Hinter den Kulissen tut sich was!

5. Februar 2021 -16h13

Auch wenn das Museum für das Publikum geschlossen ist, ist das Team keineswegs untätig! Im Rahmen des Unterhalts der Sammlungen haben die Tiere aus der Asien-Vitrine eine aussergewöhnliche Behandlung bekommen…

Zusammenstellen der Tiere im Saal der Wirbellosen
Zusammenstellen der Tiere im Saal der Wirbellosen © Etat de Fribourg - Staat Freiburg - Sophie Giriens
NHMF_Umstellen der Tiere
Umstellen der Tiere © Alle Rechte vorbehalten - Sophie Giriens
NHMF_Umstellen der Tiere

Tierpräparate sind zu einem Grossteil organische Objekte. Das Risiko ist darum gross, dass sie früher oder später von Schadinsekten befallen werden, die ihre Haut oder ihren Pelz angreifen. Da man heute auf präventive Massnahmen mit chemischen Produkten verzichtet, müssen Konservatorinnen und Konservatoren umso besser auf Anzeichen eines Schädlingsbefalls achten.

Im vergangenen Herbst hat das Museumsteam Sägemehl-Häufchen unter einem Fuss des Asiatischen Elefanten bemerkt. Es hat darum die Schliessung im November genutzt, um den Elefanten einer grossen Desinfektionskur zu unterziehen, ebenso wie die anderen Präparate aus der Asien-Vitrine, dies aus präventiven Gründen.

Kleine Objekte lassen sich mit relativ einfachen Mitteln desinfizieren, zum Beispiel durch Einfrieren über einen Zeitraum von ein paar Wochen. Grosse und wenig mobile Tiere erfordern hingegen komplexere Methoden. Seit einigen Jahren kommt dabei die Desinsektifizierung durch Anoxie zur Anwendung, bei der die Insekten in Museumsobjekten durch den Entzug von Sauerstoff abgetötet werden.

NHMF_Verschliessen der Blase
Verschliessen der Blase © Alle Rechte vorbehalten - Sophie Giriens
NHMF_Verschliessen der Blase
Blase, in der der Sauerstoff nach und nach durch Stickstoff ersetzt wird, sodass anoxische Bedingungen entstehen
Blase, in der der Sauerstoff nach und nach durch Stickstoff ersetzt wird, sodass anoxische Bedingungen entstehen © Alle Rechte vorbehalten - Sophie Giriens
Blase, in der der Sauerstoff nach und nach durch Stickstoff ersetzt wird, sodass anoxische Bedingungen entstehen

Dazu wurden die Tiere aus der Asien-Vitrine in den Saal der Wirbellosen gebracht, der zu diesem Zweck geleert worden war. Eng zusammengestellt, wurden sie in eine grosse Blase geschlossen, bestehend aus einer mehrschichtigen Folie aus Plastik und Aluminium. Die undurchlässige Blase ermöglicht es, den Sauerstoff nach und nach komplett zu entziehen und ihn durch Stickstoff zu ersetzen, ein Element, das drei Viertel unserer Erdatmosphäre ausmacht. Am Ende des Vorgangs beträgt der Sauerstoffanteil weniger als 0,3 Prozent; Organismen können dann nicht mehr überleben. Doch Insekten sind bekanntlich Meister der extremen Situationen und können auch anoxische, also sauerstofffreie Bedingungen eine Zeit lang überstehen, zum Beispiel in einem Kokon. Darum blieben die Präparate fast zwei Monate lang in ihrer Blase.

Anfang Januar wurden die Objekte, die sowohl von wissenschaftlichem als auch von historischem Wert sind, wieder befreit. Nach und nach kehren sie an ihren Platz in der Asien-Vitrine zurück.

Entdecken Sie die Etappen dieser Desinfektion in Bildern: