Freiburger Konjunkturspiegel: Der Kanton Freiburg ist noch nicht über dem Berg

26. Februar 2021 -17h08

Der folgende Kommentar für den Kanton Freiburg basiert auf den Ergebnissen der KOF-Konjunkturumfrage vom Januar 2021. Der Bundesrat hat zwar die Verschärfung der Schutzmassnahmen am 13. Januar verkündet, aber es ist kein Meinungsumschwung in der Industrie bei den Antworten vor und nach dem Entscheid festzustellen. Der Geschäftsgang hat sich nach einer kurzen Erholung im Herbst 2020 wieder verschlechtert. Angesichts der coronabedingten Umstände bleibt der Rückgang allerdings noch im Rahmen. Die positiven Erwartungen in der zweiten Hälfte des letzten Jahres mussten allerdings nach unten korrigiert werden.

Freiburger Konjunktur © Etat de Fribourg - Staat Freiburg

In allen Branchen erweist sich der Nachfragemangel als Hauptproduktionshemmnis. Selbst in der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie, die sonst sehr krisenresistent ist, sind die meisten Unternehmer mit der Geschäftslage unzufrieden. Nur gerade die Chemie-, Pharma- und Kunstoffprodukteindustrie sieht die Lage nicht ganz so düster. Hier macht nur der niedrige Auftragsbestand Sorgen. Im Detailhandel ist der Grossteil der Antworten vor den Schliessungen eingegangen. Darum ist die Interpretation der Resultate heikel. Der Geschäftsgang schien anfangs Jahr noch relativ gut. Die Aussichten für die nächsten sechs Monaten sind aber ähnlich pessimistisch wie beim ersten Lockdown. Obwohl die Arbeitslosenquote im Januar auf rekordverdächtige 3,9% gestiegen ist, kann man in der saisonbereinigten Zeitreihe nach dem Anstieg zu Beginn der Pandemie sogar einen kleinen Rückgang von 0,1 Prozentpunkten im Vergleich zum Vormonat feststellen, womit die Quote bei 3,3% liegt. Dies ist den Unterstützungsmassnahmen zu verdanken. Die laufenden Anträge auf Kurzarbeit haben darum seit letztem Herbst wieder zugenommen. Die Anzahl Konkurse blieb hingegen durchschnittlich. Die Anzahl Logiernächte in den Hotels hat in einem ähnlich besorgniserregenden Ausmass wie beim ersten Lockdown abgenommen.

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Einige konjunkturelle Indikatoren auf unserer Website:

- Wirtschaftsbarometer

Bautätigkeit

- Geschäftsgang in der Industrie

- Stromverbrauch

- Bruttoinlandprodukt (BIP) real

- Logiernächte

- Arbeitslosigkeit

- Inverkerhrsetzungen neuer Personenwagen