Beschreibung
Beschreibung der Massnahme
In einer Gesellschaft sind die Prävention von Diskriminierungen, die Gewährleistung von Chancengleichheit und ein erleichterter Zugang zu Dienstleistungen wichtige Zielsetzungen von Diensten, die der Öffentlichkeit offenstehen, wie z.B. Gemeindeverwaltungen. Im Rahmen dieses Kurses sollen sich die Teilnehmenden Gedanken über ihre berufliche Praxis im Kontakt mit Nutzerinnen und Nutzern aus unterschiedlichen Kulturen (v.a. bei der Einwohnerkontrolle) machen, ihre Erfahrungen mit Kolleginnen und Kollegen austauschen und Instrumente testen, die direkt in die Praxis übertragen werden können.
Vorteile und Risiken
Vorteile:
- Schaffung einer Kultur, die auf Zugänglichkeit und Nichtdiskriminierung beruht
- Stärkung der interkulturellen Kompetenzen der Mitarbeitenden
- Höhere Zufriedenheit der Nutzerinnen und Nutzer mit den gebotenen Leistungen.
Risiken:
- Langfristig fehlende Verankerung des Ausbildungsangebots in der Verwaltung: Fehlende kontinuierliche Unterstützung durch die Gemeinde
- Mangelndes Interesse der Mitarbeitenden an der Ausbildung.
Umsetzung
Projektlauf
- Bestandesaufnahme machen
- Die Kursinhalte festlegen
- Ein Kurseinheit durchführen
- Praktische Umsetzung
- Zweite Kurseinheit durchführen
- Den Kurs wiederholen
Etappe 1: Eine Bestandesaufnahme der Orte machen, an denen kulturelle Vielfalt praktiziert wird.
Etappe 2: Die Inhalte des Kurses in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde und der Fachstelle für die Integration der MigrantInnen und für Rassismusprävention (IMR) festlegen. Die Inhalte müssen den Bedürfnissen und den Realitäten der Mitarbeitenden entsprechen.
Etappe 3: Eine erste Kurseinheit durchführen (ein Tag).
Etappe 4: Die während des Kurses erworbenen Kenntnisse in die berufliche Praxis umsetzen.
Etappe 5: Nach der praktischen Umsetzung eine zweite Kurseinheit durchführen, um die Erfolge zu beurteilen und die Herausforderungen zu benennen (ein halber Tag).
Etappe 7: Den Kurs in regelmässigen Abständen wiederholen (z.B. den Kurs allen neuen Mitarbeitenden anbieten.
Punkte, die einer besonderen Aufmerksamkeit bedürfen
Etappe 1: Die Bestandesaufnahme kann in Zusammenarbeit mit der IMR erfolgen. Ziel ist es, anhand der Erfahrungen der Mitarbeitenden der Gemeinde festzulegen, welche Schwierigkeiten bei der Betreuung und im Umgang mit den Migrantinnen und Migranten auftreten.
Etappe 2:
- Der Kurs hat zum Ziel, den Zugang zu Dienstleistungen zu fördern und Diskriminierungen vorzubeugen. Er muss auf den Erfahrungen, Bedürfnissen und realen Fragen der Teilnehmenden basieren und ihnen Instrumente in die Hand geben, die für ihre berufliche Praxis von unmittelbarem Nutzen sind.
- Diese Bedürfnisse können z.B. mit den Schwierigkeiten im Austausch mit Menschen zusammenhängen, deren Muttersprache nicht Deutsch/Französisch ist oder im Verhalten einer verschleierten Person gegenüber.
Etappe 3:
- Der Kurs wird von einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter der IMR oder einer externen Person (z.B. Caritas) durchgeführt.
- Der Kurs umfasst einen kurzen theoretischen Teil sowie praktische Übungen (z.B.: Wie verhalte ich mich gegenüber einer Person, die kein Deutsch/Französisch spricht?).
- Der Kurs ist partizipativ angelegt und fördert den Austausch zwischen den Gemeindemitarbeitenden verschiedener Gemeinden.
Etappen 5 und 6: Damit sich der Kurs tatsächlich auf die berufliche Praxis in einer Verwaltung auswirken kann, muss er langfristig angelegt sein.
Überwachung und Evaluierung
Am Ende des Kurstages wird ein Fazit in Form einer Diskussion gezogen.
Kosten und Ressourcen
Kosten in Zahlen
Der Kurs ist für die Gemeinden kostenlos und während der ersten Kurseinheit wird den Teilnehmenden das Essen offeriert. Die Gemeinden stellen die Räumlichkeiten zur Verfügung.
Mögliche Unterstützung
IMR: Organisation eines entsprechenden Kurses und Übernahme der Kosten.
Weiterführende Informationen
Ausführungsbeispiel
2017 hat die Fachstelle für die Integration der MigrantInnen und für Rassismusprävention IMR in enger Zusammenarbeit mit Fachreferentinnen und Fachreferenten zwei Kurstage (je einen Tag auf Deutsch und Französisch) zum Thema “Kulturelle Vielfalt und ihre Herausforderungen im Berufsalltag” durchgeführt. Sie richteten sich spezifisch an die Freiburger Gemeindeverwaltungen und basierten auf den Erfahrungen und Bedürfnissen der Teilnehmenden. Mehr als 20 Personen haben daran teilgenommen. Mehrere Gemeinden, u.a. Freiburg , Romont und Wünnewil haben mitgewirkt.
Kontakt
Fachstelle für die Integration der MigrantInnen und für Rassismusprävention IMR (Staat Freiburg, SJD)www.fr.ch/imr
Nützliche Links
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