Altenryf/Hauterive, eine Ziesterzienserabtei in neuem Licht
Im November 2026 publiziert das Amt für Kulturgüter des Kantons Freiburg den ersten Band der dreiteiligen Reihe «Altenryf/Hauterive und seine Ländereien».
Nach Abschluss der umfassenden Restaurierung der Kirche der Zisterzienserabtei Altenryf (2021–2025) unter Leitung des atelier d’architectes espaces & environnement (aaee) ist der Zeitpunkt gekommen, bisherige Kenntnisse und neue Entdeckungen in einer interdisziplinären Perspektive zu bündeln, um die vielfältige Geschichte der Abtei von ihrer Gründung im Jahr 1138 bis heute nachzuzeichnen.
Über 50 Autorinnen und Autoren sind an diesem Werk beteiligt, das auf vielstimmige Weise Geschichte und Kunstgeschichte, Architektur, Archäologie, Klosterleben, Liturgie und Denkmalpflege miteinander verknüpft. Dank dieser unterschiedlichen Sichtweisen entsteht ein faszinierendes Porträt der ältesten noch aktiven Zisterzienserabtei der Schweiz.
Anhand der Baugeschichte und einer Auswahl frisch restaurierter Meisterwerke (Chorgestühl, Glasmalereien, Wandbilder) wird die fast neunhundertjährige Vergangenheit der Abtei dargestellt. Dabei geht es nicht nur um die bisweilen angespannten Beziehungen zwischen dem Kloster und dem Stadtstaat Freiburg, sondern auch um weniger bekannte Aspekte: die Handschriften des Skriptoriums, den barocken Neubau des 18. Jahrhunderts, die Klosteraufhebung (1848), die Zeit des Lehrerseminars (1859–1940), die grosse Restaurierung (1903–1913) und die Rückkehr der Zisterzienser (1939). Ausführlich werden zudem die denkmalpflegerischen und liturgischen Herausforderungen der Gesamtrestaurierung behandelt.
Das grossformatige und reich illustrierte Nachschlagewerk erscheint in zwei separaten Ausgaben in den beiden Amtssprachen des Kantons. Es ist ab dem 25. November zum Preis von 75.– erhältlich.
Erschienen in der Reihe:
Les Faverges, von den Klosterreben zum Staatswein
Der zweite Band (2027) ist dem Weingut Les Faverges gewidmet, das die Abtei Altenryf im Herzen des von Mönchen gerodeten Lavaux gegründet hat. Die Domäne, die heute im Besitz des Staats Freiburg ist, blickt auf eine einzigartige Geschichte an der Schnittstelle zweier Kantone und zweier Konfessionen zurück. Im Fokus stehen die laufenden Restaurierungsarbeiten, die Entwicklung des Guts sowie die heutigen Herausforderungen des Rebbaus und des Weinhandels.
Grangeneuve, von der Zisterziensergrangie zum landwirtschaftlichen Institut
Im Mittelpunkt des dritten Bands (2028) steht das Landwirtschaftliche Institut Grangeneuve. Einleitend werden die Zisterziensergrangien — echte autonome Agrarbetriebe —, die Alpweiden und die verschiedenen Liegenschaften vorgestellt, die sich im Besitz der Abtei befanden. Nach einer kurzen Periode, in der die Landwirtschaftliche Schule in den Gebäuden der Abtei untergebracht war(1850–1858), durchlief Grangeneuve seit Beginn des 20. Jahrhunderts verschiedene Entwicklungsphasen, bis es zu dem heutigen umfangreichen Ausbildungs- und Kompetenzzentrum für den ländlichen Raum wurde.
Herausgegeben von Amt für Kulturgüter
Letzte Änderung: 13.06.2026