Etwas mehr als 47'000 Schülerinnen und Schüler an den Freiburger Schulen

20. August 2021 -15h37

In wenigen Tagen werden etwas mehr als 47'000 Schülerinnen und Schüler die Freiburger Schulen von der obligatorischen Schule bis zur Sekundarstufe 2 besuchen. Es wurden 30 Klassen eröffnet, um den Mehrbedarf zu Beginn dieses neuen Schuljahres zu decken, das trotz der Pandemiesituation so normal wie möglich starten soll. Für die Schülerinnen und Schüler und das Personal der 23 Orientierungsschulen werden bis zu den Herbstferien präventive, repetitive Tests durchgeführt. Während die Umsetzung des Lehrplans 21 (LP 21) im deutschsprachigen Kantonsteil weitergeführt wird, wurde der Westschweizer Lehrplan PER überarbeitet, um neue Lehr- und Lernformen im Zusammenhang mit der Digitalisierung für die obligatorische Schule integrieren. Das Förderprogramm «Sport Kunst-Ausbildung» (SKA) wurde angepasst: Mit E-Learning-Plattformen kann der Unterricht phasenweise auf Distanz verfolgt werden. Dank der «Lehrstellen»-Treffpunkte konnten sich Jugendliche trotz der Pandemie mit den Betrieben austauschen.

Zu Beginn des Schuljahres 2021/22 werden 47'156 Schülerinnen und Schüler in Freiburg zur Schule gehen, 178 mehr als im Vorjahr. Für die obligatorische Schule wurden 30,35 Klassen eröffnet – davon 2 für die 1H/2H (Kindergarten), 7,6 für die 3H‒8H (Primarschule) und 20,75 für die 9H‒11H (OS). Die durchschnittliche Klassengrösse bleibt beinahe unverändert: Sie beträgt im Kindergarten 18,5 (18,6) und in der Primarschule 19 (18,9). In der Orientierungsschule variiert die durchschnittliche Anzahl Schülerinnen und Schüler pro Klasse je nach Klassentypus, damit angepasste Lernbedingungen angeboten werden können. Eine Realklasse zählt im Schnitt 13,9 (15,1) Schülerinnen und Schüler, eine Sekundarklasse 21,2 (21,7) und eine Progymnasialklasse 22,9 (23,1).
Für die Schulen der Sekundarstufe 2 (Kollegien, Vollzeit-Handelsmittelschule und Fachmittelschule) wurden 1,5 Klassen geschlossen.

Der Unterricht an den obligatorischen Schulen beginnt am Donnerstag, 26. August, mit Ausnahme der Gemeinden Kerzers, Fräschels und Ried im Seebezirk, wo sich der Schulkalender nach dem Kanton Bern richtet und somit das neue Schuljahr bereits am Montag, 23. August beginnt. Für die Schülerinnen und Schüler an den Schulen der Sekundarstufe 2 (Kollegien, Handelsmittelschulen und Fachmittelschulen) wird der Unterricht ebenfalls am Donnerstag, 26. August beginnen, ebenso am GYB, wo der Unterrichtsbeginn dieses Jahr mit jenem im Kanton Freiburg abgestimmt wird.

Eine Verordnung über Massnahmen, die ab Schuljahresbeginn an den Schulen ergriffen werden können

Der Staatsrat verabschiedete am 17. August eine Verordnung über Massnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus an den Schulen. Diese Verordnung schafft die Rechtsgrundlagen für die Direktion für Erziehung, Kultur und Sport (EKSD), die Volkswirtschaftsdirektion (VWD) und die Direktion der Institutionen und der Land- und Forstwirtschaft (ILFD), damit eine Reihe geeigneter Massnahmen ergriffen und je nach Entwicklung der sanitarischen Situation angepasst werden können. Die Verordnung betrifft die obligatorischen Schulen sowie die allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen der Sekundarstufe 2. Über die an den Schulen getroffenen Massnahmen wurde in einer separaten Mitteilung informiert.

Obligatorische Schule

Der Lehrplan 21 (LP 21) ist seit Beginn des Schuljahres 2019/21 an den Schulen Deutschfreiburgs in Kraft. Der Implementierungsprozess wird noch bis Ende Schuljahr 2022/23 dauern. Eine neue digitale Broschüre, die online verfügbar ist, informiert die Eltern ausführlich über die Beurteilung der Schülerinnen und Schüler an den deutschsprachigen obligatorischen Schulen. In Zusammenarbeit mit der Stadt Freiburg eröffnet die EKSD zwei zweisprachige Klassen an der französisch- und deutschsprachigen Primarschule Vignettaz. Dies soll die Motivation der Schülerinnen und Schüler fördern, dank Immersion die Sprache ihrer Schulkameradinnen und Schulkameraden zu lernen. Es handelt sich vorerst um ein dreijähriges Pilotprojekt.

Der Westschweizer Lehrplan (PER) wurde auf Ebene der Erziehungsdirektorenkonferenz der Westschweiz und des Tessins CIIP (Conférence intercantonale de l'instruction publique de la Suisse romande et du Tessin) überarbeitet, um neue Lehr- und Lernformen im Zusammenhang mit der Digitalisierung für die obligatorische Schule zu integrieren. Dieses Konzept für die digitale Bildung beruht auf drei Säulen: Angemessene Nutzung digitaler Werkzeuge und Instrumente, Einführung in die Informatik und in die Bildung im Bereich der neuen Medien. Im Konzept wird ferner festgelegt, was mit den Schülerinnen und Schülern je nach Alter und in Bezug auf alle Themenbereiche unterrichtet werden soll. Es umfasst die Lerninhalte, die es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, die digitale Umgebung zu verstehen und sich in ihr zurechtzufinden.

Nachobligatorischer Bildungsbereich, die Schulen der S2

Mit neuen Richtlinien wird das Aufnahmeverfahren an die Mittelschulen für fremdsprachige Jugendliche (Auslandschweizer/innen, Ausländer/innen), deren Deutsch- und Französischkenntnisse sehr gering sind, geregelt. Die Jugendlichen besuchen zunächst ein Jahr lang den Integrationskurs an der GIBS. Können sie nach diesem Schuljahr Mathematikkenntnisse auf dem Niveau der 11H der obligatorischen Schule, grosse Fortschritte beim Erlernen der Erstsprache und eine angemessene Arbeitshaltung nachweisen, so werden sie zur regulären Aufnahmeprüfung im Juli zugelassen. Das Förderprogramm «Sport Kunst-Ausbildung» (SKA) wurde angepasst. Die pädagogische Unterstützung wird individualisiert, indem mit den heute verfügbaren E-Learning-Plattformen der Unterricht phasenweise auf Distanz verfolgt werden kann. Auch wird ein zeitlich befristeter Dispens von gewissen Fächern und schulischen Aktivitäten ermöglicht.

Berufsberatung

Junge Freiburgerinnen und Freiburger zwischen 15 bis 25 Jahren, die auf den Herbst 2021 noch keine Lehrstelle gefunden haben, konnten das Angebot «Last Minute» nutzen, das aufgrund der Pandemie einen Monat früher als üblich gestartet ist, also bereits Mitte Mai. Es wurden «Lehrstellen»-Treffpunkte organisiert, an denen sich Jugendliche auf der Suche nach einer Lehrstelle mit den Betrieben austauschen konnten, um sich über Schnupperlehren zu informieren oder direkt ein kurzes Bewerbungsgespräch zu führen. Das Pilotprojekt «Case Management Berufsbildung» ermöglicht es, Schwierigkeiten bei der beruflichen Eingliederung zu antizipieren und den betroffenen Schülerinnen und Schülern der 10H und 11H in den Orientierungsschulen eine spezielle Betreuung in Form von Workshops und der Berufserkundungen (Schnupperlehren, Betriebsbesichtigungen, Berufserfahrung) anzubieten. Die Workshops und Schnupperlehren finden während der Schulzeit statt.