Strategie Palliative Care

Die Strategie Palliative Care wurde vom Staatsrat des Kantons Freiburg am 12. April 2016 verabschiedet und ist auf die folgende Vision ausgerichtet:

Im Kanton Freiburg hat jede Person mit einer lebensbedrohlichen, unheilbaren oder chronisch fortschreitenden Krankheit Anspruch auf Palliativpflege, die ihren Bedürfnissen entspricht. Für die Gesellschaft sind eine schwere Erkrankung und der Tod Lebensabschnitte, in denen die Würde der Betroffenen gewahrt werden muss.

Auch der Wunsch der Betroffenen, so lange wie möglich im gewohnten Umfeld bleiben zu können, wurde bei der Ausarbeitung der Strategie berücksichtigt, die in Begleitung eines Massnahmenplans erscheint und das Leistungsangebot, auf das die Kantonsbewohnerinnen und -bewohner derzeit zugreifen können, vervollständigen soll. Es gibt nämlich bereits eine Vielzahl an Leistungen, die von hoher Qualität sind; also galt es, diese in eine umfassende Strategie zu integrieren, das eine bessere Zusammenarbeit und Koordination zwischen den verschiedenen Partnerinnen und Partnern (Institutionen, Vereine, Private, Freiwillige) ermöglicht.

Die Massnahmen basieren auf drei Gruppen von operationellen Zielen: Bildung und Koordination, Leistungsangebot, Sensibilisierung und Information. Bei der Bildung geht es z.B. darum, dass die verschiedenen pflegerischen, sozialen oder noch ehrenamtlichen Partnerinnen und Partner aus dem Netzwerk einen ihren Bedürfnissen entsprechenden Kenntnisstand erreichen.

Rund um die palliative Versorgung gibt es viele verschiedene Akteurinnen und Akteure, die alle eine bestimmte Aufgabe haben und zahlreiche unterschiedliche, nicht wegzudenkende Leistungen anbieten: Spitäler, Voltigo, Pflegeheime, Spitex, Ärztinnen und Ärzte, betroffene Angehörige, Vereine, Freiwillige u. v. a. m. Angesichts der Vielzahl an Intervenierenden scheint eine bessere Sichtbarkeit des Angebots unerlässlich. Diese soll mit einer Netzwerk-Karte gewährleistet werden, auf der Hilfesuchende die Informationen finden, die sie brauchen.

In Sachen Betreuung kann der Kanton Freiburg seit 2010 auf die Leistungen des mobilen Palliative Care Teams Voltigo zurückgreifen. Dieses Team interveniert mit auf Palliative Care spezialisierten Fachkräften bei Fachpersonen, in Ausnahmefällen auch bei Kranken. Mit der Strategie Palliative Care wird diese Betreuung zusätzlich gestärkt. Ausserdem sieht sie eine Aufstockung des Spitex-Personalbestands vor. Die Massnahmen ergänzen das Dispositiv zur Betreuung von geschwächten Personen, insbesondere das Konzept Senior+ und die neue Politik für Personen mit Behinderungen.

Schliesslich sprechen die vorgesehenen Massnahmen besonders auch die betreuenden Angehörigen an, zielen sie doch darauf ab, dass die erkrankten Personen so lange wie möglich zu Hause bleiben können. Der Beitrag der betreuenden Angehörigen ist unerlässlich, weshalb sie namentlich auf einen professionellen Begleitdienst zurückgreifen können sollen, der sie entlastet.

Die Strategie Palliative Care will Personen am Lebensende oder Personen mit chronisch fortschreitenden Krankheiten eine würdevolle und qualitativ hochstehende Betreuung bieten, unabhängig davon, für welche Art von Betreuung sie sich entscheiden, oder wo im Kanton sie wohnen. Die verschiedenen Massnahmen wollen den Bedürfnissen, welche die einzelnen Partnerinnen und Partner zum Ausdruck gebracht haben, möglichst realitätsnah nachkommen.