Weshalb benötigen wir Waldreservate?
Die Freiburger Wälder sind Lebensraum für unzählige Pflanzen- und Tierarten. Die meisten dieser Arten kommen auch in bewirtschafteten Wäldern vor. Es gibt jedoch Arten, die besonders viel Totholz oder zahlreiche alte Bäume benötigen. Um diese anspruchsvollen Arten zu erhalten oder zu fördern, brauchen wir mehr Waldreservate.
Je älter ein Baum ist, desto mehr Mikrostrukturen weist er auf (z. B. Hohlräume, Spechthöhlen, Risse, Spalten, abgestorbene Äste, abstehende Rinde) und desto interessanter wird er für die Biodiversität (mehr Arten pro Baum). Z.B. sind in der Schweiz drei Viertel der Flechtenarten auf alte Bäume angewiesen.
Je grösser die Menge an Totholz ist, desto mehr seltene und bedrohte Tiere und Pilze kommen vor.
Ein Waldreservat bezweckt daher:
- dass Bäume und Bestände ihren gesamten Lebenszyklus durchlaufen können;
- den Erhalt und das Fördern von Tier- und Pflanzenarten, die von alten Bäumen und Totholz abhängig sind;
- den Schutz von besonderen Waldtypen und Waldbestände von hohem ökologischem Wert.
Es gibt zwei Arten von Waldreservate:
Totalwaldreservate sind Waldflächen, auf denen während 50 Jahren keine forstwirtschaftlichen Eingriffe vorgenommen werden.
Sonderwaldreservate sind Waldflächen, auf denen während 50 Jahren gezielte Eingriffe zur Steigerung der Biodiversität möglich und erwünscht sind.
Im Kanton Freiburg wurden bisher in Absprache mit den Eigentümern 31 Waldreservate mit einer Gesamtfläche von 2013 ha eingerichtet.
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