Freiburger Konjunkturspiegel: Die Zukunft bestimmter Branchen gerät ins Wanken

28. August 2020 -08h32

In der KOF-Umfrage vom Juli waren die Befragten in der gesamten Industrie optimistischer als in den Vormonaten hinsichtlich Geschäftslage, Verkaufspreisen, Auslastung der Produktionskapazitäten, Auftragseingang und Geschäftsaussichten. Die Indikatoren für den Personalbestand und die Ertragslage blieben jedoch im roten Bereich.

Conjoncture fribourgeoise
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Die Freiburger Lebensmittelindustrie erlebte während der Krise eine besondere Situation. Die Auftragsbücher haben sich gefüllt, auch mit Bestellungen aus dem Ausland, und die Lagerbestände sind zurückgegangen. Alle Indikatoren zeigen, dass in dieser Branche eine starke Nachfrage herrschte und dass dieses Phänomen in Freiburg stärker ausgeprägt war als im Landesdurchschnitt. Die KOF-Umfrage zeigt aber auch, dass sich eine Rückkehr zur Normalität abzeichnet. Trotz Besserung der Geschäftsaussichten auf 6 Monate befindet sich die Holz-, Papier- und Druckindustrie in einer schwierigen Phase. Die Chemie-, Pharma- und Kunststoffindustrie befindet sich nach wie vor im Aufwind, sowohl im Kanton Freiburg als auch in der übrigen Schweiz. In den Sektoren Metallprodukte, Maschinen und Transportausrüstung scheinen sich sowohl die Geschäftslage als auch die Aussichten weiter zu verschlechtern. Für die meisten Branchen ist mangelnde Nachfrage das wichtigste Produktionshemmnis. Solange sich die wirtschaftliche Situation in den Partnerländern nicht verbessert, werden diese Branchen noch weiter leiden müssen. Im Freiburger Detailhandel entsprechen die Geschäftslage und die Aussichten dem Landesdurchschnitt. Insgesamt zeigen alle Indikatoren ein weniger pessimistisches Niveau an als in den Vormonaten.

Unter den Indikatoren ausserhalb der KOF-Umfrage lag die Freiburger Arbeitslosenquote im Juli bei 3,4% und damit 0,2 Punkte über dem Schweizer Durchschnitt. Gleichfalls ist im Juli die Zahl der Stellensuchenden weiter angestiegen auf 9’679 (+113 im Vergleich zum Vormonat). Die Zahl der laufenden Anträge auf Kurzarbeit ist nach wie vor sehr hoch (6’405 im Juli), auch wenn erst nach Abrechnung bekannt sein wird, in welchem Umfang die Kurzarbeitgenehmigungen auch tatsächlich gebraucht worden sind. Die Zahl der Neufahrzeugzulassungen scheint sich zu erholen, in Freiburg stärker als in der restlichen Schweiz. Die Hotelübernachtungszahlen bleiben hingegen im roten Bereich.

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Einige konjunkturelle Indikatoren auf unserer Website:

- Wirtschaftsbarometer

Bautätigkeit

- Geschäftsgang in der Industrie

- Immobilienverkäufe

- Aussenhandel

- Logiernächte

- Arbeitslosigkeit

- Inverkerhrsetzungen neuer Personenwagen