COVID - 19: Erwerb neuer Kenntnisse und Kompetenzen, Entscheide zum Schulzeugnis und Modalitäten zur Aufnahme an die Mittelschulen

24. April 2020 -12h49

Während die ersten drei Wochen des Fernunterrichts vor allem der Konsolidierung dessen gewidmet war, was bereits im Präsenzunterricht erarbeitet worden war, steht nun der Erwerb neuer Kenntnisse und Kompetenzen auf dem Programm der Schülerinnen und Schüler der obligatorischen Schule. Zur Vorbereitung des Fernunterrichts können sich die Lehrpersonen auf Empfehlungen der Ämter für obligatorischen Unterricht und der Fachstelle Fritic stützen. Aufgrund der ausserordentlichen Lage müssen die Beurteilung der Schülerinnen und Schüler der obligatorischen Schule und der Inhalt der Schulzeugnisse vorübergehend angepasst werden, ebenso die Modalitäten für die Aufnahme an die Mittelschulen. Dank der starken Mobilisierung der Lehrpersonen konnte trotz der Gesundheitskrise auch am Konservatorium Fernunterricht angeboten werden.

salle de classe vide, nouveau CO de Riaz
OS Riaz - Klassenzimmer © Alle Rechte vorbehalten

Der Bundesrat hat einen Plan zur Lockerung der Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor dem neuen Coronavirus Covid-19 vorgelegt. So sollen am 11. Mai die obligatorischen Schulen und am 8. Juni die Mittel-, Berufsfach- und Hochschulen wieder öffnen. Den endgültigen Entscheid darüber will der Bundesrat am 29. April fällen.

Zusammenarbeit mit dem kantonalen Führungsorgan (KFO)

Die Koordinationsarbeit Schulen–Gemeinden innerhalb des KFO wird fortgesetzt. Das Notbetreuungsangebot an den Schulen wurde erweitert. Es war zunächst Kindern von Eltern vorbehalten, die in einem für das Krisenmanagement wichtigen Sektor arbeiten, insbesondere im Gesundheits- und Sicherheitsbereich. Künftig wird es auch für Kinder von Eltern angeboten, die ab dem 27. April wieder Präsenzarbeit leisten müssen und keine andere Lösung als die Betreuung durch Risikopersonen haben. Die Anzahl der Kinder, die diese Woche in den Schulen betreut werden, ist im Vergleich zur Woche unmittelbar vor den Osterferien gestiegen.

  • Montag 20. April: 250 (215) Kinder
  • Dienstag 21. April: 273 (208) Kinder
  • Mittwoch 22. April: 146 (118) Kinder
  • Donnerstag 23. April: 236 (193) Kinder

Die Schulen werden ihr Betreuungsangebot bis zum 8. Mai weiterführen; vorbehalten bleibt dabei die Bestätigung der Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts an der obligatorischen Schule am 11. Mai.

Fernunterricht : Auf dem Programm steht der Erwerb neuer Kenntnisse und Kompetenzen

Zwar ist eine rasche Rückkehr zum Präsenzunterricht wünschenswert, doch haben die Unterrichtsämter Vorbereitungen getroffen für den Fall, dass der Fernunterricht bis zum Ende des Schuljahres fortgesetzt werden sollte. Die erste Version der Hinweise zur Umsetzung des Fernunterrichts für Lehrpersonen wurde erweitert, um die Lehrpersonen bei der Planung und Begleitung neuer Lerninhalte zu unterstützen; dies für alle betroffenen Fächer und alle 3 Schulzyklen. Gestützt auf eine Umfrage zum Fernunterricht konnten die Hinweise bedarfsorientiert erweitert und vertieft werden.

So werden beispielsweise den Lehrpersonen Anhaltspunkte und Hilfestellungen angeboten, wie sie die Lernziele des Fernunterrichts planen können, und Links zu geeigneten elektronischen fachspezifischen Unterrichtsmaterialien zur Verfügung gestellt. Im Weiteren wird aufgezeigt, wie Lehrpersonen mit einfachen Mitteln selber Erklärvideos herstellen können oder welche Tools sich speziell für die Begleitung der Schülerinnen und Schüler eignen. Je nach Alter, Selbständigkeit und Zyklus werden Anregungen und Materialien zu Lernstrategien, Motivation, Lernbegleitung und virtuellem Austausch, auch zwischen den Schülerinnen und Schülern, angeboten. Die Broschüre «Kinder und Jugendliche im Fernunterricht begleiten» bietet Eltern nützliche Informationen.

Im Zusammenarbeit mit der Fachstelle Fritic werden zahlreiche der für den Fernunterricht vorhandenen Tools geprüft und ihrem Zweck entsprechend präsentiert: So kann für den Kontakt mit einer Schülerin oder einem Schüler der Orientierungsschule (OS), mit einer Klassengruppe oder mit der Familie ein Telefonanruf getätigt, bei kurzen Nachrichten eine Textnachricht gesandt, Teams verwendet oder auf Moodle gechattet werden.

Schulzeugnis, Beurteilungen, Übertritt von der Primarschule in die Orientierungsschule

Während der Dauer des Fernunterrichts und der Weiterführung des Präsenzunterrichts bis zum Ende des Schuljahres 2019/20 werden weder Prüfungen stattfinden noch Noten vergeben. Die im französischsprachigen Kantonsteil am Ende des Schuljahres 2019/20 vorgesehenen kantonalen Abschlussprüfungen wurden annulliert. In den Schulzeugnissen wird neben dem Vermerk, dass während der Pandemie Fernunterricht praktiziert wurde, darauf hingewiesen, dass während des Fern- und des Präsenzunterrichts im 2. Semester keine summativen Beurteilungen (Prüfungen mit Noten oder Prädikaten) durchgeführt wurden.

Für die Durchlässigkeit und den Wechsel des Klassentypus an der Orientierungsschule bleiben die entsprechenden Richtlinien weiterhin gültig; es werden dafür aber die Noten des Schulzeugnisses des ersten Semesters berücksichtigt. Die Schuldirektionen werden die Situation gemeinsam mit den Klassenlehrpersonen wohlwollend prüfen: Wenn also die zwischen dem Ende des 1. Semesters und dem Verbot des Präsenzunterrichts durchgeführten summativen Bewertungen für die Schülerin oder den Schüler günstig ausgefallen sind, können diese von den Schuldirektionen der OS berücksichtigt werden. Zudem wird man in der ersten Hälfte des Schuljahres 2020/21 der Durchlässigkeit zwischen den Klassentypen besondere Aufmerksamkeit schenken.

Im deutschsprachigen Kantonsteil war das ordentliche Verfahren bereits vor dem 13. März 2020 abgeschlossen. Hingegen musste im französischen Kantonsteil für die betroffenen 300 französischsprachigen Schülerinnen und Schüler ein ausserordentliches Verfahren organisiert werden, da die vorgesehenen Zuweisungsprüfungen (Französisch, Mathematik) für die Schülerinnen und Schüler, bei denen drei Indikatoren nicht übereinstimmen, infolge der Schliessung der Schulen annulliert wurden. Diese Situationen werden somit in offene Fälle umgewandelt, bei denen die Schuldirektion der OS über die Erstzuweisung entscheidet. Dabei wird für den Entscheid die Empfehlung der Primarlehrperson der prioritäre Indikator sein.

Modalitäten für die Aufnahme in die Mittelschulen

Da die für Samstag, 21. März 2020 angesetzte Session der Aufnahmeprüfungen für die Fachmittelschule und die Vollzeit-Handelsmittelschule abgesagt werden musste, wurden die Aufnahmebedingungen für diese beiden Schulen geändert. So werden Schülerinnen und Schüler einer 11H-Sekundarklasse, bei denen die Zeugnisnoten der Fächer Deutsch (Koeffizient 1); Mathematik (Koeffizient 1); Französisch und Englisch (Durchschnitt Koeffizient 1); Natur und Technik, RZG Geographie und RZG Geschichte & Politik (Durchschnitt Koeffizient 1) am Ende des Schuljahres mindestens die Summe von 18 Punkten (nach den ordentlichen Bedingungen 20 Punkte für die Handelsmittelschule und 19 Punkte für die Fachmittelschule) ergeben, prüfungsfrei aufgenommen. Wenn die Summe der Noten für das erste Semester zwischen 16 und 18 Punkten liegt, kann die Schülerin oder der Schüler am Ende dieses Schuljahres eine Aufnahmeprüfung ablegen.

Für die Schülerinnen und Schüler einer 11H-Sekundarklasse, die ins Gymnasium aufgenommen werden möchten, ändert sich nichts an den Bedingungen, da sie keine Aufnahmeprüfung ablegen müssen. Sie sollten dazu am Ende des ersten Semesters eine Punktzahl von 20 Punkten erreicht haben. Bei den «Grenzfällen» kann die Schuldirektorin oder der Schuldirektor der OS das Aufnahmegesuch der Schülerin oder des Schülers bei der Mittelschuldirektorenkonferenz unterstützen.

Bereitschaft, schriftliche Abschlussprüfungen beizubehalten

Nach dem Beschluss der EDK-Vollversammlung vom 20. April 2020 betreffend die Ausweise der allgemeinbildenden Sekundarstufe II hat die EKSD bekanntgegeben, dass sie die schriftlichen Prüfungen der diesjährigen Abschlussprüfungssession beibehalten möchte.

Vorbehaltlich der Genehmigung durch den Bundesrat wird die Prüfungssession daher sowohl für die gymnasiale Maturität wie auch für die Fachmittelschule stattfinden. Bei der Bewertung der Prüfungen wird man der derzeitigen ausserordentlichen Lage Rechnung tragen. Da die Richtlinien des Bundes zur Ergänzungsprüfung Passerelle 'Berufsmaturität/Fachmaturität – universitäre Hochschulen' nicht geändert wurden, werden die schriftlichen und mündlichen Prüfungen wie geplant stattfinden. Allgemein gilt, dass dabei alle erforderlichen Schutzmassnahmen strikte eingehalten werden. Sollte sich die Gesundheitskrise wieder verschärfen, behält sich die EKSD das Recht vor, auf die Prüfungen zu verzichten. In einer der nächsten Medienmitteilungen des Bundes sollten weitere Informationen über die Prüfungen an der Handelsmittelschule bekanntgegeben werden.

Das Konservatorium bietet ebenfalls Fernunterricht an

Der Grossteil der Schülerinnen und Schüler kann den Fernunterricht nutzen: Die nach zwei Wochen Fernunterricht durchgeführte Umfrage (200 Lehrpersonen, 4200 Schülerinnen und Schüler, 5000 belegte Kurse) bestätigt die starke Mobilisierung des Lehrpersonals und die hohe Beteiligung der Schülerinnen und Schüler (Teilnahmequote von 80 %). Die pädagogischen Ziele wurden im Allgemeinen trotz der geänderten Unterrichtsmodalitäten erreicht. Für den Einsatz von frei verfügbaren Tools wie Skype, Zoom, Youtube, WhatsApp für den Gruppen- oder Einzelunterricht, von der Musikkultur bis hin zum Tanz- und Theaterunterricht, gab es positive Rückmeldungen.

Das Konservatorium musste etwa 600 ursprünglich für Mai geplante Abschlussprüfungen und deren automatische Validierung absagen & die für April geplanten abschliessenden Zertifizierungsprüfungen auf Juni oder Herbst 2020 verschieben.

 

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