Spektakulärer Umzug: Der Wal des Naturhistorischen Museums Freiburg wurde erfolgreich ins künftige Museumsgebäude transportiert
Zwar wird das neue Naturhistorische Museum Freiburg nicht vor Ende 2028 eröffnet, doch der erste Bewohner ist schon da! Das berühmte Präparat eines Seiwals, 11 Meter lang und 1650 Kilogramm schwer, wurde heute Vormittag vom aktuellen Standort des Museums zu dessen künftigem Zuhause transportiert, dem restaurierten und aufgestockten alten Zeughaus an der Zeughausstrasse. Dazu wurde eine Maueröffnung genutzt, die nach dem Abschluss des Rohbaus offen gelassen worden war. Auch im aktuellen Museum verliess der Wal das Gebäude durch ein Loch in der Mauer. Die rund einen Kilometer lange Strecke legte der Meeresriese mit einer Plastikhülle bedeckt und mit Spanngurten fixiert auf einem Anhänger zurück. Im neuen Museum befindet er sich nun bereits in dem Saal im ersten Stock, in dem er dereinst seinen Platz in der Dauerausstellung finden wird. Er wird dort in einer massgefertigten Holzkiste gelagert, in der er optimal geschützt ist.
Veröffentlicht am 25. August 2026 - 14h52
Es war ein ungewöhnlicher Anblick, der sich Passantinnen und Passanten heute Vormittag zwischen dem Museumsweg und der Zeughausstrasse in Freiburg geboten hat: Der präparierte Seiwal des Naturhistorischen Museums verliess sein angestammtes Zuhause durch ein Loch in der Mauer, wurde mit einem Kran auf einen Anhänger geladen, auf diesem zu dem rund 600 Meter Luftlinie entfernten alten Zeughaus gebracht, dort wiederum mit einem Kran auf eine Plattform gehoben und von dort durch eine Maueröffnung in einen der künftigen Dauerausstellungsräume im ersten Stock geschoben. Er ist damit das allererste Objekt, das den Weg in das neue Museum gefunden hat, das Ende 2028 für das Publikum geöffnet wird. Der Grund für den frühzeitigen Umzug liegt darin, dass der 11 Meter lange und 1650 Kilogramm schwere Riese das Gebäude beziehen musste, bevor die Mauer geschlossen wurde. Der Abschluss des Rohbaus bestimmte somit das Datum für den Transport.
Eine Herausforderung für das ganze Team
Der Transport verlief ohne Zwischenfälle und dauerte rund 2 Stunden. «Ich bin sehr zufrieden und erleichtert», sagt Peter Wandeler, Direktor des Naturhistorischen Museums Freiburg. So einen Umzug plane man schliesslich nicht alle Tage: «Es war eine konservatorische, technische und logistische Herausforderung, die das Museumsteam seit Monaten auf Trab gehalten hat.» So wurde der Wal noch vor dem Umzug umfassend restauriert, damit er dereinst im neuen Museum in seiner ganzen Pracht gezeigt werden kann. Er wurde aber auch zum ersten Mal überhaupt exakt gewogen und vermessen. Den Ablauf des Umzugs plante das technische Team des Museums zusammen mit dem Freiburger Transportunternehmen DAN Transports. In seinem neuen Zuhause wird der Wal nun sorgsam in einer massgefertigten Holzkiste gelagert. Darin wird aktiv das Klima kontrolliert, bis die Gebäudehülle fertiggestellt und die Klimaanlage funktionstüchtig ist. Die Kiste ist auf Rollen montiert, damit sie bei Bedarf für die weiteren Arbeiten vor Ort verschoben werden kann.
Der Wal, ein reiseerprobtes Objekt
Im Gegensatz zum Museumsteam war es für den Wal selbst nicht das erste Mal, dass er ein solches Abenteuer erlebt hat. Schon 1897, als das Museum vom Kollegium St. Michael an seinen heutigen Standort zog, zählte der Transport des Meeresriesen zu den grössten Herausforderungen. Und bevor der Wal 1882 vom Staat Freiburg gekauft und in die Sammlung des Naturhistorischen Museums integriert wurde, war er während fast dreissig Jahren als Jahrmarktsattraktion quer durch Europa gereist – und legte dabei auf einem von Pferden gezogenen Wagen etwa 13 000 Kilometer zurück!
Nun wird er für das Publikum erst nach der Eröffnung des neuen Museums wieder sichtbar sein. Er wird dort im Mittelpunkt eines von vier thematischen Dauerausstellungs-Sälen stehen. Im Gegensatz zur bisherigen Situation wird er dann aus allen Richtungen zu sehen sein, sodass seine kleinen und grossen Fans ihn bewundern können wie nie zuvor.
Wie weiter? Die nächsten Etappen bis zur Eröffnung des neuen Museums
Unmittelbar nach dem Seiwal-Präparat wurde auch der Schädel des Pottwal-Skeletts ins künftige Museum transportiert, um die Maueröffnungen in beiden Gebäuden auch dafür zu nutzen. Auf diese ersten Zügelaktionen folgen nun die nächsten Etappen: Im Herbst 2027 wird das Museum am aktuellen Standort seine Türen für das Publikum schliessen, damit sich das Team voll und ganz auf den Umzug und die Arbeiten im neuen Gebäude konzentrieren kann. Dort wird bis Ende 2027 der Innenausbau vollendet. 2028 findet der Umzug des Museums statt, und die vier Säle der neuen Dauerausstellung werden eingerichtet. Ende 2028 soll das neue Naturhistorische Museum Freiburg für das Publikum eröffnet werden – und dann gibt es auch ein Wiedersehen mit dem Wal!
Wer sich die Wartezeit bis dahin verkürzen will, kann noch bis zum 25. Oktober 2026 die Sonderausstellung «Bis bald Baleine!» im aktuellen Museum besuchen. Diese zeigt 120 Miniaturwale, die im Rahmen eines öffentlichen Kreativwettbewerbs entstanden sind – eine berührende, bunte und verspielte Hommage an das Original.
Herausgegeben von Naturhistorisches Museum Freiburg
Letzte Änderung: 25.08.2026 - 16h43