Smogbekämpfung

Dauerhafte Massnahmen
Grundsätzlich wird der Wintersmog mit dauerhaft greifenden Massnahmen bekämpft. Damit konnten die Emissionen von Feinstaub in den vergangenen 15 Jahren um rund 25 % gesenkt werden. Um die Grenzwerte der Luftreinhalte-Verordnung einhalten zu können, ist aber eine weitere Reduktion der Emissionen von Feinstaub und seiner Vorläuferschadstoffe um 50 Prozent nötig. Als Ergänzung zur Luftreinhalte-Verordnung hat Bundesrat Leuenberger im Januar 2006 den Aktionsplan Feinstaub vorgestellt. Die rasch zu realisierenden Massnahmen dieses Plans betreffen insbesondere den Dieselruss sowie den Feinstaub- und Russausstoss von Holzfeuerungen. Längerfristig ist die Einführung einer Partikelfilterpflicht für neue Diesel-Personenwagen vorgesehen.
 
Temporäre Massnahmen
Temporäre Massnahmen sind eigentliche "Notfall-Konzepte", die nur bei ausserordentlichen Situationen der Luftbelastung zur Anwendung gelangen können. Sie dienen dazu, Belastungsspitzen zu brechen bzw. den weiteren Anstieg der Luftbelastung im Sinne der Schadenbegrenzung (Gesundheit) zu verhindern. Mit temporären Massnahmen kann das Problem nicht dauerhaft gelöst, sondern bestenfalls vorübergehend entschärft werden. Sie führen zu einer Sensibilisierung bzw. Erhöhung der Bereitschaft der Bevölkerung, einen persönlichen Beitrag zur Reduktion der Luftbelastung zu leisten und sich in diesen Perioden angemessen zu verhalten.
 
Unter diesen Aspekten hat die Bau-, Planungs- und Umweltdirektorenkonferenz BPUK ein Interventionskonzept Feinstaub für temporäre Massnahmen beschlossen. Bei ausserordentlich hohen Feinstaubbelastungen wird die Bevölkerung zuerst informiert und bei andauernder Belastung werden je nach Ausmass der Belastung in zwei Stufen regionale Interventionsmassnahmen angeordnet.
 
Interkantonales Feinstaub-Interventionskonezpt

Das Konzept besteht aus drei Stufen:
 
Informationsstufe
Überschreiten in einer Region die Tagesmittel von Feinstaub die Informationsschwelle von 75 µg/m³ wird die Bevölkerung verstärkt über die Belastungssituation und persönliche Verhaltensempfehlungen informiert und zum Ergreifen von freiwilligen Massnahmen aufgerufen.
 
Interventionsstufe 1
Überschreiten in einer Region die Tagesmittel von Feinstaub die Interventionsschwelle 1 von 100 µg/m³ werden zusätzlich zur Informationsstufe behördlich angeordnete Massnahmen ergriffen wie Tempo 80 auf Autobahnen, Verbot von Feuer im Freien und Verbot des Betriebs von mit Feststoff befeuerten Zweitheizungen.
 
Interventionsstufe 2
Überschreiten in einer Region die Tagesmittel von Feinstaub die Interventionsschwelle 2 von 150 µg/m³ werden zusätzliche behördlich angeordnete Massnahmen ergriffen.