Die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) regt die Schülerinnen und Schüler dazu an, sich aktiv und reflektiert mit den ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit auseinanderzusetzen. Sie lernen, Probleme zu erkennen und deren Ursachen zu verstehen, indem sie kritisch und systemisch denken und soziale Zusammenhänge besser wahrnehmen.BNE im Kanton Freiburg möchte dazu beitragen, dass sich junge Menschen zu optimistischen Persönlichkeiten entwickeln, die in der Lage sind, die Komplexität der Welt um sie herum zu verstehen und innovative Lösungen zu finden. Die Schulen werden eingeladen, ein positives Zukunftsbild zu vermitteln und vielfältige Lernumgebungen zu schaffen, in denen die Schülerinnen und Schüler ihre Urteils- und Handlungsfähigkeit entwickeln können.
Whole School Approach (ganzheitlicher institutioneller Ansatz)
BNE ist kein zusätzliches Unterrichtsfach, sondern vielmehr ein pädagogischer Ansatz, der in und über alle Fächer und pädagogischen Praktiken hinweg integriert werden kann. Der «Whole School Approach» ist eine ganzheitliche Herangehensweise, bei der die Schule als Lern- und Lebensraum konzipiert wird mit dem Ziel, eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Schulkultur zu entwickeln. So werden Schulen zu Orten des Experimentierens, an denen Praktiken im Zusammenhang mit der nachhaltigen Entwicklung zum Tragen kommen. Dieser Ansatz umfasst neben dem Unterricht auch die Organisation des schulischen Lebens, die Einbindung der gesamten Schulgemeinschaft sowie die Gestaltung der Lernräume.
Umsetzung der BNE
Ein Leitfaden zur Umsetzung und eine speziell entwickelte digitale Plattform bieten Schulen ab sofort Anregungen und Instrumente, um ihre Arbeit im Bereich der BNE weiterzuentwickeln und eine qualitativ hochwertige Bildung zu fördern. Die Integration von BNE in den Unterricht und das Schulleben erfordert Zeit wie auch die Unterstützung des gesamten Schulpersonals und eine gezielte partizipative Herangehensweise. Bevor die BNE implementiert wird, ist es wichtig, dass alle Beteiligten ein gemeinsames Verständnis dafür entwickeln, was BNE ist und wie sie in die Lehrpläne integriert werden kann. Dazu ist es notwendig, dass die Schulen sich untereinander austauschen. Bei Bedarf kann auch externe Unterstützung in Anspruch genommen werden.
Unterrichtssämter und Zentren der Lehrpersonenbildung
Die Unterrichtssämter für die obligatorischen Schule und die allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen der Sekundarstufe 2 sowie die Zentren der Lehrpersonenbildung arbeiten seit fast vier Jahren zusammen. Sie haben sich verpflichtet, die Rahmenbedingungen für die Schulen im Bereich der BNE zu optimieren. Dazu haben sie sich zu einem kantonalen Netzwerk mit mehr als 50 Mitgliedern zusammengeschlossen. Das Netzwerk koordiniert die Bildung für nachhaltige Entwicklung über die Schulstufen und Sprachregionen hinweg und bezieht dabei verschiedene Ämter und Direktionen mit ein.
Drei beteiligte Direktionen
Die Direktion für Bildung und kulturelle Angelegenheiten (BKAD) unterstützt und begleitet die Schulen in diesem Prozess in Zusammenarbeit mit der Volkswirtschafts- und Berufsbildungsdirektion (VWBD) und der Direktion der Institutionen und der Land- und Forstwirtschaft (ILFD).