Organisation

Das Jugendgericht ist die zuständige Behörde für die Verfolgung und Verurteilung von Jugendlichen (10 bis 18 Jahre), die Straftaten verübt haben und im Kanton wohnhaft sind. Es hat seinen Sitz in Freiburg.

Die Richter des Jugendgerichts sind abwechslungsweise als Jugendrichter (Untersuchungsbehörde), Gerichtspräsident (urteilende Behörde) und Vollzugsbehörde tätig. Das Gericht umfasst drei Präsidenten, die von Gerichtsschreibern unterstützt werden. Des Weiteren sind dem Gericht zwei Sozialarbeiter angegliedert, die namentlich mit Schlichtungsversuchen, sozialen Abklärungen und dem Vollzug der Urteile befasst sind.

Zuständigkeit

Der Jugendrichter schliesst in seiner Funktion als Untersuchungsbehörde die Untersuchung mit einer Einstellungsverfügung oder, wenn das Delikt nicht in die Zuständigkeit des Jugendgerichts fällt, mit einem Strafbefehl ab. Fällt die Beurteilung der Straftat in die Zuständigkeit des Jugendgerichts, so werden die Akten der Jugendstaatsanwaltschaft für die Anklageerhebung übergeben.

In seiner Funktion als urteilende Behörde entscheidet das Jugendgericht erstinstanzlich über alle Straftaten, für die eine Unterbringung, eine Busse von mehr als 1000 Franken oder ein Freiheitsentzug von mehr als drei Monaten in Frage kommen. Es beurteilt auch Anklagen im Anschluss an Einsprachen gegen Strafbefehle. Das Jugendgericht tagt mit einem Präsidenten und zwei Beisitzenden. Im Urteilszeitpunkt sind die persönlichen Verhältnisse des Jugendlichen massgebend. Diese ermöglichen es dem Richter zu entscheiden, ob eine Schutzmassnahme (Aufsicht, persönliche Betreuung, ambulante Behandlung oder Unterbringung) oder eine Strafe (Verweis, persönliche Leistung, Busse oder Freiheitsentzug) angeordnet werden soll.

Mediation

Der Jugendrichter kann jederzeit das Verfahren sistieren und das Büro für Mediation mit der Einleitung eines Mediationsverfahrens beauftragen.