Beschreibung
Beschreibung der Massnahme
Indem die Gemeinde darauf verzichtet, auf ihren Grünflächen Herbizide einzusetzen, sensibilisiert sie ihre Bürgerinnen und Bürger und ermuntert sie, es ihr gleichzutun. Es kann auch erwogen werden, den Einsatz von chemischen Düngemitteln zu reduzieren oder sogar ganz darauf zu verzichten.
Vorteile und Risiken
Vorteile:
- Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit und geringere Boden- und Gewässerbelastung
- Schutz der für die Ökosysteme wichtigen Amphibien und Mikroorganismen
- Geringere Kosten für den Kauf von Chemikalien
- Aufklärung und Sensibilisierung der Bevölkerung, Vorbildwirkung der Gemeinde
Risiken:
- Unregelmässigere Erträge
Umsetzung
Projektlauf
- Identifizierung der betreffenden Bereiche
- Schulung des Unternehmen
- Änderung der Unterhaltstechniken
- Sensibilisierung der Bevölkerung
- Jährliche Wirksamkeitsüberprüfung
Etappe 1: Der für die Grünflächen zuständige Dienst der Gemeindeverwaltung legt Bereiche fest, in denen auf Herbizide verzichtet wird.
Etappe 2: Anpassung der Grünflächen: Anpflanzung von Blumenwiesen mit einheimischen Arten, die einen geringeren Einsatz von Herbiziden erfordern.
Etappe 3: Schulung des Gemeindepersonals in herbizidfreier Pflege
Etappe 4: Information der beauftragten externen Unternehmen und, wenn möglich, Anpassung der Vertragsbedingungen.
Etappe 5: Anpassung der Mähtechniken und der Mähfrequenz.
Etappe 6: Information und Sensibilisierung der Bevölkerung.
Etappe 7: Jährliche Wirksamkeitsüberprüfung (siehe nachstehend).
Punkte, die einer besonderen Aufmerksamkeit bedürfen
Etappen 3, 4 und 6: Diese Massnahme bezieht sich ausschliesslich auf den freiwilligen Verzicht auf Herbizide auf humusierten Grünflächen. Es ist wichtig, den Unternehmen, den Angestellten des Bauamts und den Privatpersonen in Erinnerung zu rufen, dass der Einsatz von Herbiziden seit über 25 Jahren auf öffentlichen und privaten Strassen, Wegen, Plätzen und deren Umgebung verboten ist.
Etappe 6: Die Abkehr von einer traditionellen Bewirtschaftung zugunsten von naturnaheren Grünflächen kann von den Bürgerinnen und Bürgerinnen als mangelnde Pflege wahrgenommen werden. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, auf den betreffenden Grünflächen Informationstafeln aufzustellen.
Überwachung und Evaluierung
Bilanz der Arbeitsstunden und der Unterhaltskosten (Menge der Pflanzenschutz- und Düngemittel, Wasserverbrauch usw.), Zufriedenheitsumfrage bei der Bevölkerung, Evaluierung der Veränderungen von Fauna und Flora (Zahl der Arten, Vorhandensein von seltenen Arten, visueller Eindruck).
Kosten und Ressourcen
Kosten in Zahlen
Die Kosten hängen vom Umfang der ergriffenen Massnahmen ab: Schulung des Personals in alternativen Techniken für den Unterhalt der Grünflächen, Kosten für die Umstrukturierung der Grünflächen oder für die Strassenreinigung, Verwendung neuer Pflanzen, Aussaat usw.
Mittelfristig sollten die Einsparungen aufgrund des tieferen Herbizidverbrauchs die Kosten für die Umsetzung ausgleichen.
Mögliche Unterstützung
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Weiterführende Informationen
Ausführungsbeispiel
In über 70 Freiburger Gemeindeverwaltungen haben Mitarbeitende den Kurs für den Unterhalt von Strassen und Gemeindeplätzen besucht, der von der sanu mit der Unterstützung des Amts für Umwelt durchgeführt wird.
Kontakt
Amt für Umwelt (Staat Freiburg, RIMU)Sektion Labor und Stoffesen@fr.ch
Nützliche Links
Merkblatt des BAFU «10 vorbeugende Massnahmen und Alternativen zum Herbizideinsatz»: www.bafu.admin.ch/bafu/pflanzenschutzmittel-im-hausgarten-und-liegenschaftsunterhalt.html