Ein Jahr mit Licht und Schatten für das Naturhistorische Museum Freiburg

14. Januar 2021 -11h52

Obwohl die Gesundheitskrise 2020 zu einem Besucherrückgang geführt hat, hat das Naturhistorische Museum Freiburg Grund zur Freude, nachdem der Grosse Rat den Studienkredit für den Umzug des Museums und den Neubau an der Zeughausstrasse gutgeheissen hat.

hinter den Kulissen des NHMF
hinter den Kulissen des NHMF © Etat de Fribourg - Staat Freiburg - Sophie Giriens

Natürlich hat auch das Naturhistorische Museum (NHMF) die Folgen der Gesundheitskrise zu spüren bekommen: Drei Monate lang war es für das Publikum geschlossen, zwei Ausstellungen wurden verschoben (die traditionelle Küken-Ausstellung und «Expedition Spitzbergen», die Haupt-Ausstellung des Jahres), und rund hundert Aktivitäten wurden abgesagt. Das Museum hat so im Jahr 2020 nur 24 767 Besucherinnen und Besucher empfangen. Das sind 62 Prozent weniger als der Durchschnitt der letzten fünf Jahre (65 100).

Gleichzeitig war das Jahr 2020 geprägt von einem Ereignis, das für die Zukunft der Institution von entscheidender Bedeutung ist: Am 29. Mai hat der Grosse Rat mit grosser Mehrheit (85 Ja-Stimmen, 9 Nein-Stimmen und 7 Enthaltungen) den Studienkredit für den Umzug des Museums und den Neubau an der Zeughausstrasse in Freiburg gutgeheissen. Es war dies ein grosser Tag für das Museum und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die das Projekt in enger Zusammenarbeit mit dem Freiburger Büro Zamparo Architectes entwickeln.

Was die Ausstellungen angeht, so hat das NHMF im September «Nachtfalter– #2 Biodiversität Freiburg» eröffnet, die zweite Ausstellung in seiner Reihe zur Biodiversität. Zudem haben drei frühere Ausstellungen des Museums ihre Reise durch die Deutschschweiz fortgesetzt: «AQUA – michel.roggo.photographie» und «Milch – Mütterliches Elixier» wurden im Zoologischen Museum der Universität Zürich gezeigt und «Wolf – Wieder unter uns» im Bündner Naturmuseum in Chur.

Auch hinter den Kulissen des NHMF gab es 2020 viel zu tun: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben künftige Ausstellungen vorbereitet, die Inventarisierung und Digitalisierung der Sammlungen vorangetrieben, die Objekte aus der Asien-Vitrine desinfiziert, gut zehn wissenschaftliche Projekte durchgeführt und deren Resultate in international renommierten Zeitschriften publiziert, über 130 kranke oder verletzte Wildtiere gepflegt und wieder freigelassen, zahlreiche Fragen zur Fauna und Flora des Kantons beantwortet und ein Stilllokal eingerichtet.

Um mit seinem Publikum in Kontakt zu bleiben, war das Museum via Internet und soziale Medien zu Besuch in Wohn- und Schulzimmern. Die «Geschichten aus der Natur» haben regelmässig saisonale Themen aus der Tier- und Pflanzenwelt beleuchtet, und unter dem Titel «Coup de cœur» haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in kurzen Videos ihre Lieblingsobjekte vorgestellt. Die Kulturvermittlerinnen haben sich ebenfalls ins Zeug gelegt und pädagogische Sequenzen gefilmt sowie einen digitalen Adventskalender für die ganze Familie und für Schulen realisiert.

Das Naturhistorische Museum Freiburg freut sich, dem Publikum im Frühling die Ausstellungen «Küken» (ab 13. März) und «Expedition Spitzbergen» (ab 21. Mai) zu präsentieren.