Die Vergangenheit mit den Mitteln von heute analysieren
In dieser neuen Ausgabe der FHA zeigen Beispiele wie die Lancierung des Projekts zur Digitalisierung des kantonalen Dokumentenerbes (DIGIFONDS) oder die Zertifizierung von vier Drohnenpiloten des AAFR durch das Bundesamt für Zivilluftfahrt, dass Modernität auch mit Vergangenheit einhergehen kann. In seinem Editorial befasst sich der Kantonsarchäologe mit den neuen Technologien wie der künstlichen Intelligenz (KI) im Dienste der Archäologie. Er ruft dazu auf, deren Integration kohärent zu gestalten, um das reiche und umfangreiche wissenschaftliche Wissen über die Vergangenheit des Kantons Freiburg zu nutzen und zu bewahren.
Die Freiburger Archäologie 2024/25 in Zahlen und wichtigen Ereignissen
Nach Auskunft der statistischen Daten des Sektors «Archäologie und Territorium» hat das AAFR im Jahr 2024 1155 Gutachten erstellt, 445 Feldeinsätze geleistet und dabei 36 neue archäologische Fundstätten erfasst. Der Kalender der FHA gibt einen Überblick über die wichtigsten Ereignisse des Jahres 2025. Das Amt setzte seine Vermittlungsarbeit bei der Freiburger Bevölkerung fort, beispielsweise anlässlich der Einweihung des Burgquartiers oder des Festivals «Kultur & Schule». Das Jahr war geprägt von mehreren bedeutenden Entdeckungen, darunter die Freilegung einer Kapelle mit umliegendem Friedhof (Klein-Sankt-Johann-Platz, Freiburg) und der Fund einer frühgeschichtlichen Beilklinge aus Bronze (Arbogne, Montagny-les-Monts).
Erste Ergebnisse bedeutender archäologischer Ausgrabungen
Neun Einblicke zeigen besonders interessante Funde aus dem ganzen Kanton: Eine Dolchklinge aus einer Kupferlegierung aus der frühen Bronzezeit in Farvagny, eine frühgeschichtliche Keramik in der Nähe der Rue de la Léchère in Bulle, mehrere Siedlungsgebiete aus der Zeit zwischen der Vorgeschichte und der Neuzeit am Rande der Kleinen Glane in Saint-Aubin. Erwähnenswert ist auch einer der grössten frühgeschichtlichen Grabhügel des Kantons an der Stätte Le Perru in Matran.
Von der Ausgrabung zur Forschung
Schliesslich werden in dieser jüngsten Ausgabe vier reich bebilderte wissenschaftliche Studien vorgestellt. Eine davon befasst sich mit einer Zusammenfassung von 10 Jahren Anwendung der aktuellen Methode zur Identifizierung archäologischer Fundstellen, die auf einer systematischen Überwachung der Baustellen basiert. Ein weiterer Bericht beschreibt die Entdeckung einer Grabstätte in der Abteikirche von Altenryf, die aussergewöhnliche Grabbeigaben aus Leder, Knochen und Kupferlegierungen aus dem 14. Jahrhundert (Gürtel, Sporen, Schuhe, Geldbeutel) enthielt. Diese Analyse lieferte äusserst wertvolle Daten über das Handwerk dieser Zeit und den Status des Verstorbenen.
Entdecken Sie weitere Studien und vieles mehr in dieser 27. Ausgabe der FAH. Sie taucht ein in eine sorgfältig zusammengestellte Bildersammlung und bereichernde Inhalte, die den Auftrag des AAFR veranschaulichen, von der Arbeit im Feld über die wissenschaftliche Forschung bis hin zur Erhaltung und Restaurierung. Die Freiburger Hefte für Archäologie sind online verfügbar.