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Asiatische Laubholzbockkäfer
Asiatischer Laubholzbockkäfer © Alle Rechte vorbehalten - Walda

Der Asiatische Laubholzbockkäfer

Asiatische Laubholzbockkäfer
Asiatischer Laubholzbockkäfer © Alle Rechte vorbehalten - Walda

Laut der Verordnung über Pflanzenschutz gilt dieses exotische Insekt als besonders gefährlicher Schadorganismus, weshalb eine Melde- und Bekämpfungspflicht gilt.

Der Asiatische Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis), genannt ALB, wurde in der Schweiz zum ersten Mal im Herbst 2011 in Brünisried (FR) entdeckt, sowie im Sommer 2014 in Marly. Die entsprechenden Befallsherde befanden sich ausserhalb des Waldes. Er ist ebenfalls in anderen Kantonen aufgetreten; insbesondere wurden ein grosser Befallsherd 2012 in Winterthur und ein anderer 2015 in Berikon (AG) entdeckt.

Dank der vom Kanton unternommenen Massnahmen konnte der Befallsherd in Brünisried im 2017 ausgemerzt werden, derjenige in Marly Ende 2018. Gemäss den Vorgaben des BAFU bedarf es 4 Jahren Kontrolle ohne Neuentdeckung. Derzeit sind im Kanton keine Befallsherde mehr bekannt, trotzdem ist Wachsamkeit geboten.

Laut der Verordnung über Pflanzenschutz gilt dieses exotische Insekt als besonders gefährlicher Schadorganismus, weshalb eine Melde- und Bekämpfungspflicht gilt. Der Käfer befällt Laubbäume, insbesondere Ahorne, die nach bedeutendem und wiederholtem Befall innerhalb weniger Jahre absterben können. Infizierte Bäume in Siedlungsgebieten können die Sicherheit von Passanten beeinträchtigen und müssen deshalb gefällt werden. Weiter besteht die Gefahr bedeutender wirtschaftlicher, aber auch ökologischer Waldschäden.

Durch die Globalisierung des Handels wurde der aus Südostasien stammende Käfer in Europa mit Holzverpackungen eingeschleppt (z.B. als lebende Larven in Holzpaletten, die für den Handel mit Granit verwendet wurden).

Das Weibchen legt seine Eier unter die Stamm- oder Astrinde. Die Larven entwickeln sich, indem sie Gänge ins Holz fressen und dabei Bohrmehl ausstossen. Am Ende des Larvenstadiums verpuppt sich der Käfer, und das Adulttier nagt sich anschliessend durch ein kreisrundes Loch von 1 cm Durchmesser nach draussen. Der gesamte Entwicklungszyklus beträgt in der Regel 2 Jahre. Ein Objektblatt, das die wichtigsten Spuren und Eigenheiten des Asiatischen Laubholzbockkäfers darstellt, kann hier heruntergeladen werden.

Die zu treffenden, drastischen Massnahmen bei der Entdeckung eines Befallsherdes des Asiatischen Laubholzbockkäfers sind in einer kantonalen Verordnung festgelegt. Sie stimmen mit dem durch das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) und das Bundesamt für Umwelt (BAFU) entwickelten Risikomanagementkonzept überein. Es geht namentlich darum,

  • lokale Behörden, Bevölkerung, Eigentümer, Unternehmen, usw. zu informieren
  • auf die Pflicht hinzuweisen, verdächtige Symptome zu melden
  • rund um die Befallsherde herum sogenannte Kern-, Fokus- und Pufferzonen abzugrenzen.
  • wiederholte Kontrollen während 4-6 Jahren, insbesondere durch Baumkletterer und Spürhundeführer, durchzuführen
  • befallene Pflanzen zu fällen und zu vernichten
  • Hauptwirtpflanzen präventiv zu fällen
  • das Holz und das Schnittgut zu häckseln
  • den Transport von Holz nach ausserhalb der abgegrenzten Zonen zu verbieten
  • usw.

Das Ziel dieser Massnahmen ist die Ausrottung des Asiatischen Laufholzbockkäfers in der Schweiz (völlige Tilgung auf schweizerischem Gebiet). Um dies zu erreichen, ist die Mithilfe jeder betroffenen Person entscheidend. Wir danken Ihnen im Voraus für Ihre Teilnahme an den diesbezüglichen Anstrengungen der Gemeinden, des Kantons und des Bundes sowie der Grundeigentümer und Unternehmern, die im Perimeter der abgegrenzten Gebiete arbeiten.

Kontaktieren Sie bei einem Verdachtsfall unverzüglich das Amt für Wald, Wild und Fischerei via E-Mail an invasive@fr.ch (wenn möglich mit einem Foto Ihrer Beobachtung) oder unter der Nummer 026 305 23 43.

Zusätzliche Informationen

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Kontakte

Alain Lambert
Sektorchef
T +41 26 305 23 22
F +41 26 305 23 36
Email

Yann Fragnière
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
T +41 26 305 23 43
F +41 26 305 23 36
Email

Sekretariat vom Amt für Wald, Wild und Fischerei (WaldA)
T +41 26 305 23 44
T +41 26 305 23 43
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