus ergeben könnten.

Einführung des Lehrplans 21 an allen deutschsprachigen Schulen

Nach der erfolgreichen Einführung des Lehrplans 21 auf Beginn des Schuljahres 2019/20 an den Schulen Deutschfreiburgs haben sich alle Schulteams an einer halbtägigen internen Weiterbildung mit der Beurteilung im kompetenzorientierten Unterricht auseinandergesetzt. Aufgrund der COVID-19-Krise konnte die Arbeit im zweiten Halbjahr nicht wie vorgesehen weitergeführt werden. Deshalb werden sich die meisten Schulen auch im Schuljahr 2020/21 schwerpunktmässig mit «Beurteilung und Kompetenzerleben (BKE)» auseinandersetzen.

Allgemeine Einführung des Qualitätskonzepts an allen französischsprachigen Schulen

Die Entwicklung der Schulqualität wird an den Schulen nach einer Umfeldanalyse mit konkreten Projekten und gemeinsamen Massnahmen umgesetzt. Das Schulteam analysiert die Bedürfnisse und geht auf diese ein: So wird in einer Schule ein spezielles Unterstützungssystem für Schülerinnen und Schüler mit Lernschwierigkeiten eingeführt, in einer anderen ein Kommunikationsplan mit den Eltern erstellt, um sie hinsichtlich der Sicherheit des Schulwegs zu beruhigen, oder in einer weiteren eine Strategie entwickelt, um Schülerinnen und Schüler beim Erwerb von Lernstrategien zu unterstützen.
Zwei Ziele sind vorrangig: Erstens gilt es, die Bedürfnisse zu erfassen und darauf einzugehen, und zweitens sollen die Erfolge genutzt und mit anderen geteilt werden.

Zu Beginn des Schuljahres 2019/20 begann an 14 Schulen (4 Orientierungsschulen und 10 Primarschulen im gesamten Kanton), die sich freiwillig gemeldet hatten, eine Versuchsphase, in der reiche und vielfältige Erfahrungen mit der Umsetzung gesammelt werden konnten. Das Qualitätskonzept wird zu Schuljahresbeginn allgemein eingeführt. Um den Austausch, auch über bewährte Verfahren zu erleichtern, können die Schuldirektionen auf eine neue Internetplattform nutzen.

Schul- und Unterrichtsmaterial: Neue Finanzierung und Organisation

Künftig beliefert die kantonale Lehrmittelverwaltung (KLVG) die Schulen mit dem Schul- und Unterrichtsmaterial. Dazu verfügt jede Schule über ein Budget, das nach der Anzahl Schülerinnen und Schüler der jeweiligen Schulstufe berechnet wird. Einige Spezialartikel (z.B. Holz) können von den Schulen oder Lehrpersonen weiterhin bei ihren bisherigen Lieferanten erworben werden. Damit den Lehrpersonen die Kosten für direkt von ihnen getätigte Einkäufe schnell erstattet werden können, wurde ein Rückerstattungsverfahren festgelegt. Denn nach dem Urteil des Bundesgerichts vom 12. Dezember 2017 wurde eine neue Kostenaufteilung zwischen dem Staat und den Gemeinden beschlossen, wobei der Staat die Kosten für das Schul- und Unterrichtsmaterial übernimmt, während die Gemeinden für die Finanzierung von kulturellen und sportlichen Aktivitäten aufkommen. Die Gemeinden erhielten im Mai 2020 einen Pauschalbetrag von 75 Franken pro Schüler/in, um die Beträge, die sie den Eltern nicht mehr berechnen konnten, teilweise auszugleichen.

Neuerungen bei der Fachmittelschule FMS

Mit dem Schuljahr 2020/21 startet die neue Ausbildung in den ersten Klassen. Diese wird sich während der drei Jahre bis zum Fachmittelschulausweis vermehrt spezialisieren. Auf diese Weise wird das Profil der im Kanton Freiburg angebotenen Berufsfelder verstärkt (Gesundheit, Soziale Arbeit und Pädagogik). Dadurch wird eine bessere Kohärenz und Kontinuität zwischen den drei Ausbildungsjahren bis zum Ausweis und dem Jahr der Fachmaturität ermöglicht. Dazu wurden die Lehrpläne und die Stundentafel überarbeitet: Neu ist der Unterricht im ersten Jahr für alle drei Berufsfelder identisch (einheitliche Stundentafel), um die Allgemeinbildung zu stärken und zusätzliche Zeit für die Berufsorientierung zu ermöglichen. Mit der Einführung von berufsspezifischen Fächern im zweiten Jahr, unterscheidet sich dann die Ausbildung für das Berufsfeld Gesundheit vom Berufsfeld Soziale Arbeit und Pädagogik. Schliesslich wird jedes der drei Berufsfelder mit einer hohen Dotierung der berufsspezifischen Fächer im dritten Jahr deutlicher unterschieden und ausgerichtet. Im dritten Jahr werden dann auch die beiden Berufsfelder Soziale Arbeit und Pädagogik nicht mehr kombiniert.

Festival Kultur & Schule FKB

Nach dem Eintauchen in das Kulturererbe und die bildende Kunst und in die Welt der Oper widmet sich die Ausgabe 2020 des Festivals der digitalen Welt. Ein sehr aktuelles Thema im Alltag der Schülerinnen und Schüler, das sie in eine Vielzahl künstlerischer Universen entführen wird. Der französische Choreograf Mourad Merzouki hat sich mit Digital-Kunstschaffenden zusammengetan, um die Produktion «Pixel» zu gestalten, ein Schauspiel, das Tanz- mit Videokunst kombiniert und die Zuschauerinnen und Zuschauer auf eine schwindelerregende Reise entführt. Parallel zu dieser grossen Veranstaltung bietet das SMEM (Schweizer Museum für elektronische Musikinstrumente) Musikworkshops im kleinen Rahmen an, in denen die Schülerinnen und Schüler in unbekannte Klanguniversen eintauchen können. Besondere Aufmerksamkeit wurde dem Angebot für die deutschsprachigen Klassen gewidmet. Das interaktive Bildspektakel «Digitales Kunstspiel» lädt die jungen Schülerinnen und Schüler zum Tanzen in bunten und spielerischen Welten ein. Auch das Filmfestival FIFF, das aufgrund der Corona-Krise abgesagt wurde, ist bei dieser Festivalausgabe eingeladen. In diesem Jahr werden vom 9. bis 13. November 2020 mehr als 5600 Schülerinnen und Schüler erwartet. Es wurden spezielle Gesundheitsempfehlungen erarbeitet, die sowohl für die Teilnehmenden wie auch für die Partner (Verkehrsbetriebe und Kulturanbieter) gelten.

Programm Sport-Kunst-Ausbildung: Neues Ausbildungszentrum für Schwimmsport und Wasserspringen

Nach dem neuen Judo-Ausbildungszentrum im vergangenen Jahr wird das in Freiburg bestehende Angebot durch ein Ausbildungszentrum für Schwimmsport und Wasserspringen ergänzt: Team AFF-FFV Freiburg, MJ-Gottéron, Akademie von Fribourg Olympic, Ausbildungszentrum von Elfic Fribourg, Talent School von Swiss Volley Freiburg und Volleyball-Akademie Freiburg, CRP Ski Romand, Ausbildungszentrum Sportklettern und die berufsvorbereitenden Klassen in Tanz und Musik des Konservatoriums. Mehr als 400 junge Sport- und Kunsttalente können jedes Jahr von Stundenplan-Anpassungen profitieren, die es ihnen ermöglicht, ihre schulische Ausbildung mit der sportlichen oder künstlerischen Karriere zu vereinbaren.

Pilotprogramm «Standortbestimmung, Potenzialanalyse und Laufbahnberatung»

In Zusammenarbeit mit dem Bund lanciert der Kanton Freiburg ein Pilotprojekt für die Beratung für Erwachsene ab 40 Jahren. Ziel dieser Massnahme ist es, dieser Zielgruppe kostenlos eine Analyse der Arbeitsmarktfähigkeit sowie eine Laufbahnberatung anzubieten. So können Erwerbstätige über 40 angesichts der sich ständig ändernden Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt, ihre persönliche und berufliche Situation regelmässig analysieren. Dies wird es ihnen ermöglichen, bevorstehende berufliche Veränderungen oder Weiterbildungsbedürfnisse rechtzeitig zu erkennen und die Schritte zu planen, die erforderlich sind, um weiterhin auf dem Arbeitsmarkt bleiben zu können. Die Massnahme tritt ab Januar 2021 in Kraft und wird in den Laufbahnberatungsstellen für Erwachsene in Freiburg und Bulle angeboten.

Auswirkungen von COVID-19 auf die Schülerzahlen

Etwas mehr Schülerinnen und Schüler als im Vorjahr haben nach Abschluss ihrer obligatorischen Schulzeit um eine Verlängerung der Schulzeit, also um ein 12. Schuljahr ersucht, sei es im gleichen Klassentypus oder in einem leistungsstärkeren. Vermutlich haben Schülerinnen und Schüler, die zwischen dem Entscheid Lehre oder Vollzeitschule schwankten, die zweite Variante vorgezogen. Ihnen wurde dieser Schritt durch die Anpassung der Aufnahmebedingungen für die Handelsmittelschule und die Fachmittelschule (Zugang ohne Prüfung mit niedrigerem Notendurchschnitt als üblich) erleichtert. Auch mussten Mittelschülerinnen und Mittelschüler, die 2020/21 vorhatten, ein Schuljahr im Ausland zu absolvieren, auf ihr Vorhaben verzichten. Dies zeigt sich in der Eröffnung einer zusätzlichen Klasse im zweiten Jahr am Kollegium St. Michael und eine zusätzliche Klasse im ersten Jahr an der Fachmittelschule. Diese beiden Klasseneröffnungen ziehen zusätzliche 3,76 Vollzeitstellen nach sich.

Nach dem Verbot des Präsenzunterrichts wurden im französischsprachigen Kantonsteil für die Schuljahre 2020/21 und 2021/22 zwei zusätzliche Vollzeitstellen gewährt, um die Unterstützungsmassnahmen (Französisch als Fremdsprache) im ersten und zweiten Zyklus (von der 1H bis 8H) fortzusetzen und so trotz COVID-19 weiterhin einen guten Unterricht für anderssprachige Schülerinnen und Schüler anbieten zu können und ihre Integration und ihr Lernen zu unterstützen.

Pensionierungen und Änderung der Pensionierungsbedingungen für das Staatspersonal

Im Jahr 2020 lag die tatsächliche Zahl der Pensionierungen wieder etwa in der gleichen Grössenordnung wie im Jahr 2018 und früher, wohingegen im 2019 die tatsächliche und die mögliche Anzahl Pensionierungen im Vergleich zu den potenziellen Pensionierungen einen markanten Anstieg verzeichnet hatten. Auf Ende des Schuljahres 2020/21 dürfte zweifellos mit einer höheren Anzahl Pensionierungen zu rechnen sein.