Beschreibung
Beschreibung der Massnahme
Generationenübergreifende Räume sind integrative, zugängliche und komfortable Orte, die so gestaltet sind, dass alle Generationen ihren Platz finden und sich dort legitimiert fühlen. Sie fördern eine gemischte Nutzung des öffentlichen Raums zu verschiedenen Tageszeiten oder gleichzeitig.
Dabei ist Folgendes in Bezug auf die Einrichtung zu beachten: Angemessenes Mobiliar und Ausstattung, altersübergreifende und gemeinsame Spiele, verschiedene Sportanlagen, einfacher Zugang, Grünflächen, Abkühlung im Sommer usw.
Aufenthaltsorte (Parks, Spielplätze, Schulen, Pflegeheime, Geschäfte, Bahnhöfe) und Fussgängernetze eignen sich besonders für diese Überlegungen.
Die Gemeinden spielen hier eine wichtige Rolle bei der Gestaltung ihrer Bereiche. Sie können auch ein System von Anreizen für Bauträgerinnen und Bauträger einführen, um generationenübergreifende Räume zu schaffen.
Vorteile und Risiken
Vorteile:
- Grössere soziale Durchmischung und Stärkung des Gemeinschaftsgefühls
- Verbesserung des mentalen Wohlbefindens (weniger Isolation, Kontakt mit der Natur)
- Verbesserung der physischen Gesundheit (Förderung von Bewegung, aktiver Mobilität)
Risiken:
- Monopolisierung eines Raumes durch eine einzige Altersgruppe
- Wenn die Zahl der Besuchenden steigt, ist zusätzlicher Unterhalt erforderlich
- Potenzielle Auswirkungen auf die Ruhe der Anwohnenden, die durch geeignete Massnahmen reduziert werden sollten.
Umsetzung
Projektlauf
- Identifizierung der Orte
- Erstellung eines Zeitplans und eines Voranschlags
- Einbeziehung der wichtigsten Akteure
- Organisation von kollektiven und partizipativen Momenten
- Umsetzung der Gestaltung
- Sicherstellung der Nachverfolgung
Schritt 1: Identifizierung von Orten, die entsprechend den Bedürfnissen oder Anforderungen der Bevölkerung gestaltet werden sollen, unter Berücksichtigung der Umgebung, um einen guten Zugang und eine Verbindung zu anderen öffentlichen Räumen zu gewährleisten.
Schritt 2: Erstellung eines Zeitplans und eines Voranschlags für alle Phasen (Beurteilung, Entwurf, Gestaltung, Nachverfolgung, Instandhaltung, partizipative Vorgehensweise).
Schritt 3: Mobilisierung von Schlüsselakteuren (Vereine, soziokulturelle Animation), um alle Zielgruppen einzubeziehen, insbesondere gefährdete oder weniger häufig einbezogene Altersgruppen (Kinder, Jugendliche, Senioren).
Schritt 4: Organisation kollektiver und partizipativer Momente, um das Projekt gemeinsam mit der Bevölkerung aufzubauen und den Prozess zu nutzen, um soziale Verbindungen zwischen den Generationen zu schaffen.
Schritt 5: Umsetzung von Massnahmen zur Förderung kollektiver und festlicher Umgestaltungen des öffentlichen Raums.
Schritt 6: Nachverfolgung nach der Gestaltung, um die Nutzung zu evaluieren und mögliche notwendige Anpassungen zu identifizieren.
Punkte, die einer besonderen Aufmerksamkeit bedürfen
Ratschläge für die Vorgehensweise:
- Transparenz gegenüber der Bevölkerung hinsichtlich ihres Handlungsspielraums während des gesamten Prozesses und Gewährleistung, dass die Ergebnisse des partizipativen Prozesses in das Projekt einfliessen.
- Sicherstellung einer für alle zugänglichen Kommunikation.
- Bei grösseren Projekten sollten die Fristen für öffentliche Anhörungen und Bewilligungen antizipiert werden, um unvorhergesehene Ereignisse zu vermeiden.
Ratschläge für die Gestaltung:
- Integration des Konzepts der generationenübergreifenden Nutzung (Mehrzweckeinrichtungen für verschiedene Altersgruppen, vielfältige Nutzungsmöglichkeiten) bereits bei der Planung des Projekts, um später kostspielige Anpassungen zu vermeiden und die Kohärenz des Projekts zu wahren.
- Nutzungskonflikte antizipieren: In einigen Fällen wird die gemeinsame Nutzung von Räumen vorteilhaft sein, in anderen Fällen werden differenzierte Räume es jeder und jedem ermöglichen, ihren oder seinen Platz zu verschiedenen Tageszeiten oder in verschiedenen Teilräumen zu finden.
Es darf nicht bei einem regulatorischen Ansatz bleiben, sondern es muss sichergestellt werden, dass die Zugänglichkeit für alle über die Vorstellung des Wohlbefindens und des Vergnügens, der Vielfalt an Gerüchen, der Aussichtspunkte und der komfortablen und angenehmen Umgebung hinausgeht.
Überwachung und Evaluierung
Eine Bewertung wird einige Monate nach der Einführung stattfinden, um den Gewohnheiten Zeit zu geben, sich zu etablieren. Gemeinsamer Austausch, Umfragen und/oder Feedback von wichtigen Akteuren werden die Qualitäten und Mängel des Projekts identifizieren.
Es muss eine Zeit- und Budgetreserve vorgesehen werden, um auf die identifizierten dringenden Massnahmen zu reagieren, indem die Einrichtung angepasst wird oder eine soziale Begleitung sichergestellt wird, wenn dies erforderlich ist.
Kosten und Ressourcen
Kosten in Zahlen
Je nach Grösse des Projekts und Umfang des Prozesses können die Kosten für eine generationenübergreifende Nutzung sehr unterschiedlich sein. Die Aufstellung einer Standardbank kostet etwa 3000 Franken, aber die Schaffung von Wegen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder die Einrichtung von inklusiven Spielplätzen wird viel teurer sein.
Ein ausreichender Voranschlag sollte auch für die Betreuung des partizipativen Prozesses vorgesehen werden, wenn das Projekt von externen Beauftragten der Gemeinde durchgeführt wird.
Das Gesamtbudget wird die Grössenordnung der Massnahmen festlegen, sowohl zeitlich (kurzfristige Massnahmen, langfristige Massnahmen) als auch räumlich (punktuelle Massnahmen, globale Vision).
Mögliche Unterstützung
Das Sozialvorsorgeamt führt zweimal pro Jahr (Mai und November) eine Projektausschreibung durch, um die Lancierung von Generationenprojekten zu unterstützen. Um eine finanzielle Unterstützung zu erhalten, müssen die Projekte bestimmte Voraussetzungen erfüllen.
Das Gesuch um finanzielle Unterstützung ist bis am 30. November bzw. am 31. Mai eines jeden Jahres per E-Mail beim Sozialvorsorgeamt einzureichen.
Weiterführende Informationen
Ausführungsbeispiel
Die Stadt Yverdon-les-Bains gestaltet in Zusammenarbeit mit der Stiftung Hopp-La den Park des Quatre-Marronniers, in der Nähe einer Schule und eines Pflegeheims, zu einem generationenübergreifenden Park um. Das Projekt beinhaltet einen Balance-Parcours, damit Senioren und Kinder ihr Gleichgewicht und ihre Motorik trainieren können, und bietet Aktivitätskurse in einer Umgebung mit Bäumen, die im Sommer kühl ist.
Der Park Blandan in Lyon bringt Menschen allen Alters im Rahmen von verschiedenen Aktivitäten zusammen und ist sehr inspirierend in seiner Gestaltung. https://www.lyon.fr/lieu/parcs/parc-blandan
Generationenplatz in Cham (Zug): https://www.cham.ch/generationenplatz
Kontakt
Sozialvorsorgeamt (Staat Freiburg, GSD) sps@fr.ch
Programm IntergenerationEs wurde von der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft gegründet, um die Beziehungen zwischen den Generationen zu fördern.info@intergeneration.chhttps://intergeneration.ch/de/
Nützliche Links
Stiftung Hopp-La und Pro Juventute, Leitfaden für die partizipative Planung, Umsetzung und Belebung von generationenverbindenden Aussenräumenhttps://www.hopp-la.ch/angebote/leitfaden/
Richtlinien für Spielplätze und Spielräumehttps://www.projuventute.ch/de/eltern/lehrpersonen-fachpersonen/richtlinien-spielraeume