Beschreibung
Beschreibung der Massnahme
Seit ein paar Jahren sind in der Schweiz Coworking-Spaces auf dem Vormarsch. Die Idee hinter Coworking, einer neuen Organisationsform, kann mit «offene Räume für offene Gedanken» zusammengefasst werden. Ziel ist, ein echtes Netzwerk zu schaffen, d. h. einen Raum für Begegnungen und Erfahrungsaustausch.
Gemeinschaftsbüros richten sich an Menschen, die allein zu Hause arbeiten, die einen langen Arbeitsweg haben und ihre Aufgaben in Fernarbeit erledigen können, wie auch an Startups, die noch kein Büro haben und im Team arbeiten wollen.
Vorteile und Risiken
Vorteile:
- Reduktion des Pendlerverkehrs
- Unterstützung für das lokale Gewerbe (Restaurants am Mittag)
- Höhere Lebensqualität für die Benützerinnen und Benützer (bessere Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben)
- Austausch von beruflichen Fähigkeiten, Schaffung von Kooperationen, die eine Quelle für neue wirtschaftliche Aktivitäten sein können
Risiken:
- Unterschätzung der für das Raummanagement benötigten Ressourcen
- Mangelhafte Auslastung der Räumlichkeiten wegen falscher Einschätzung des Bedarfs
- Nichtnutzung der Räumlichkeiten nach dem anfänglichen Interesse, wenn das Angebot nicht kontinuierlich beworben wird
Umsetzung
Projektlauf
- Die verantwortlichen Personen definieren
- Auswahl der Raüme
- Einrichtung eines Reservierungssystems
- Information der Einwohner-innen
- Unterhalt der Raümlichkeiten
Etappe 1: Eine Projektverantwortliche oder einen Projektverantwortlichen ernennen und dieser Person die Aufgabe geben, die Verwaltung des Gemeinschaftsbüros sicherzustellen (Überwachung der Reservierungen, Instandhaltung).
Etappe 2: Einen Ort identifizieren, in dem mehrere Arbeitsplätze eingerichtet werden können, möglicherweise mit einem separaten Besprechungsraum. Im Idealfall ist es ein mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbarer Ort. Einige Gemeinden verfügen über ungenutzte Räumlichkeiten, die dafür geeignet sein können.
Etappe 3: Das Gemeinschaftsbüro einrichten. Die Einrichtung kann von sehr einfach bis komplex reichen. Das Minimum sind Büros, Wifi-Zugang und ein Drucker. Je nach Grösse und vorhandener Ausstattung ist es auch möglich, eine gemeinsame Kochnische anzubieten.
Etappe 4. Das Modell für die Buchung und Anmietung der Arbeitsplätze vorsehen. Abklären, ob eine verbrauchsabhängige Abrechnung der Arbeitsplätze gewünscht wird. Es sind feste und/oder flexible Buchungsoptionen denkbar. Buchungsmöglichkeiten (z. B. Online) festlegen.
Etappe 5: Regeln für das Verhalten und die ordnungsgemässe Nutzung der Räumlichkeiten festlegen.
Etappe 6: Das Angebot unter den Einwohnerinnen und den Einwohnern der Gemeinde bekanntmachen, zum Beispiel über das Informationsbulletin, die Website oder soziale Netzwerke.
Etappe 7: Unterhalt und Sauberkeit der Räumlichkeiten sicherstellen.
Punkte, die einer besonderen Aufmerksamkeit bedürfen
Etappe 2: Bevorzugung von Standorten, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht erreichbar sind.
Etappe 4: Einrichtung eines einfachen und effizienten Reservierungssystems, das für alle zugänglich ist, um die Nutzung der Arbeitsplätze zu maximieren und Konflikte zu vermeiden.
Etappe 5: Sorgfältige Kommunikation, um das Angebot weithin bekannt zu machen und sein Potenzial so weit wie möglich auszuschöpfen.
Überwachung und Evaluierung
Die für die Verwaltung verantwortliche Person stellt sicher, dass die Verhaltens- und Nutzungsregeln der Räumlichkeiten eingehalten werden. Die Benützerinnen und Benützer sind in erster Linie zum Arbeiten da. Gemeinschaftsbüros erfordern eine ständige Begleitung durch die für die Verwaltung zuständige Person: Überwachung der Reservierungen, Unterhalt der Räumlichkeiten, Lösung allfälliger technischer Probleme (WiFi, Drucker usw.).
Kosten und Ressourcen
Kosten in Zahlen
Die Kosten für die Gemeinde setzen sich wie folgt zusammen:
- Einrichtungskosten; diese können erheblich sein, wenn der Raum nicht bereits ausgerüstet ist
- Mietpreise für den Raum, wenn die Gemeinde nicht Eigentümerin des Orts ist
- Verwaltungs- und Instandhaltungskosten (Reinigung) der Räumlichkeiten.
Je nachdem, welches Modell für die Anmietung der Arbeitsplätze gewählt wird, können Einnahmen für die Gemeinde generiert werden.
Mögliche Unterstützung
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Weiterführende Informationen
Ausführungsbeispiel
Im Kanton Freiburg gibt es mehrere von Dritten angebotene Lösungen, wovon die meisten sehr erfolgreich sind, insbesondere wenn sie in der Nähe des öffentlichen Verkehrs liegen. Es sind verschiedene Betriebsmodi möglich (siehe die folgenden Seiten):
Kontakt
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