1. Allgemeines

1.1 Gesetzliche Grundlagen

  • Verfassung des Kantons Freiburg vom 16. Mai 2004 (KV/FR; SGF 10.1)
  • Gesetz vom 20. November 1975 über die Oberamtmänner (SGF 122.3.1)
     

1.2 Geschichtliches und Organisation

Die Einsetzung der Oberämter, welchen jeweils ein Vertreter der Regierung vorsteht, geht auf den Mediationsakt von 1803 zurück. Die Kantonsverfassung vom 4. März 1848 hält die Existenz der gegenwärtig sieben Verwaltungsbezirke fest. Bis ins Jahr 1976 wurden die Oberamtmänner vom Staatsrat ernannt. Seit Inkrafttreten des Gesetzes über die Oberamtmänner am 1. Januar 1977, werden sie für fünf Jahre von der Wahlversammlung des jeweiligen Bezirks gewählt.

Hierarchisch untersteht der Oberamtmann direkt dem Staatsrat und dessen Direktionen, welche er im Bezirk vertritt. Er ist der Direktion unterstellt, welcher die Oberamtmänner angegliedert sind (zurzeit die Direktion für Institutionen und Land- und Forstwirtschaft).

Der Oberamtmann übt die vielfältigen Aufgaben aus, welche ihm durch die Gesetze und Reglemente zugeteilt werden.

 
2. Entwicklung des Bezirks

2.1 Die wesentlichen Gesetzesgrundlagen

  • Gesetz vom 20. November 1975 über die Oberamtmänner (SGF 122.3.1)
  • Gesetz vom 25. September 1980 über die Gemeinden (GG; SGF 140.1)
  • Gesetz vom 19. September 1995 über die Agglomeration (AggG ; SGF 140.2)
  • Gesetz vom 9. Dezember 2010 über die Förderung der Gemeinde (SGF 141.1.1)
  • Gesetz vom 24. Mai 1991 über die kulturellen Angelegenheiten (GKAG; SGF 480.1)
  • Raumplanungs- und Baugesetz vom 2. Dezember 2008 (RPGB; SGF 710.1)
  • Verkehrsgesetz vom 20. September 1994 (VG; SGF 780.1)
  • Gesundheitsgesetz vom 16. November 1999 (GesG; SGF 821.0.1)
  • Gesetz vom 8. September 2005 über die Hilfe und Pflege zu Hause (HPflG; SGF 823.1)
  • Gesetz vom 23. März 2000 über Pflegeheime für Betagte (PflHG; SGF 834.2.1)
  • Gesetz vom 3. Oktober 1996 über die Wirtschaftsförderung (WFG; SGF 900.1)
     

2.2. Regionale und interregionale Zusammenarbeit

Mit der Unterstützung der regionalen und interregionalen zusammenarbeitenden Vereinigungen  ist der Oberamtmann der Hauptmotor einer harmonischen Entwicklung des Bezirks. Er regt die Gemeinden an, sich an regionalen Konferenzen zu beteiligen, in so verschiedenartigen Gebieten wie die Kultur, die Raumplanung, die Gesundheit, die Wirtschaftsförderung usw., interkommunale Vereinbarungen einzugehen oder einen Gemeindeverband zu gründen. Er ermutigt zu Gemeindefusionen und die Schaffung von Agglomerationen. Er ist Vorsitzender zahlreicher Gemeindeverbände.


3. Der Oberamtmann, strafrechtliche Behörde

3.1 Die wesentlichen Gesetzesgrundlagen

  • Justizgesetz vom 31. Mai 2010 (JG; SGF 130.1)
  • Schweizerische Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 (StPO; SGF 312.0)
  • Gesetz vom 12. November 1981 zur Ausführung der Bundesgesetzgebung über den Strassenverkehr (AGSVG; SGF 781.1)

3.2 Versöhungen und strafrechtliche Entscheide

Handelt es sich um Vergehen die auf einer Klage beruhen, ist der Oberamtmann die vermittelnde Behörde. Der Oberamtmann ist zuständig für das Beurteilen bestimmter Vergehen. Er entscheidet aufgrund der Unterlagen, spricht ein Urteil aus, oder stellt das Verfahren ein.


4. Der Oberamtmann, besondere Behörde für die Verwaltungs-rechtspflege

4.1 Die wesentlichen Gesetzesgrundlagen

  • Gesetz vom 23. Mai 1991 über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; SGF 150.1)
  • Gesetz vom 25. September 1980 über die Gemeinden (GG;  SGF 140.1)

4.2 Entscheide über Beschwerden

Ausgenommen von Steuerfragen, entscheidet der Oberamtmann über Beschwerden gegen Entscheide von Gemeinden; hingegen ist er für bestimmte Kausalbeiträge zuständig.


5. Der Oberamtmann, eine Verwaltungsbehörde

5.1  Wesentliche Gesetzesgrundlagen

  • Justizgesetz vom 31. Mai 2010 (JG; SGF 130.1)
  • Gesetz vom 6. April 2001 über die Ausübung der politischen Rechte (PRG; SGF 115.1)
  • Raumplanungs- und Baugesetz vom 2. Dezember 2008 (RPBG; SGF 710.1)
  • Gesetz vom 24. September 1991 über die öffentlichen Gaststätten (ÖGG; SGF 952.1)
  • Gesetz vom 6. November 1986 über die Reklamen (RekG; SGF 941.2)
  • Lotteriegesetz vom 14. Dezember 2000 (SGF 958.1)
  • Gesetz vom 14. November 1996 über die Jagd sowie den Schutz wild lebender Säugetiere und Vögel in ihrer Lebensräume (JaG; SGF 922.1)
  • Gesetz vom 15. Mai 1979 über du Fischerei (SGF 932.1)
  • Das Konkordat vom 19. Mai 2003 über die Fischerei im Neuenburgersee (SGF 923.5)
  • Ausführungsreglement vom 24. April 2009 zum Konkordat über die Fischerei im Neuenburgersee (SGF 923.51)
  • das Konkordat vom 19. Mai 2003 über die Fischerei im Murtensee (SGF 923.6)
  • Ausführungsreglement vom 24. April 2009 zum Konkordat über die Fischerei im Murtensee (SGF 923.61)
  • Gesetz vom 2. November 2006 über die Hundehaltung (HHG; SGF  725.3
  • Gesetz vom 9. September 2009 über die Information und den Zugang zur Dokumenten (InfoG; SGF 17.5)
  • Gesetz vom 7. Dezember über die Videoüberwachung (SGF 17.3)

5.2  Bewilligungen, Gutachten und Aufsicht

Der Oberamtmann entscheidet über die verschiedensten Bewilligungen (Baubewiligungen, Patente, Lotos, usw.), erteilt Gutachten zu Dossiers (Raumplanung, Patente, usw.), übt die Oberaufsicht aus (Gemeinden, öffentliche Gaststätten, usw.), gewährleistet in seinem Bezirk den regulären Ablauf aller eidgenössischen, kantonalen und Gemeindeabstimmungen, beglaubigt Unterschriften und vereidigt bestimmte Amtsträger.


6. Der Oberamtmann, verantwortliche Behörde für die öffentliche Sicherheit

6.1  Wesentliche Gesetzesgrundlagen

  • Gesetz vom 20. November 1975 über die Oberamtmänner (SGF 122.3.1)
  • Gesetz vom 12. November 1964 betreffend die Feuerpolizei und den Schutz gegen Elementarschäden (FPolG; SGF 731.0.1)
  • Gesundheitsgesetz vom 16. November 1999 (GesG; SGF 821.0.1)
  • Gesetz vom 15. Juni 2012 über den Kindes- und Erwachsenenschutz (KESG; SGF 212.5.1)

6.2  Öffentliche Sicherheit, Ordnung und Ruhe

Der Oberamtmann ist in seinem Bezirk die verantwortliche Behörde für die  öffentliche Sicherheit. Er sorgt für Ruhe, Sicherheit und die Gesundheit der Bürger. Er beaufsichtigt die Feuerpolizei und den Schutz vor Naturereignissen.