Dies sind die Finalisten des Innovationspreises des Kantons Freiburg

9. Oktober 2020 -12h00

Heute hat die Jury des Innovationspreises des Kantons Freiburg die Namen der Finalisten 2020/2021 bekannt gegeben. Neun Unternehmen sind dieses Jahr nominiert, je drei Unternehmen für den Start-up-Preis und den Unternehmenspreis und erstmals hat die Jury drei Finalisten für die neue Auszeichnung Nachhaltige Wirtschaft auserwählt. Für den Start-up-Preis startet heute die Publikumswahl, in der alle ihrem bevorzugten Jungunternehmen per SMS ihre Stimme abgeben können. An der Preisverleihung vom 11. November werden die Gewinner bekannt gegeben.

Prix Innovation 2020-2021
Prix Innovation 2020-2021 © Etat de Fribourg - Staat Freiburg

Dieses Jahr werden zwei Innovationspreise vergeben: Der Start-up-Preis für Jungunternehmen, die es seit weniger als fünf Jahren gibt und der Unternehmenspreis für Firmen, die vor 2015 gegründet wurden. Ausserdem wird dieses Jahr erstmals die Auszeichnung Nachhaltige Wirtschaft verliehen. An der Preisverleihung vom 11. November werden die Sieger bekannt gegeben und alle Finalisten ausgezeichnet.

Dieses Jahr wurden insgesamt 38 Innovationen eingereicht. In den letzten Wochen haben zwei Jurysitzungen stattgefunden, um die Projekte zu beurteilen. Ausserdem hat die Jury die Anwärter des Unternehmenspreises besucht. Staatsrat und Jurypräsident Olivier Curty: „Der Innovationspreis ist in erster Linie eine Anerkennung für Unternehmen, die mutig sind und mit ihren Innovationen ein Risiko eingehen. Diese Unternehmen sind der Antrieb unserer Wirtschaft.“.

Massgebend für die Beurteilung der Projekte waren vier Kriterien: Technologischer Innovationsgrad; Innovationsgrad in Bezug auf den Markt; Verkaufspotential; Nachhaltigkeit. Das letzte Kriterium hat die Jury wie folgt definiert: Die entwickelte Innovation zielt darauf ab, eine soziale oder ökologische Problematik zu lösen, ohne eine andere zu verursachen.

 

Die 3 Finalisten des Unternehmenspreises

Ascenseurs Menétrey AG, Romont, www.menetrey-lift.ch
CelticLift: eine neue Aufzugskonstruktion, die sich an der Benutzererfahrung orientiert
Das Familienunternehmen Ascenseurs Menétrey hat eine neue Generation von Aufzügen entwickelt, indem es den Benutzer in den Mittelpunkt eines innovativen Ansatzes stellt. Für dieses durch Innosuisse unterstützte Projekt konnte das Unternehmen auf das Know-how von drei Westschweizer Hochschulen zurückgreifen: der Hochschule für Technik und Architektur in Freiburg, der HE-ARC in Neuenburg und der ETH in Lausanne. Drei Jahre gemeinsamer Arbeit haben es ermöglicht, den neuen CelticLift (Composite Ergonomic Lift) zu entwickeln. Die neue Kabine ist geräumiger, bietet ein neues Benutzererlebnis, eine neu gestaltete Ergonomie und eine einfachere Wartbarkeit. Darüber hinaus ist Ascenseurs Menétrey weltweit das erste Unternehmen in seinem Bereich, das Verbundwerkstoffe verwendet hat, was ihm ein erhebliches Innovationspotential bietet.

Meggitt AG, Villars-sur-Glâne, www.meggitt.com
Wegweisende optische Sensortechnologie für Stromerzeugungsturbinen und Flugzeugtriebwerke
Die Energiewende, durch die Senkung des Verbrauchs der umweltschädlichsten fossilen Brennstoffe, ist ein wichtiges Thema für die Hersteller von Gasturbinen zur Stromerzeugung sowie für den Luftfahrtsektor. Alle aktuellen Entwicklungen (Steigerung des Wirkungsgrads, Emissionsreduktion, Übergang zu Wasserstoff) haben Eines gemeinsam: die Überwachung der Parameter in Echtzeit. Diese Überwachung erfordert Sensoren, die immer extremeren Bedingungen standhalten. Zu diesem Zweck hat Meggitt eine optische Messtechnik entwickelt, mit der Verbrennungsparameter so nah wie möglich an der Flamme gemessen werden können. Das erste optische Messsystem wurde an einer Gasturbine für den Energiemarkt installiert. Für die Luftfahrt erfüllt dieses neue optische Messsystem einen vorrangigen Bedarf der Triebwerkshersteller. Für 2021 ist ein Test mit einem führenden Triebwerkshersteller geplant.

Swissmeca AG, Kleinbösingen, www.swissmeca.ch
Lab on a Chip: eine Innovation für die Diagnose und Behandlung von bakteriellen Krankheiten.
Zur Bestimmung der für eine Infektion verantwortlichen Bakterien und zur Verabreichung der entsprechenden Antibiotika-Behandlung wird die Gram-Färbung in Labors auf der ganzen Welt eingesetzt. Um diese Färbung durchzuführen, werden vier Färbereagenzien auf der Basis von Wasser, Alkohol und Aceton auf Bakterien aufgetragen, die auf einem Objektträger aus Glas fixiert sind. Die Färbung erfolgt manuell oder mit Hilfe von automatischen Geräten. Beide Methoden verbrauchen viele Farbmittel und setzen die Laboranten chemisch aggressiven Flüssigkeiten aus. Swissmeca hat eine neue Gram-Färbemethode nach dem Prinzip der Mikrofluidik entwickelt, um den gesamten Färbeprozess auf einem wiederverwertbaren Chip durchzuführen. Mit dieser neuen Methode wird der Farbstoffverbrauch um den Faktor 1000 reduziert, und die Laboranten sind den Farbstoffen nicht mehr ausgesetzt.

 

Die 3 Finalisten des Start-up-Preises

GBY AG, Gibloux, www.gby.swiss
Dreirädriges Bike für Personen mit eingeschränkter Mobilität
Das Start-up-Unternehmen GBY hat das Go-Tryke entwickelt, ein Dreirad mit zwei verbundenen Kurbeln: eine für die Hände und eine für die Füsse. Wenn die Handkurbel aktiviert wird, dreht sich auch die Fusskurbel und respektiert dabei die natürliche physiologische Bewegung des Körpers. Mehrere Studien zeigen, wie wichtig es ist, diese Bewegung bei der Therapie zu berücksichtigen. Das Go-Tryke ist das einzige Dreirad, das diese Bewegung erlaubt. Ein mit Sensoren ausgestatteter elektrischer Motor im Hinterrad kann den Benutzer unterstützen. Mit dem Go-Tryke, das auch auf Feldwegen benutzt werden kann, ist es möglich, Therapie und Sport im Freien zu kombinieren. Es eignet sich besonders gut für einseitig Gelähmte, Menschen mit einer Rückenmarkverletzung, Amputation, oder motorischer Beeinträchtigung sowie für ältere Menschen.

MOBBOT AG, Freiburg, www.themobbot.com
Neue 3D-Betondrucktechnologie
Beton verursacht etwa 8% der weltweiten CO2-Emissionen. Darüber hinaus muss der Bausektor seine Produktivität verbessern. Betonelemente für die Infrastruktur sind ein gutes Beispiel, bei dem die Schalungen manuell hergestellt werden, was arbeits- und kostenintensiv ist. Das Start-up-Unternehmen Mobbot hat den 3D-Betondruck mit Spritzbeton entwickelt. Dieses Verfahren ermöglicht eine schalungsfreie und massgeschneiderte Herstellung. Ein Betonelement für die Infrastruktur wird damit bis zu 25 Mal schneller hergestellt, als mit der traditionellen Methode mit Schalung. Das 3D-Betonsystem von Mobbot steigert die Produktivität und ermöglicht eine schnelle Ausführung ohne Kompromisse bezüglich Dauerhaftigkeit. Darüber hinaus ist es weltweit das einzige, bei dem traditioneller Beton mit lokalen Rohstoffen verwendet werden kann, was die CO2-Bilanz des Sektors verbessert.

ROVENSO AG, Villaz-St-Pierre, www.rovenso.com
Agiler und autonomer Roboter zur Überwachung von Industriestandorten
Die Überwachung von Industriegeländen zur Verhinderung von Sicherheitsvorfällen (Diebstahl, Beschädigung, Spionage usw.) und Sicherheitsunfällen (Wasserschäden, Brände, giftige Lecks usw.) erfordert ein dichtes Netz an Kameras und Sensoren. Diese Apparaturen sind teuer, problematisch ist aber vor allem das mangelnde Verständnis dieser Systeme in Notsituationen. Unweigerlich müssen Menschen aufgeboten werden, was sie möglicherweise in Gefahr bringen kann. Das Start-up ROVENSO hat den Roboter ROVéo entwickelt, der eine durchgehende Überwachung sicherstellen kann. Mit seiner aussergewöhnlichen Mobilität (er kann Treppen steigen) patrouilliert der Roboter völlig autonom und erkennt Vorfälle mit Hilfe von Laservolumetrie, Nachtsicht, Thermografie und Akustik. Die Kombination dieser Funktionen und Technologien ist auf dem Markt einzigartig.

 

Die 3 Finalisten der Auszeichnung Nachhaltige Wirtschaft

Bloom Biorenewables AG, Marly, bloombiorenewables.com
Der verborgene Wert von Biomasse für die Energieversorgung sowie für nachhaltige Produkte
Bloom dreht sich im Kreis, aber in die richtige Richtung: Aus Holzabfällen gelingt es dem Start-up, lösliches Lignin (Lignin ist der «Klebstoff», der die anderen Holzbestandteile zusammenhält) zu gewinnen, das dann als Ersatz für erdölbasierte Verbindungen verwendet wird. Diese finden wir in grossem Massstab beispielsweise in Parfums, Aromen, Tinten, Kosmetika, Medikamenten, Klebstoffen, Kunststoffen und Textilien. Oft unerwartet hoch sind die in diesen Produkten enthaltenen CO2-Mengen. Bloom befreit uns daher von Erdöl, indem es die Abfälle einer Industrie recycelt, die im Kanton sehr präsent ist, nämlich Holz. Bloom ist ein sehr gutes Beispiel für die Kreislaufwirtschaft. Darüber hinaus wählt das Start-up im Einklang mit seinem Geschäftsmodell Lieferanten aus, die ethische und ökologische Kriterien respektieren.

Enoki Sàrl, Freiburg, enoki.ch
Nachbarschaftszentren, die den Bewohnern lokale Aktivitäten und Dienstleistungen anbieten
Enoki ist ein Anwendungsentwickler für Nachhaltigkeit. Das von jungen Architekten und Ingenieuren gegründete Start-up unterstützt Immobilienunternehmen bei der Integration nachhaltiger Aktivitäten und Dienstleistungen in die von ihnen gebauten und renovierten Quartiere. Enoki bietet ganzheitliche Lösungen, die ökologische (Energie, Wasser, Biodiversität), aber auch gesellschaftliche Themen (nachhaltiger Konsum, sozialer Zusammenhalt) berücksichtigen. Diese werden mit dem NeighborHub umgesetzt, einem Quartierhaus, das einen nachhaltigen Lebensstil mit urbanen Gemüsegärten, gemeinsamem Arbeitsbereich oder einem System des Austauschs zwischen Nachbarn ermöglicht. Ziel? Dass jede und jeder einen ökologischen Fussabdruck eines Planeten erreichen kann. Enoki ist bei der Wahl seiner Partner und Lieferanten sehr anspruchsvoll in Bezug auf Ökologie und Ethik. Nachhaltigkeit liegt in Enokis DNA.

La Sieste, Enney, lasieste.ch
Das Lebensmittelgeschäft, das sich Zeit lässt
Ein Lebensmittelgeschäft wie kein anderes, ein Lebensmittelgeschäft, das langsam und nicht zu weit geht: Das Brot kommt aus dem Dorf nebenan, die anderen handgefertigten Waren kommen aus einem Umkreis von 15 km, die übrigen Waren stammen aus dem Kanton Freiburg. Aus ökologischen Gründen verzichtet La Sieste vorerst, über den Kanton hinaus zu liefern. Hier wird offen, ohne Verpackung verkauft, die Produkte sind biologisch und die Preise angemessen: fair für den Gemüsebauer oder Handwerker, zugänglich für eine grosse Kundschaft. Seit seiner Gründung vor drei Jahren hat La Sieste sechs Arbeitsplätze geschaffen. Bei La Sieste ist nicht nur der Kunde König, sondern auch das Produkt: Die Gemüsekisten sind mit den erhältlichen Waren gefüllt, wobei die Kriterien «gesund und saisonal» sind. Worin liegt die Innovation? Die Nähe und eine Kundschaft, die sich an das Produkt anpasst und nicht umgekehrt.

 

Publikumswahl für Start-up-Preis - www.innovation-fribourg.ch

Ab heute Freitag, 9. Oktober, hat die Bevölkerung die Möglichkeit, den Gewinner des Start-up-Preises zu wählen. Die Wahl per SMS ist bis zum 8. November möglich. Eine SMS kostet 20 Rappen und pro Telefonnummer ist nur eine Stimme möglich. Die SMS ist an die Nummer 939 zu senden, wobei für jeden Finalisten ein anderes Keyword einzugeben ist:

Start-up

Sitzgemeinde

Keyword

GBY AG

Gibloux

FRI A

MOBBOT AG

Freiburg

FRI B

ROVENSO AG

Villaz

FRI C

 

Für die Publikumswahl wurden Videoclips gedreht, in denen die drei jungen Unternehmen ihre Innovationen vorstellen. Unter allen Teilnehmenden der SMS-Publikumswahl werden attraktive Preise verlost, die durch die Freiburger Kantonalbank gestiftet werden. Der Hauptgewinn ist 1’000 Franken in bar, ausserdem werden 25 x 2 Tageskarten für die Freiburger Bergbahnen verlost. Sie finden die wichtigsten Informationen sowie die Videos aller Finalisten unter
www.innovation-fribourg.ch