Die sexuelle Orientierung bezieht sich auf die sexuellen Vorlieben, also die Anziehung, die man gegenüber einer bestimmten Person empfindet. Die meisten Menschen sind heterosexuell (man empfindet Personen des anderen Geschlechts anziehend), es gibt aber auch andere Formen der sexuellen Orientierung, wie Homosexualität (man empfindet Personen des gleichen Geschlechts anziehend), Bisexualität (man fühlt sich zu beiden Geschlechtern hingezogen) und Asexualität (man fühlt keine sexuelle Anziehung).

Man sucht sich seine Sexualität nicht aus. Homosexualität, Bisexualität und Asexualität sind keine Krankheiten und werden nicht übertragen. Sie sind nicht falsch oder verwerflich, sondern einfach Vorlieben, die sich von denen der Mehrheit der Bevölkerung unterscheiden. In der Geschichte der Menschheit gab es schon immer verschiedene sexuelle Orientierungen. Auch im Tierreich werden homo- oder bisexuelle Verhaltensweisen beobachtet.

Die sexuelle Orientierung hat nichts damit zu tun, ob man sich als Mann oder Frau fühlt (Geschlechteridentität). Die Wahl des Berufs oder sogenannte «Mädchen-» oder «Jungenspiele» im Kindesalter haben keinen Einfluss auf die sexuelle Orientierung.

Im Jugendalter
Mit dem Erreichen der sexuellen Reife festigt sich die sexuelle Orientierung. Jugendliche, die sich ihrer sexuellen Vorliebe noch nicht sicher sind, machen oftmals eine experimentelle Phase durch. Andere sind sich ihrer Sexualität in diesem Alter schon sehr sicher. Weil die sozialen Normen Heterosexualität als Standard vorgeben, versuchen manche Jugendliche, ihre Neigungen zu unterdrücken, was oftmals mit einem grossen Leidensdruck verbunden ist. Jugendliche, die diese schwierige Situation erleben, weisen ein höheres Risiko für Depression oder Suizid auf.

Bedürfnis nach Unterstützung
Es kann für Eltern schwierig sein, zu vermuten oder zu erfahren, dass ihr Kind eine sexuelle Orientierung ausserhalb der «Norm» hat. Sie stellen sich wichtige Fragen, machen sich Sorgen oder verstehen das eigene Kind nicht. Es gibt viele Organisationen, die Eltern in dieser Lage helfen und unterstützen. Für Familien gibt es ausserdem zahlreiche Broschüren zum Thema.

Die Jugendlichen befürchten ihrerseits oftmals die Ablehnung und das Unverständnis ihrer Eltern. Offenheit und Kommunikation sind beim Coming-out (dem Mitteilen seiner nicht-heterosexuellen Orientierung) besonders wichtig. Eltern sollten ihr Kind spüren lassen, dass sich ihre Wertschätzung und Liebe für das Kind dadurch nicht ändert.

Fachpersonen können Ihnen helfen, offen darüber zu sprechen. Die Freiburger Fachstelle für sexuelle Gesundheit unterstützt Sie gerne.