Im Jahr 2025 sind die Renovierung und Erweiterung der KUB in ihre letzte Phase getreten. Die Arbeiten umfassten insbesondere den Innenausbau, den Aufbau des Informatik-Netzwerks der Universität, die Erneuerung des Glasdachs über dem historischen Grossen Lesesaal, die Restaurierung der Fassaden aus dem Jahr 1910 sowie die Einrichtung von rund 800 Arbeitsplätzen für verschiedene Zielgruppen.
Parallel dazu arbeiteten die Teams der KUB intensiv an den Vorbereitungen für den Umzug in die neuen Räumlichkeiten. Der neue Bereich „Universitätsbestände” widmete sich insbesondere der Organisation des freien Zugangs für die Bereiche Sprachen, Literatur und Musikwissenschaft, der 60.000 Werke umfassen wird.
Schaffung des Bereichs Vermittlung und Kommunikation
Im Jahr 2025 wurde innerhalb der BCU der neue Bereich Vermittlung und Kommunikation ins Leben gerufen. Mit 2,7 Vollzeitstellen ausgestattet, leitete er insbesondere die Einführung der neuen visuellen Identität, arbeitete an der Neugestaltung der Website, entwickelte das Kulturprogramm und erarbeitete die Ausstellung, die am 1. September, dem Tag der Eröffnung der Bibliothek für die Öffentlichkeit, beginnen wird.
Neue Kollegen an der Universität
Seit dem 18. August 2025 gehören die Deutschsprachige Mediathek für Didaktik und Pädagogik (DMDP) und die Médiathèque francophone de didactique et pédagogie (MFDP) der ehemaligen HEP, die sich der Universität angeschlossen hat, offiziell zum institutionellen Bereich Alma (IZ) der KUB Freiburg. Die sechzehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Mediatheken auf dem Campus RMO (Rue de Morat) haben sich in den letzten Monaten schrittweise in ihre neue Arbeitsumgebung integriert.
Wichtige Ereignisse
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Die Beziehungen zwischen der Universität Freiburg und der KUB beruhen auf gesetzlichen Grundlagen, die durch eine konkrete Formulierung der bestehenden Praktiken ergänzt werden müssen – insbesondere hinsichtlich Governance und gegenseitigen Verpflichtungen.
Die 2025 unterzeichnete Allgemeine Kooperationsvereinbarung KUB-UNI entspricht diesem Bedarf.
Mit ihrem Amtsantritt als Direktorin der KUB hat Angélique Boschung ein Verfahren zur Definition einer Vision für die neue KUB initiiert. Ein zentraler Aspekt dieses Prozesses war die Beziehung zwischen der KUB und der Universität Freiburg im Bereich der Bibliotheken und der informations- und dokumentationsbezogenen Dienstleistungen. Es wurde beschlossen, in einer Vereinbarung «einerseits die gegenseitigen Leistungen und Verpflichtungen zwischen der Universität Freiburg […] und der Kantons- und Universitätsbibliothek […] und andererseits verschiedene Betriebsabläufe, die die Entscheidungsfindung erleichtern, sehr konkret zu definieren».
Die Vereinbarung klärt in 26 Artikeln das reibungslose Funktionieren des Bibliothekssystems in den Bereichen Governance, Finanzen, Personal, Dienstleistungen, Infrastruktur und Kommunikation.
Die Vereinbarung ist auf die Bedürfnisse von heute und morgen ausgerichtet. Dennoch bedarf sie angesichts der raschen Entwicklungen in unseren Tätigkeitsfeldern regelmässiger Aktualisierungen.
Regula Feitknecht, stellvertretende Direktorin
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Zusammenarbeiten, Synergien nutzen, Ressourcen teilen: diese Schlagwörter sind in aller Munde. Am von BiblioFR organisierten Bibliotheksabend vom 7. Oktober 2025 zeigen fünf Beispiele, was es für eine fruchtbare Zusammenarbeit braucht und wie gewinnbringend sie ist.
Die Regionalbibliothek Avry hat ihre Zusammenarbeit mit dem Verein Noetic (Animationen rund um Videospiele für Kinder und Jugendliche) vorgestellt. Die interkulturelle Bibliothek LivrEchange hat erläutert, wie sie Freiburger Bibliotheken bei der Vermittlung anderssprachiger Bücher begleiten. Die Bibliothek des Glâne-Bezirks hat über ihre Zusammenarbeit mit dem Freiburger Verlag Entreligne berichtet. Die Freiburger Gruppe der Mediotheken auf Sekundarstufe 2 hat dargelegt, wie ihre Zusammenarbeit organisiert ist. Schliesslich wurde am Beispiel der Open Library in drei Sensler Bibliotheken gezeigt, wie man dank einer Arbeitsgruppe von der Idee zum Ziel kommt.
Durch Zusammenarbeit können externes Wissen und Erfahrung wie auch neue Zielgruppen in die Bibliothek geholt werden, können Ressourcen vereint, Fortschritte erzielt und die Sichtbarkeit der Bibliotheken erhöht werden.
Thérèse Salzmann
Vergrössern La soirée des bibliothèques a été organisée par BiblioFR le 7 octobre 2025. © Etat de Fribourg - Staat Freiburg
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Die Fertigstellung der Bauarbeiten an der KUB ist für das Frühjahr 2026 vorgesehen und die Eröffnung für die Öffentlichkeit ist auf den 1. September datiert. Die Ausbauarbeiten wurden im Verlauf des Winters abgeschlossen. Das Glasdach über dem historischen Lesesaal wurde ersetzt und die Fassaden aus dem Jahr 1910 renoviert. Die Vorbereitungsarbeiten wurden fortgesetzt, insbesondere diejenigen zur Implementierung des Informatiknetzes der Universität und der Zugangskontrolle. Die Sanierungsarbeiten an der Sankt-Michael-Gasse haben begonnen und werden im ersten Halbjahr 2026 abgeschlossen sein.
Jean-Marc Dücrey, Projektleiter
Vergrössern Installations électriques sur le chantier de la BCU © Etat de Fribourg - Staat Freiburg - Yves Eigenmann / BCU Fribourg
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Seit dem 18. August 2025 sind die Deutschsprachige Mediathek für Didaktik und Pädagogik (DMDP) und die Médiathèque francophone de didactique et pédagogie (MFDP) offiziell Teil der Alma-Institutionszone (IZ) der KUB Freiburg.
Die Integration der HEP|PH FR in die Universität Freiburg bewirkte Veränderungen auf allen Ebenen. Ein wichtiger Bestandteil des Projekts war die Übertragung der beiden Mediatheken aus der IZ der Pädagogischen Hochschulen (IZ19) in jene der KUB (IZ8). Dies umfasste nicht nur die Migration ihrer Alma-Daten (insbesondere Bestands-, Ausleih- und Erwerbungsdaten), sondern auch die Harmonisierung ihrer Geschäftsprozesse mit denen der KUB. Dieses Projekt wurde durch die Arbeitsgruppe Migration & Prozesse - unter der Leitung von Anne Carrel (Leiterin MFDP) - koordiniert.
In den vergangenen Monaten haben sich die sechzehn neuen Kolleginnen und Kollegen der Mediatheken des Campus RMO (Murtengasse) nach und nach mit den Abläufen der KUB vertraut gemacht. Mit ihrer Erfahrung und ihren vielfältigen Sammlungen bereichern sie nicht nur unser Angebot, sondern bringen auch neue Sichtweisen ein. Diese zeigen sich bereits in der Weiterentwicklung verschiedener Alma- und Primo-Funktionen – etwa mit der Einführung thematischer Sammlungen auf Discovery Fribourg/Freiburg.
Frederic Spycher, Abteilung Metadatenmanagement
Vergrössern La DMDP et la MFDP font désormais partie de la zone institutionnelle Alma (IZ) de la BCU Fribourg. © Etat de Fribourg - Staat Freiburg
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Von 350 m² auf 136 m²: Die Abteilung Logistik der KUB hat die Herausforderung eines Express-Umzugs in Marsens gemeistert – mit Sortierung, Inventarisierung und Transfer der Objekte in Rekordzeit, dank einer straffen Organisation und des Einsatzes seiner beiden Logistiker.
Seit 1995 verfügte die KUB über ein unter dem Krankenhaus Marsens gelegenes Lager von 350 m², um eine grosse Vielfalt an Gegenständen zwischenzulagern: Bücherrad, Ausstellungsmaterial, Zettelkataloge, Publikationen und verschiedene Maschinen. Im Jahr 2023 wurde eine Sortierung der AHP-Bestände eingeleitet, doch verlangsamte sich der Prozess. Im Oktober 2024 ordnete das Freiburger Netzwerk für psychische Gesundheit einen Umzug in einen auf 136 m² reduzierten Raum an, was eine rasche und methodische Neuorganisation erforderlich machte.
Nach der Rückführung der Bestände nach Romont und dem Abbau der Regale führte die Abteilung Kulturerbe eine gründliche Sortierung durch, um zu entscheiden, welche Objekte aufbewahrt oder aussortiert werden sollten. Jedes Stück wurde inventarisiert, verpackt und palettiert, um die Lagerfläche optimal zu nutzen. Die in Marsens gelagerten Publikationen wurden nach Romont überführt, während dreissig Paletten sowie sperrige Objekte in den neuen Raum transferiert wurden. Dieser komplexe Umzug wurde dank einer vorbildlichen Koordination und dem unermüdlichen Einsatz der Teams in kürzester Zeit erfolgreich abgeschlossen.
Caroline Lavanchy, Abteilung Logistik
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Dank der Zusammenarbeit zwischen der KUB und dem RISM Digital Center in Bern ist das Inventar der musikalischen Sammlung des Departements für Musikwissenschaft der Universität Freiburg nun online verfügbar. Dieser einzigartige Bestand, der sich über fast vier Jahrhunderte – vom 17. bis zum 20. Jahrhundert – erstreckt, dokumentiert sowohl die Entwicklung der Disziplin in Freiburg als auch die zentrale Bedeutung der Musik in der universitären Forschung und im kulturellen Leben des Kantons.
Zudem wurde die erste Projektphase zur Bearbeitung der Sondersammlungen Ende 2025 abgeschlossen. Innert 3 Jahren wurden prioritäre Materialien physisch bearbeitet, um ihren Umzug in die neuen historischen Magazine der KUB vorzubereiten. Insgesamt haben die Teams folgende Kulturgüter geprüft, dokumentiert, gereinigt und neu verpackt: 9432 alte und wertvolle Drucke, 1593 handschriftliche Werke und Inkunabeln, 936 gerollte Karten und Pläne, 35’122 originale fotografische Dokumente, 419 Filmrollen (entspricht rund 42,5 Kilometern Film), 2233 Plakate verschiedener Formate, 438 Fotoalben sowie rund 700 Schachteln und Kartons mit Papierarchivalien.
Die daraus resultierenden Bestandsinventare werden derzeit überprüft. Sie werden im Laufe des Jahres 2026 schrittweise auf Fri-Memoria veröffentlicht. In der zweiten Phase wird die Bearbeitung instabiler Materialien (insbesondere fotografische Negative auf Zelluloseacetat) eine der Prioritäten sein.
Davide Nerini, Stellvertreter der Leiterin der Abteilung Kulturerbe
Vergrössern Collection musicale du Département de musicologie de l’Université de Fribourg. © Etat de Fribourg - Staat Freiburg
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Dieses Projekt entstand aus verschiedenen Überlegungen, insbesondere aus der Feststellung heraus, dass die internen Ressourcen nicht ausreichen, um den Unterhalt dieser für das freiburgische Kulturerbe zentralen Anwendung dauerhaft sicherzustellen.
Die Entscheidung, die Anwendung AtoM zu Docuteam – einem anerkannten Anbieter im Archivierungsbereich in der Schweiz mit Sitz in Yverdon-les-Bains – zu migrieren, wurde 2024 getroffen. Die Migration war zudem die Gelegenheit, auf eine neuere Version der Anwendung umzusteigen.
Das Projekt erstreckte sich über mehrere Monate, von Dezember 2024 bis Juni 2025. In dieser Zeit wurde eine Datenbereinigung durchgeführt und ein neues Skript für die Einspeisung digitaler Objekte in AtoM entwickelt. Eine Einlaufphase erwies sich jedoch als notwendig, da die während des Projekts durchgeführten Tests nicht alle Probleme ans Licht gebracht hatten.
Ein wesentlicher Vorteil dieser Migration besteht darin, dass der technische Unterhalt der Anwendung nun von einem externen Partner übernommen wird. Die Verantwortung für die Verfügbarkeit der Website Fri-Memoria liegt somit nicht mehr bei der Abteilung Infrastruktur. Da AtoM ein relativ komplexes Werkzeug ist, konnte die dadurch frei gewordene Zeit für andere Aufgaben genutzt werden – insbesondere für das Projekt der neuen KUB.
Gleichzeitig hat das Projekt deutlich gemacht, dass in den kommenden Jahren neue Herausforderungen anstehen: Docuteam wird AtoM ab 2027 nicht mehr unterstützen, und auch zukünftige Updates auf modernere Versionen sind ungewiss. Deshalb wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Staatsarchiv Freiburg ein neues Migrationsprojekt angestossen – mit dem Ziel, entweder auf ein anderes Produkt oder einen neuen Dienstleister umzusteigen.
Michel Golliard, Leiter der Abteilung Infrastruktur
Vergrössern Docuteam héberge la plateforme patrimoniale Fri-Memoria. © Etat de Fribourg - Staat Freiburg
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Im September 2026 wird die Kantons- und Universitätsbibliothek Freiburg die Türen ihres neuen Gebäudes an der Sankt-Michael-Gasse 6 öffnen. Sie wird einen kulturellen Raum im Herzen der Stadt und des Kantons bieten – einen Ort des Lernens, des Entdeckens und der Erinnerung. Aus diesem Anlass hat ihr der Staatsrat das Recht eingeräumt, sich eine eigene visuelle Identität zuzulegen, die mit dem grafischen Erscheinungsbild des Staates abgestimmt ist. 2025 war das Jahr der Umsetzung: Die visuellen Elemente wurden am 13. Januar 2026 öffentlich vorgestellt.
Die neue Grafik-Charta verjüngt das Image der Institution und vermittelt eine Botschaft der Zugänglichkeit ihrer Dienstleistungen für alle Personengruppen. Die Wiedererkennung der KUB ist prägnanter und das Vermitteln ihrer Dienstleistungen überzeugender.
Ein Logo, ein Slogan und ein grafisches Bild: Das B von Bibliothèque/Bibliothek, als gemeinsamer Nenner zwischen den Sprachen, wird aus zwei Sprechblasen gebildet – Symbole des Dialogs und des Austauschs –, die sich überlagern und ein Auge zu einem neugierigen und kritischen Blick auf die Welt formen. Das Blau des Wissens verbindet sich mit dem Rosa der Freude, um «die Freude am Lernen» darzustellen. Der Slogan «Die Vergangenheit erkunden, die Zukunft inspirieren» gibt das historische Fundament wider, auf das man sich stützen kann, um die Zukunft zu gestalten – die persönliche wie die der Gemeinschaft.
Nicolas Bugnon, Kommunikationsbeauftragter
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Im kommenden Jahr wird das Angebot der KUB durch umfangreiche Bestände an wissenschaftlicher Literatur in den Bereichen Sprachen, Literatur und Musik erweitert. Die Vorbereitungsarbeiten für diese Weiterentwicklung konnten 2025 abgeschlossen werden.
Im Jahr 2026 werden die Sammlungen und das Personal mehrerer Bibliotheken der Universität Freiburg zur KUB transferiert, wo sie die neue Abteilung Universitäre Sammlungen bilden werden. Dieser Prozess betrifft insgesamt vier dezentralisierte Bibliotheken, die bisher auf fünf Universitätsstandorte verteilt waren: die Bibliothek für Fremdsprachen und Mehrsprachigkeit (BLE), die Bibliothek für Sprachen und Literatur (BLL), die Bibliothek für Ost- und Mitteleuropa (EOC) sowie die Musikwissenschaftliche Bibliothek (MUS). Bereits seit 2022 wurden die rund 134'000 Dokumente dieser Bibliotheken einer Neuklassifizierung unterzogen. Diese Phase konnte Ende 2025 mit den letzten Transfers ins Magazin erfolgreich abgeschlossen werden.
Von den bearbeiteten Dokumenten wurden mehr als 60'000 mit neuen Signaturen gemäss der Dewey-Dezimalklassifikation versehen. Die beiden aus diesen Beständen gebildeten Freihandbereiche – einer den Sprachen und Literatur gewidmet, der andere der Musik – werden ab dem 1. September 2026 in der KUB zugänglich sein. Neben dem Stammpersonal der betroffenen Bibliotheken haben mehrere Kolleginnen und Kollegen im Rahmen von Mandaten an dieser Operation mitgewirkt. Dabei wurden sie aus anderen Abteilungen der KUB-Zentrale unterstützt.
Moritz Sommet, Leiter der künftigen Abteilung Universitäre Sammlungen
Vergrössern En 2026, les collections et le personnel de plusieurs bibliothèques de l’Université de Fribourg seront transférés à la BCU. © Etat de Fribourg - Staat Freiburg
Kennzahlen
Bücher, Zeitschriften, DVDs, elektronische Ressourcen: Die KUB stellt der Bevölkerung eine breite Palette von Dokumenten kostenlos zur Verfügung. Jede und jeder kann diese im Alltag nutzen.
Aus den 89’224 elektronischen Zeitschriften, die in Form von Paketen abonniert wurden, wurden fast 635'000 Artikel heruntergeladen, hauptsächlich durch die universitäre Gemeinschaft.
Die Anzahl der physischen Dokumente, die im Laufe des Jahres in der KUB ausgeliehen wurden.