Beschreibung
Beschreibung der Massnahme
Die Biodiversität in der Schweiz nimmt ab. Beinahe 40% aller Arten in unserem Land sind gefährdet oder bedroht. Dabei braucht es gar nicht so viel, damit Natur und Stadt im Einklang leben können. Die Gemeinden können die Biodiversität in den öffentlichen und privaten Gärten fördern, um diese in biodynamische Grünflächen umzuwandeln, die einheimische Fauna und Flora zu fördern, das Freizeit- und Erholungspotenzial zu entwickeln und die Standorte gleichzeitig attraktiver zu gestalten.
Vorteile und Risiken
Vorteile
- Ökologische: vielfältigere Landschaften, die den Verlust der Biodiversität verlangsamen
- Soziale: dynamische, artenreiche Grünflächen mit hohem Bildungs-, Erholungs- und Tourismuspotenzial
- Wirtschaftliche: tiefere Kosten und geringerer Arbeitsaufwand für den Unterhalt
Risiken
- Langfristig inadäquater Unterhalt
- Ungenügender Schutz der Grünflächen
Umsetzung
Projektlauf
- Eine Arbeitsgruppe bilden
- Bestandesaufnahme erstellen
- Die Biodiversitätsziele festelgen
- Die Verantwortlichen bestimmen
- Die Arbeiten durchführen
- Über das Projekt informieren
- Die positiven Auswirkungen messen
Etappe 1: Die Biodiversität als zentrales Element in die Ortsplanung aufnehmen.
Etappe 2: Eine Arbeitsgruppe bilden, die für die Ökobilanz, die strategische Planung und die Umsetzung der ausgewählten Massnahmen verantwortlich ist.
Etappe 3: Eine Bestandesaufnahme aller öffentlichen und privaten Grünflächen und ihres Zustands erstellen.
Etappe 4: Die Ziele zur Verbesserung der Biodiversität sowie die Massnahmen zur Erreichung dieser Ziele für sämtliche betroffenen Grünflächen festlegen.
Etappe 5: Einen Kostenvoranschlag erstellen und die Verantwortlichen für die Umsetzung und den Zeitrahmen bestimmen.
Etappe 6: Die für die Sanierung der betroffenen Grünflächen erforderlichen Arbeiten durchführen.
Etappe 7: Über das Projekt informieren, beispielsweise durch die Gestaltung eines Logos oder eines Maskottchens.
Etappe 8: Die natürlichen und sozialen Auswirkungen der verschiedenen sanierten Grünflächen messen.
Punkte, die einer besonderen Aufmerksamkeit bedürfen
Etappe 7: Die Abkehr von einer traditionellen Bewirtschaftung zugunsten naturnaheren Grünflächen kann von den Bürgerinnen und Bürgerinnen als mangelnder Unterhalt wahrgenommen werden. Das Aufstellen von kleinen Informationstafeln fördert das Verständnis. Die Information der Bevölkerung ist von entscheidender Bedeutung für den Erfolg eines solchen Projekts.
Überwachung und Evaluierung
Erarbeitung eines Pflichtenhefts für die Überprüfung der Massnahmen. Dieses umfasst die Zahl der Arbeitsstunden und die Indikatoren, um die Wirksamkeit der Massnahmen zu messen. Es kann auch eine Zufriedenheitsumfrage bei der Bevölkerung durchgeführt werden.
Kosten und Ressourcen
Kosten in Zahlen
Die Kosten sind von der Art und dem Ausmass der Massnahmen abhängig: Schulung des Personals, Umgestaltung der Grünflächen oder Strassenunterhaltsarbeiten, Neuanpflanzungen, Aussaat usw.
Mittelfristig dürften die Einsparungen aufgrund der niedrigeren Unterhaltskosten die Umsetzungskosten bei weitem ausgleichen.
Mögliche Unterstützung
–
Weiterführende Informationen
Ausführungsbeispiel
Die Stadt Freiburg hat im Rahmen ihres Programms Natur in der Stadt zahlreiche Projekte zur Förderung der Biodiversität durchgeführt. Es wurden Blumenwiesen und mehrjährige Pflanzen gepflanzt. Diese Initiative wird vom Maskottchen „Vall’ée“ begleitet, ein pädagogisches und spielerisches Mittel, damit Kinder die Vielfalt der sie umgebenden Vegetation besser kennenlernen können. Zudem wurden im Botanischen Garten Informationstafeln aufgestellt.
Kontakt
Nützliche Links
Ratschläge der Garten-Charta für ein besseres Überleben von Igeln, Vögeln und Schmetterlingen: Die Garten‑Charta hilft der Natur und fördert die Biodiversität – Energie-Umwelt.ch
Leitfaden „Biodiversität in den Gemeinden“: https://www.chgemeinden.ch/de/service/publikationen/
Unternehmerverband Gärtner Schweiz: www.jardinsuisse.ch/umwelt/umweltschutz/biodiversitat/
Das Aktionsportfolio zur Förderung der Biodiversität im Siedlungsraum ist ein Werkzeug, welches das Amt für Wald und Natur (WNA) und das Naturhistorische Museum Freiburg (NHMF) im Rahmen der kantonalen Biodiversitätsstrategie gemeinsam entwickelt haben. Es enthält eine Reihe von einfach umsetzbaren Massnahmen zur Förderung der Biodiversität im Siedlungsraum. Biodiversitätsportfolio, WNA