Massnahmen im Bereich der Ausbildung

Die vorgeschlagenen Begleitmassnahmen im Bereich der Ausbildung sollen vor allem natürlichen Personen helfen, die von den Auswirkungen der Gesundheits- und Wirtschaftskrise betroffen sind (Verlust des Arbeitsplatzes, schlechte Aussichten auf dem Arbeitsmarkt, unsichere Zukunftsaussichten usw.). Mit ihnen sollen die Unternehmen auch ermutigt werden, Lehrstellen zu beizubehalten und/oder zu schaffen, da der Bereich der Berufsausbildung stark von der Krise betroffen ist. Die Gesamtkosten für diese Massnahmen belaufen sich auf 6 970 000 Franken. Folgende Massnahmen sind geplant:

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    • Be­schrei­bung der Mass­nah­me: Um die Schaf­fung von Lehr­stel­len zu er­leich­tern und zum Er­halt be­stehen­der Lehr­stel­len bei­zu­tra­gen, sieht die Mass­nah­me vor, einen Bei­trag an die ers­ten Mo­nats­ge­häl­ter einer ler­nen­den Per­son im ers­ten Lehr­jahr in Form eines Gut­scheins von 1000 Fran­ken zu leis­ten. Die­ser Gut­schein kann von allen Bil­dungs­be­trie­ben mit einer gül­ti­gen Bil­dungs­be­wil­li­gung und pro aus­bil­dungs­be­rech­tig­te Ein­heit (ein Un­ter­neh­men kann in meh­re­ren Be­rei­chen aus­bil­den) ein­ge­löst wer­den. Die Mass­nah­me be­steht in der Ver­ga­be eines Gut­scheins bei der Ein­stel­lung einer ler­nen­den Per­son im 1. Lehr­jahr in einem der nächs­ten drei Schul­jah­re. Der Gut­schein wird nur in einem Schul­jahr und nur für einen Lehr­be­ruf ver­ge­ben (ein Un­ter­neh­men kann meh­re­re Lehr­be­ru­fe auf­wei­sen). Es sei dar­auf hin­ge­wie­sen, dass diese Mass­nah­me von den an­ge­hör­ten wirt­schaft­li­chen und so­zia­len In­ter­es­sen­grup­pen vor­ge­schla­gen und un­ter­stützt wurde.
    • Kos­ten: 5 000 000 Fran­ken
    • Er­war­te­ter Bun­des­bei­trag: -
    • Frist für die Rea­li­sie­rung: Ein­lö­sung von Gut­schei­nen wäh­rend der Schul­jah­re 2020/21, 2021/22 und 2022/23
    • Ge­setz­li­che Grund­la­ge: Ge­setz vom 13. De­zem­ber 2007 über die Be­rufs­bil­dung (BBiG; SGF 420.1).
    • Formular: Beitrag an den lohn von lernenden im 1. lehrjahr
    • Be­schrei­bung der Mass­nah­me: Die Ge­sund­heits- und Wirt­schafts­kri­se hat zahl­rei­che, bis­her schwarz an­ge­stell­te Per­so­nen in eine pre­kä­re Lage ver­setzt. Viele die­ser Per­so­nen ver­fü­gen über keine Aus­bil­dung. Die Mass­nah­me be­steht daher in der Ver­ga­be von Sti­pen­di­en für Per­so­nen, die über 25 Jah­re alt sind und keine Aus­bil­dung haben, und für Per­so­nen, die eine Um­schu­lung be­nö­ti­gen, weil sie in ihrem Beruf keine Ar­beit mehr fin­den. Für Men­schen, die über 25 Jah­re alt sind, bie­tet das der­zei­ti­ge Sti­pen­dien­sys­tem fast keine Mög­lich­keit zur Um­schu­lung oder Erst­aus­bil­dung. Denn un­ab­hän­gig vom Alter der in Ausbildung befindlichen Person wird bei der Be­rech­nung des Sti­pen­di­ums die fi­nan­zi­el­le Si­tua­ti­on der El­tern be­rück­sich­tigt. Aus­ser­dem be­steht eine Ober­gren­ze von 12 000 Fran­ken für die Se­kun­dar­stu­fe II (ins­be­son­de­re für Lehr­stel­len) und von 16 000 Fran­ken für den ter­tiä­ren Bil­dungs­be­reich. Diese Ele­men­te ma­chen ein Aus­bil­dungs­vor­ha­ben oft un­durch­führ­bar. Das Ziel die­ser Mass­nah­me ist es daher, für be­stimm­te Per­so­nen­grup­pen die Ober­gren­ze der Sti­pen­di­en auf­zu­he­ben und die fi­nan­zi­el­le Si­tua­ti­on der El­tern nicht mehr zu be­rück­sich­ti­gen. 
    • Kos­ten: 1 600 000 Fran­ken
    • Er­war­te­ter Bun­des­bei­trag: -
    • Frist für die Rea­li­sie­rung: so­fort, für die Dauer der Aus­bil­dung
    • Ge­setz­li­che Grund­la­ge: Ge­setz vom 14. Fe­bru­ar 2008 über die Sti­pen­di­en und Stu­di­en­dar­le­hen (StiG; SGF 44.1).
    • Be­schrei­bung der Mass­nah­me: Als Folge der Ge­sund­heits- und Wirt­schafts­kri­se be­an­tra­gen viele Un­ter­neh­men Kurz­ar­beits­ent­schä­di­gung, spre­chen Ent­las­sun­gen aus oder geben ihre Tä­tig­keit de­fi­ni­tiv auf. Man­che Per­so­nen sind be­reits ar­beits­los, an­de­re be­fürch­ten eine bal­di­ge Ent­las­sung und hal­ten es für not­wen­dig, sich rasch um­zu­schu­len oder sich be­ruf­lich neu aus­zu­rich­ten. Ge­gen­wär­tig gibt es be­reits eine be­trächt­li­che Welle von An­fra­gen für Ge­sprä­che von Er­wach­se­nen mit Be­rufs­be­ra­te­rin­nen und -be­ra­tern des Amts für Be­rufs­be­ra­tung und Er­wach­se­nen­bil­dung (BEA). Um einen ers­ten Be­ra­tungs­ter­min zu er­hal­ten, muss mit einer Frist von sechs Wo­chen ge­rech­net wer­den. Die Nach­fra­ge nach Lauf­bahn­be­ra­tung und Neu­ori­en­tie­rung für Er­wach­se­ne war schon vor der ak­tu­el­len Krise sehr hoch. Es wird eine gros­se Welle von An­fra­gen für Be­ra­tungs­ter­mi­ne er­war­tet, und eine wei­te­re Zu­nah­me der War­te­zeit wäre kontraproduktiv. Die Mass­nah­me zielt daher dar­auf ab, die Mit­tel, die dem BEA zur Ver­fü­gung ste­hen, zu er­hö­hen, damit es die steigende Nachfrage bewältigen kann.
    • Kos­ten: 200 000 Fran­ken
    • Er­war­te­ter Bun­des­bei­trag: in Ver­hand­lung, höchs­tens 80 % der Kos­ten
    • Frist für die Rea­li­sie­rung: so­fort
    • Ge­setz­li­che Grund­la­ge: -
    • Be­schrei­bung der Mass­nah­me: Im Rah­men der So­fort­mass­nah­men zur Ab­fe­de­rung der Krise wur­den Mit­tel be­reit­ge­stellt, um die Har­mos-Elft­kläss­ler, die kurz vor Ab­schluss ihrer ob­li­ga­to­ri­schen Schul­zeit stan­den und keine Lö­sung für ihre wei­te­re Aus­bil­dung ge­fun­den haben, über die Ak­ti­on «Last Mi­nu­te» bei der Lehr­stel­len­su­che zu un­ter­stüt­zen. Es stellt sich je­doch her­aus, dass die Har­mos-Zehnt­kläss­ler in ihrem letz­ten Schul­jahr (2020/2021) eben­falls stark be­nach­tei­ligt sein wer­den. Die be­trof­fe­nen Ju­gend­li­chen konn­ten näm­lich keine nor­ma­len Schnup­per­leh­ren be­su­chen und sind auf die Be­rufs­wahl im kom­men­den Schul­jahr zu wenig vor­be­rei­tet. Die zu­stän­di­gen Be­rufs­be­ra­te­rin­nen und -be­ra­ter kön­nen den Rück­stand im 2. Quar­tal des 10. Har­mos-Schul­jah­res nicht auf­ho­len. Wird nichts un­ter­nom­men, so wer­den die Ju­gend­li­chen auf­grund ihrer un­ge­nü­gen­den Vor­be­rei­tung (ins­be­son­de­re die Schü­le­rin­nen und Schü­ler mit er­höh­tem Ri­si­ko) stark be­nach­tei­ligt sein. Um die­sen Rück­stand auf­zu­ho­len, be­inhal­tet die Mass­nah­me spe­zi­el­le Work­shops, die für die Schü­le­rin­nen und Schü­ler mit den gröss­ten Schwie­rig­kei­ten be­stimmt sind und von Be­rufs- oder In­te­gra­ti­ons­be­ra­te­rin­nen und -be­ra­tern wäh­rend der Schul­zeit di­rekt in den Ori­en­tie­rungs­schu­len an­ge­bo­ten wer­den. Das Ziel ist es, die be­trof­fe­nen Ju­gend­li­chen bei der Lehr­stel­len­su­che zu un­ter­stüt­zen (Aus­ar­bei­tung der Be­wer­bungs­map­pe, Vor­be­rei­tung auf Vor­stel­lungs­ge­sprä­che usw.).
    • Kos­ten: 200 000 Fran­ken
    • Er­war­te­ter Bun­des­bei­trag: in Ver­hand­lung, höchs­tens 80 % der Kos­ten
    • Frist für die Rea­li­sie­rung: so­fort
    • Ge­setz­li­che Grund­la­ge: -