Leben in der Nacht - Rückblick auf die Exkursion

21. Dezember 2020 -13h16

Gut eingepackt in Schals und dicke Mäntel, machte sich unsere kleine Gruppe am Abend des 17. Oktobers auf den Weg zum Gipfel des Käsenbergs (Cousimbert). Tiefe Stille herrschte in der mondlosen Nacht, aber auf unserem Weg erwarteten uns trotzdem einige Überraschungen.

Ein Waldkauz und Leuchtflechten

Beim Aufstieg durch den Wald begleitete uns ein Waldkauz mit seinen Schreien. Dann zückte der Biologe François Rion eine UV-Lampe, und wir schlüpften in die Haut von Fachleuten. Zu unserer grossen Überraschung brachte die Lampe einige Leuchtflechten zum Vorschein. Leuchtflechten bestehen aus Algen und Pilzen, die in Symbiose leben. Um zu überleben, tauschen sie Nährstoffe aus. Die Fluoreszenz scheint ein Nebeneffekt dieses Prozesses zu sein. Allerdings ist das Phänomen noch kaum wissenschaftlich erforscht.

Leuchtflechte auf Wurzeln
Agrandir Leuchtflechte auf Wurzeln © Etat de Fribourg - Staat Freiburg - Sophie Giriens
Leuchtflechte auf Wurzeln
Blick auf den Greyerzersee
Agrandir Blick auf den Greyerzersee © Etat de Fribourg - Staat Freiburg - Sophie Giriens
Blick auf den Greyerzersee

Ein grossartiger Ausblick und ein Schneefloh

Auf dem Gipfel angekommen, lachte uns das Glück. Der Himmel klärte sich auf, und wir bekamen prachtvolle Sternbilder zu sehen und genossen den unvergleichlichen Ausblick auf das Mittelland. Dabei wurde uns bewusst, welche Auswirkungen Licht und Lärm auf das nächtliche Leben haben.

Schneefloh-Weibchen (Boreus sp.)
Agrandir Schneefloh-Weibchen (Boreus sp.) © Etat de Fribourg - Staat Freiburg - Sophie Giriens
Schneefloh-Weibchen (Boreus sp.)
Blick auf Freiburg vom Käsenberg aus
Agrandir Blick auf Freiburg vom Käsenberg aus © Etat de Fribourg - Staat Freiburg - Sophie Giriens
Blick auf Freiburg vom Käsenberg aus
Lichtfalle im Wald
Agrandir Lichtfalle im Wald © Etat de Fribourg - Staat Freiburg - Sophie Giriens
Lichtfalle im Wald

Im Wald hatte man etwas früher eine Lichtfalle aufgestellt und einen Baumstamm mit Zuckerlösung bestrichen, um Nachtfalter anzulocken. Leider hatten wir keinen Erfolg mit den Nachtfaltern, dafür hatte die Lichtfalle einen anderen sonderbaren Besucher angelockt: einen Schneefloh. Diese kaum vier Millimeter langen Insekten lassen sich im Herbst und Winter beobachten und sind dafür bekannt, dass sie auf der Schneeoberfläche aktiv sind. Ihre Larven entwickeln sich im Moos.

Nach all diesen schönen Erlebnissen wurde es Zeit, zurück in die Wärme zu kommen.

Sophie Giriens (Übersetzung: Carole Schneuwly)
Unsere Gruppe unter dem Grossen Bären © Etat de Fribourg - Staat Freiburg - Sophie Giriens
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