Die in der Vergangenheit realisierten zahlreichen Bach- und Flussverbauungen haben zusammen mit weiteren baulichen Massnahmen den Hochwasserschutz bedeutend verbessert und entscheidend zur wirtschaftlichen Entwicklung der gesamten Schweiz beigetragen.

Hochwasserschutz
Hochwasserschutz © 2018 Amt für Umwelt - Staat Freiburg

Ein absoluter Schutz vor Hochwasser kann jedoch trotz dieser umfangreichen Arbeiten und Investitionen niemals erreicht werden. Ein Restrisiko bleibt stets bestehen. Die Ereignisse der letzten Jahren haben gezeigt, dass die Folgen aussergewöhnlicher Naturereignisse nur teilweise durch strukturelle Schutzmassnahmen (z.B. Dämme, Wasserrückhaltebecken…) bewältigt werden können.

Ein wirkungsvoller Hochwasserschutz bedingt demnach die Reduktion des Schadenpotenzials. Die Schutzziele werden entsprechend der vorliegenden Interessen festgelegt.

Um Schutzbedürfnisse beurteilen zu können, sind umfassende Kenntnisse über die hydrologischen Verhältnisse, die wasserbaulichen Voraussetzungen des Fliessgewässers und die massgebenden Gefahrenarten nötig. Bestehende Gefahren und Konflikte können durch die Dokumentation von Hochwassern, einschliesslich der Analyse der Ereignisse, der Ereigniskataster und der Gefahrenkarten erkannt werden. Die Gefahren sind in den Richt- und Nutzungsplänen zu berücksichtigen. Zudem müssen neue Anlagen und Bauten sofern möglich in Entfernung von Fliessgewässern gebaut werden. Dazu legt der Kanton den Raumbedarf des Fliessgewässers fest und berücksichtigt diesen im Richtplan und in den Nutzungsplänen. Er trägt ihm in sämtlichen raumwirksamen Tätigkeiten Rechnung.

Strukturelle Massnahmen – wie der Bau eines Wasserrückhaltebeckens oder von Dämmen – werden nur dann ergriffen, wenn die raumplanerischen Massnahmen nicht ausreichen, um einen angemessenen Schutz zu gewährleisten.

Es gibt keinen umfassenden Schutz vor Hochwassern und den von ihnen verursachten Gefahren. Zusätzlich zu den strukturellen und raumplanerischen Massnahmen müssen Einsätze in Notfallsituationen geplant und organisiert werden. Dabei ist entscheidend, dass sich die zuständigen Behörden über die Gefahren im Zusammenhang mit Hochwassern auf lokaler und regionaler Ebene bewusst sind. Gefahrbringende Situationen müssen rasch erkannt werden, um die Bevölkerung auf dem Laufenden zu halten und die Sicherheitsdienste zu alarmieren. Werden Extremereignisse früh genug erkannt, können Sofortmassnahmen getroffen werden, um die Schäden zu reduzieren.

Kontakt

Amt für Umwelt - Sektion Gewässer

Ähnliche News