Teilzeitarbeit: Flexibilisierung der Arbeitszeitdauer

Unter den Begriff Teilzeitarbeit fallen alle Arbeitszeitreduktionen in Bezug auf ein Vollzeitpensum. Entsprechend den vom Arbeitgeber angebotenen Möglichkeiten und den Ansprüchen der Arbeitsstelle kann dies einer täglichen, wöchentlichen oder jährlichen Arbeitsstundenreduktion entsprechen. Jobsharing ist eine bestimmte Art von Teilzeitarbeit, bei der eine Stelle auf zwei oder mehr Personen aufgeteilt wird.

Eine Teilzeitanstellung kann eine reelle Möglichkeit darstellen, sich beruflich weiterzuentwickeln und gleichzeitig wertvolle Zeit dem Privat- und Familienleben zu widmen. Sie kann zu einem ausgeglicheneren Leben, weniger Stress und besserer Gesundheit führen, wie auch zu einer ausgewogeneren Verteilung der finanziellen und häuslichen Verantwortung innerhalb der Paarbeziehung.
 
Bietet ein-e Arbeitgeber-in Teilzeitstellen an, erhöht dies die Attraktivität des Betriebes oder der Organisation und bietet Gelegenheit, qualifiziertes und gut ausgebildetes Personal auch bei Veränderungen der Lebensumstände (wie Mutterschaft oder Vaterschaft) zu halten, Abwesenheiten aufgrund von Stress oder familiären Verpflichtungen zu reduzieren und die Vielfalt von Profilen im Personalbestand zu steigern.
 
Die Nutzung des Potenzials für Teilzeitarbeit verlangt als Begleitmassnahme Überlegungen rund um die Organisation der Arbeit, Aufgaben und Verantwortlichkeiten – sowohl im Unternehmen oder in der Organisation, als auch im Team und zuhause
 

Gleichstellung in Teilzeit?

In der Schweiz (und anderen Ländern) wird Teilzeitarbeit hauptsächlich von Frauen (insbesondere Müttern) genutzt, die Zahl der Männer nimmt aber auch stetig zu. Dank Teilzeitarbeit scheint eine erhöhte Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt möglich, bzw. die Fortsetzung der Erwerbstätigkeit trotz Mutterschaft. Dennoch scheint sie (noch) nicht zu einer anteilsmässigen Veränderung bei der Übernahme von Haus- und Familienarbeit durch Männer geführt zu haben. 

Damit Teilzeitarbeit eine echte Chance für die Gleichstellung von Frau und Mann im Erwerbsleben (und folglich im Familienleben) ist, muss die Referenznorm einer zu 100 % linearen Berufskarriere, die Zugang zu Posten mit Verantwortung, zu Weiterbildungen, bzw. zu interessanten Aufgaben und Projekten ermöglicht, überdacht werden. Eher müsste die Arbeitszeit variabel und jeder Lebensphase angepasst gestaltet werden, und zwar für Männer wie auch Frauen.