Geschichten aus der Natur - Ein Floh mit Frostschutz

8. Februar 2021 -10h24

Ob Pelztiere, Vögel, Pflanzen oder andere Lebewesen: Lassen Sie sie Ihren Bildschirm erobern! Mit seinen «Geschichten aus der Natur» lässt das Naturhistorische Museum ein aktuelles Naturthema in neuem Licht erscheinen. Wer weiss, vielleicht machen Sie die Beobachtungen dann auch vor Ihrer Haustür?

Weiblicher Winterhaft (Boreus hyemalis)
Weiblicher Winterhaft (Boreus hyemalis) © Etat de Fribourg - Staat Freiburg - Sophie Giriens

Ein Floh mit Frostschutz

Weiblicher Winterhaft (Boreus hyemalis)
Weiblicher Winterhaft (Boreus hyemalis) © Alle Rechte vorbehalten - Sophie Giriens
Weiblicher Winterhaft (Boreus hyemalis)

Alle Insekten sind im Winter am Schlafen, tot oder irgendwo im Süden. Alle? Nein! Ein unbeugsamer Freiburger mit sechs Beinen hört nicht auf, der Kälte Widerstand zu leisten: Der Winterhaft, manchmal auch als Schneefloh bezeichnet. Dieses kleine Insekt, das gerade einmal knapp vier Millimeter lang wird, überlebt auch bei Minustemperaturen, weil Zucker in seiner Körperflüssigkeit als Frostschutz wirkt. Es handelt sich im Übrigen um eine sogenannte Reliktart, die bereits während der letzten Eiszeit lebte und die bis heute in einer kühlen Umgebung überlebt und sich von Moos ernährt.

Um sich fortzubewegen, hüpft der Winterhaft über den Schnee. Daher kommt auch sein Übername «Schneefloh». Seine bis zu zehn Zentimeter hohen Sprünge sind für seine Körpergrösse zwar beeindruckend, trotzdem ist er ist in Wirklichkeit kein Floh: Der Winterhaft gehört zur Ordnung der Schnabelfliegen (Mecoptera), die man an ihrem länglichen, schnabelförmigen Kopf erkennt.

Sophie Giriens (Übersetzung Carole Schneuwly)