Freiburger Konjunkturspiegel: Ein paar Wolken sind über dem Kanton Freiburg aufgezogen, aber die Aussichten bleiben günstig

24 November 2021 - 07H33

Die jüngsten Ergebnisse der KOF Konjunkturumfrage in der Industrie im Oktober zeigen, dass sich mehrere Lageindikatoren verdüstert haben.

In der Industrie insgesamt war ein Rückgang der Indikatoren zum Geschäftsgang, dem Bestellungseingang, den Personalbeständen, den Lagerbeständen an Vor- und Fertigprodukten und den technischen Kapazitäten zu verzeichnen. Mit Ausnahme der Holz- und Papierindustrie sowie des Druckgewerbes verschlechtert sich die Beurteilung der Geschäftslage in allen betrachteten Branchen. Obwohl die Ergebnisse bei den Indikatoren zu den Aussichten eine Verlangsamung erleben, bleiben sie im positiven Bereich. Die Indikatoren zu den Personalbeständen, zur Produktion und zu den Verkaufspreisen befinden sich sogar auf einem höheren Niveau als auf Landesebene. Mangelnde Arbeitskräfte und mangelnde Nachfrage sind in der Industrie insgesamt die wichtigsten Beeinträchtigungen. Im Einzelhandel sind sowohl die Lageindikatoren als auch jene zu den Aussichten im positiven Bereich geblieben. Einzig der Indikator zu den Geschäftslageaussichten lag tiefer als in der letzten Umfrage und der Indikator zum Verkaufsvolumen war in den letzten drei Monaten leicht rückläufig.

Wie in der übrigen Schweiz verbessert sich auch in Freiburg die Situation auf dem Arbeitsmarkt allmählich. Die Arbeitslosenquote, einer der Indikatoren, die nicht zur KOF-Konjunkturumfrage gehören, blieb in Freiburg im Oktober gegenüber dem Vormonat stabil und lag bei 2,6%, 0,1 Punkt über dem Landesdurchschnitt. Der Kanton Freiburg verzeichnet 179 Stellensuchende weniger als im Vormonat und 1308 weniger als im Oktober 2020. Gemäss den saisonbereinigten Zahlenreihen sinkt die Arbeitslosenquote weiterhin, sowohl in der Schweiz als auch im Kanton Freiburg. Die Kurve für den Kanton Freiburg hat jene der Schweiz erreicht. Denselben rückläufigen Trend erleben auch die Gesuche um Bewilligung von Kurzarbeit (KA) sowie die effektiv abgerechnete Kurzarbeit. Das Institut CREA hat seine Prognosen für das Wachstum in der Freiburger Wirtschaft nach oben korrigiert und schätzt es auf 3,2% für 2021 (0,5 Punkte mehr als in den letzten Prognosen von Oktober 2020). Für 2022 rechnet das Institut CREA für Freiburg mit einem Wirtschaftswachstum von 3,4% (3,4% auch für die Schweiz). Auf Ebene der Wirtschaftszweige beobachtet man eine starke Zunahme der bewilligten Bauten. Dies ist hauptsächlich auf die Annahme eines neuen Immobilienprojekts von über 300 Wohnungen in der Stadt Freiburg zurückzuführen. Die Hotelübernachtungen nehmen weiterhin stark zu, wobei die Zunahme gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat im Kanton Freiburg stärker war als im Landesdurchschnitt. Wie auf Landesebene, nimmt der Indikator zur Inkraftsetzung neuer Personenwagen auch im Kanton Freiburg immer noch ab. Im Vergleich zum September sind die Freiburger Importe und Exporte rückläufig, aber im Aufwind gegenüber dem Vorjahr.

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