Beschreibung
Beschreibung der Massnahme
Die Gemeinden haben die Aufgabe, in Zusammenarbeit mit dem Staat und mit Privatpersonen, die Kinder- und Jugendpolitik auf ihrem Gebiet durch entsprechende Aktivitäten zu entwickeln (Betreuung für Kleinkinder, ausserschulische Aktivitäten, Schaffung geeigneter Treffpunkte). Der Leitfaden «I mache mit!» der Fachstelle für Kinder- und Jugendförderung des Staats Freiburg (FKJF) ist ein praktisches Hilfsmittel für Arbeitsgruppen, die konkrete Initiativen für Kinder und Jugendliche lancieren und weiterentwickeln.
Vorteile und Risiken
Vorteile:
- Leistet einen Beitrag an die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen
- Fördert die soziale und berufliche Integration von Kindern und Jugendlichen
- Berücksichtigt die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen in der Gemeindepolitik
- Fördert ihre Partizipation, ihr Zugehörigkeitsgefühl und ihren Bürgersinn
Umsetzung
Projektlauf
- Politischen Entscheid fällen
- Arbeitsgruppe bilden
- Inhalt definieren
- Ein Konzept erstellen
- Die politische Lenkung gewährleisten
- Umsetzung sicherstellen
- Die Bevölkerung informieren
- Evaluieren
Etappe 1: Im Gemeinderat beschliessen, eine Kinder- und Jugendpolitik zu entwickeln.
Etappe 2: Eine Arbeitsgruppe oder ein Koordinationsorgan für die Erarbeitung eines Kinder- und Jugendkonzepts bilden. Der Leitfaden «I mache mit!» bietet Empfehlungen dazu. Die nachfolgenden Etappen sind dem Leitfaden entnommen, dieser enthält darüber hinaus weitere Informationen und nützliche Hinweise für jede Etappe.
Etappe 3: Bedürfnisse, Akteure und bestehende Angebote im Bereich Kinder und Jugendliche ermitteln.
Etappe 4: Inhalt der lokalen Politik definieren.
Etappe 5: Ein Konzept erstellen, unter Berücksichtigung der Umsetzungsmöglichkeiten – insbesondere hinsichtlich Finanz- und Personalressourcen – Ziele und Massnahmen definieren.
Etappe 6: Die politische Lenkung gewährleisten.
Etappe 7: Die Koordination und die Umsetzung sicherstellen.
Etappe 8: Kinder, Jugendliche und Eltern über die bestehenden Angebote informieren.
Etappe 9: Programme evaluieren und das Angebot verbessern.
Punkte, die einer besonderen Aufmerksamkeit bedürfen
Etappe 5: Die Erarbeitung dieser Politik soll auf einem partizipativen Prozess beruhen, der die betroffenen Akteurinnen und Akteure sowie die Kinder und Jugendlichen einbezieht. Darauf achten, dass das Zielpublikum, beteiligte Fachpersonen und Ehrenamtliche gerecht repräsentiert sind. Daran denken, die Beteiligten über die konkreten Ergebnisse des partizipativen Prozesses zu informieren.
Etappe 8: Auch hier die am partizipativen Prozess beteiligten Parteien über das Ergebnis der Evaluation informieren.
Etappen 5 und 8: Allenfalls eine Fachhochschule um wissenschaftliche Begleitung anfragen, insbesondere für die Evaluation.
Überwachung und Evaluierung
Für eine langfristige Kinder- und Jugendpolitik gilt es darauf zu achten, die fachliche Koordination zu sichern und die Massnahmen dauerhaft zu verankern. Die Beobachtung der Massnahmen ist zentral, um ihre Wirkung evaluieren zu können.
Kosten und Ressourcen
Kosten in Zahlen
Die jährlichen Kosten variieren je nach Umfang der umgesetzten Massnahmen. In der Stadt Bulle betragen die Kosten um die 40 000 Franken auf zwei Jahre. Der Staat Freiburg hat die Hälfte der Kosten übernommen.
Mögliche Unterstützung
Die FKJF leistet finanzielle Beiträge für Gemeinden, die ihre Kinder- und Jugendpolitik auf lokaler oder regionaler Ebene entwickeln.
Sie organisiert regelmässig einen Austausch für Gemeinden zu Kinder- und Jugendpolitik in verschiedenen Bezirken des Kantons mit dem Ziel, methodische Unterstützung zu bieten (Veranstaltungen für die Gemeinden).
Weiterführende Informationen
Ausführungsbeispiel
Die Stadt Bulle hat unter der Verantwortung ihres Jugendamts ein Programm für Kinder und Jugendliche mit dem Titel «Grandir à Bulle» ins Leben gerufen. Die Stadt Freiburg entwickelt im Rahmen ihrer neuen Kinder- und Jugendstrategie ein ähnliches Projekt mit dem Titel «Aufwachsen in der Stadt Freiburg». Darüber hinaus erarbeitet die Gemeinde Marly ihre eigene Politik für die frühkindliche Betreuung.
Die Stadt Murten sowie die Gemeinden Courgevaux, Muntelier, Meyriez, Greng, Galmiz, Cressier, Gempenach, Mont-Vully haben eine Arbeitsgruppe gegründet, um den Aktionsradius der „Fachstelle für Kinder- und Jugendförderung“ auf die gesamte Region Murten auszudehnen.
Kontakt
Fachstelle für Kinder- und Jugendförderung (Staat Freiburg, GSD)enfance-jeunesse@fr.ch