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Anwaltsprüfungen

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Die Prüfung soll Aufschluss darüber geben, ob die betroffene Person die zur Ausübung des Anwaltsberufs erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt.
Die Prüfung erstreckt sich auf die Hauptgebiete des Rechts und auf die Anwaltsgesetzgebung. Sie umfasst einen schriftlichen und einen mündlichen Teil. Sie kann in deutscher oder in französischer Sprache abgelegt werden.

Ablauf

 

Die schriftlichen Prüfungen werden an Computern geschrieben, die vom Staat zur Verfügung gestellt werden. Die Kandidatinnen und Kandidaten haben am Computer Zugriff auf die elektronischen Versionen der SR und der SGF.

Die Prüfungen finden in den Räumlichkeiten des Amts für Informatik und Telekommunikation des Staates (ITA) statt, wo eine verantwortliche Person dauerhaft anwesend ist, um allfällige Computerprobleme zu lösen.

Die Kandidatinnen und Kandidaten dürfen jene Werke zu den Prüfungen mitnehmen, die auf der weiter unten herunterzuladenden Liste der Prüfungskommission aufgeführt sind.

Die Urheber der Prüfungsstoffe bezeichnen in den Tagen vor den Prüfungen die Werke, die von den Kandidatinnen und Kandidaten am Prüfungstag allenfalls zusätzlich benützt werden dürfen.

Erlaubte Notizen:

  • An den Prüfungssessionen vom September 2018 und vom Januar 2019 dürfen die Notizen ausschliesslich in Verweisen auf andere Gesetzestexte und in der Wiedergabe von Urteilsköpfen oder kurzen Zusammenfassungen der Rechtsprechung von BGer und KG bestehen. Sie dürfen weder Muster für Rechtsschriften oder Rechtsbegehren noch Schemata oder Definitionen des materiellen Rechts enthalten. Von dieser Regel gibt es keine Ausnahme, auch nicht für jene Kandidatinnen und Kandidaten, die bei früheren Prüfungssessionen gescheitert sind.
  • Ab der Prüfungssession vom Mai 2019 dürfen persönliche Gesetze und Werke keine anderen Notizen als Verweise auf andere Gesetzestexte enthalten. Kandidatinnen und Kandidaten, die dies wünschen, können sich auch die Gesetzesausgaben der Staatskanzlei beschaffen und diese auf dieselbe Weise mit Notizen versehen. Es versteht sich von selbst, dass die Personen, welche die Prüfungsthemen auswählen, bei der Formulierung ihrer Fragen berücksichtigen, dass den Kandidatinnen und Kandidaten keine Zusammenfassungen der Rechtsprechung zur Verfügung stehen. Von dieser Regel gibt es keine Ausnahme, auch nicht für jene, die bei früheren Prüfungssessionen gescheitert sind.

Die Gesetzestexte müssen am Tag vor der Prüfung am Prüfungsort hinterlegt werden. Die persönlichen Unterlagen werden vor der Prüfung kontrolliert. Gesetze und Werke mit unerlaubten Notizen werden konfisziert und die Kandidatin / der Kandidat darf diese während der Prüfung nicht benutzen.

Werden während der Prüfung unerlaubte Notizen entdeckt, so wird das entsprechende Dokument konfisziert und die Kandidatin / der Kandidat bei der Prüfungskommission angezeigt. Diese entscheidet über das weitere Vorgehen.

 

Die Rechtsgebiete sind Folgende:

schriftliche Prüfungen:

  • Privatrecht und Zivilprozess (8 Std.)
  • Strafrecht und Strafprozess (6 Std.)
  • Verwaltungsrecht einschliesslich Verwaltungsverfahren (6 Std.)

mündliche Prüfungen:

  • Zivilprozess und Betreibungsrecht (15 Min.)
  • Strafprozess (15 Min.)
  • Verwaltungsverfahren und subsidiäre Verfassungsbeschwerde (15 Min.)
  • Standesregeln und Anwaltsgesetzgebung (15 Min.)
  • Plädoyer (ca. 10 Min.)

Es finden jährlich drei Examenssessionen statt, die im Januar, im Mai und im September beginnen. Die Dauer einer Session beträgt höchstens fünf Monate. Das Amt für Justiz setzt die Prüfungsdaten fest.

Nach einem dritten Misserfolg in den schriftlichen oder mündlichen Prüfungen wird die betroffene Person nicht mehr zu den Prüfungen zugelassen.

 

Einschreibung und Gebühr

 

Einschreibung
Das Zulassungsgesuch zum Examen muss bei der Prüfungskommission für Anwaltskandidatinnen und -kandidaten eingereicht werden. Ihm sind die Praktikumsbescheinigungen von jeder Person, unter deren Leitung die Anwaltskandidatin oder der Anwaltskandidat gearbeitet hat, beizulegen. Praktikumsunterbrüche von über zweimonatiger Dauer sind in den Bescheinigungen zu erwähnen.

Das Zulassungsgesuch ist innert folgender Fristen einzureichen:

  • vom 10. bis 28. Februar für die im Mai beginnende Session;
  • vom 15. bis 30. Juni für die im September beginnende Session;
  • vom 15. Bis 31. Oktober für die im Januar beginnende Session.

Wer ein einziges Examen wiederholen muss, kann ein Zulassungsgesuch für die nächste Session innert zehn Tagen seit der Bewertungssitzung stellen, an der sein Misserfolg festgestellt wurde.

Gebühr
Die zum Examen zugelassene Person hat dem Amt für Justiz innert der ihr gesetzten Frist eine Gebühr zu entrichten, die zur Deckung der Examenskosten verwendet wird. Diese Gebühr beträgt 400 Franken für die schriftlichen Prüfungen an sich, und zusätzliche 200 Franken pro Prüfung sowie 600 Franken für die mündliche Prüfung.

Zieht sich die Person von den Prüfungen zurück, so wird die Gebühr bis auf Ausnahmen zurückerstattet oder mit der Zustimmung der Kandidatin oder des Kandidaten im Hinblick auf die nächste Examenssession zurückbehalten.

 

Prüfungen Daten

 

Die nächsten schriftlichen Anwaltsprüfungen finden wie folgt statt:

Session Januar  
Privatrecht, Zivilprozess und SchKG Woche 3
Strafrecht und Strafprozess Woche 4
Verwaltungsrecht und Verwaltungsverfahren Woche 5

 

Session Mai  
Privatrecht, Zivilprozess und SchKG Woche 19
Strafrecht und Strafprozess Woche 20
Verwaltungsrecht und Verwaltungsverfahren Woche 21

 

Session September  
Privatrecht, Zivilprozess und SchKG Woche 36
Strafrecht und Strafprozess Woche 37
Verwaltungsrecht und Verwaltungsverfahren Woche 38

 

Die genauen Daten der Schriftlichen Prüfungen werden im Zulassungsentscheid mitgeteilt.

Die Daten der mündlichen prüfungen sowie die diejenigen der Bewertungssitzungen werden den Kandidatinnen und Kandidaten nach Abschluss der schriftlichen Prüfungen für jede Prüfungssession bekannt gegeben.

 

Prüfungskommission für die Anwaltskandidaten

 

Die Prüfungskommission für Anwaltskandidatinnen und Anwaltskandidaten setzt sich aus fünfzehn Mitgliedern und sechs Ersatzmitgliedern zusammen. Die Mehrheit der Mitglieder muss im Besitz des Anwaltspatentes sein.

Ihr gehören folgende Personen an:

Ordentliche Mitglieder

  • David Aïoutz, Anwalt
  • Dina Beti, Kantonsrichterin
  • Jean-Jacques Collaud, Anwalt
  • Philippe Corpataux, Anwalt
  • Christian Delaloye, Anwalt
  • Christiana Dieu-Bach, Staatsanwältin
  • Jacques Dubey, Professor an der Universität Freiburg
  • David Ecoffey, Anwalt
  • Tarkan Göksu, Anwalt
  • Markus Jungo, Anwalt
  • Bernard Loup, Anwalt
  • Jean-Luc Mooser, Staatsanwalt
  • Bertrand Morel, Anwalt
  • Andreas Stöckli, Professor an des Universität Freiburg
  • Marc Sugnaux, Kantonsrichter

Ersatzmitglieder

  • Grégoire Bovet, Präsident des Bezirksgerichts der Glane
  • Dominique Gross, Kantonsrichterin
  • Sandrine Schaller Walker, Präsidentin des Bezirksgerichts des See
  • Nicole Schmutz Larequi, Anwältin
  • Nathalie Weber-Braune, Anwältin
  • Denise Wettstein, Anwältin

Die Kommission tagt mit fünf Mitgliedern, darunter mindestens zwei im Register eingetragenen Anwältinnen und Anwälten.

 

Verwandte Dokumente

Points remarquables
Prüfungskommission für Anwaltskandidaten

c/o Amt für justiz
Reichengasse 27
Postfach 1623 1701 Freiburg

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