Covid-19 und Beschäftigung im Kanton Freiburg: von einer schweren Krise zu einer langsamen Erholung

11. Juni 2021 -11h27

Die Freiburger Wirtschaft wurde von der Covid-19-Pandemie hart getroffen. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote lag im Jahr 2020 bei 3,3 %, während sie im Vorjahr noch 2,5 % betragen hatte (+0,8 Prozentpunkte). Zwischen Ende Februar 2020, kurz vor Ausbruch der Krise, und Ende Februar 2021, bevor Anfang März die Einschränkungen im Zusammenhang mit der zweiten Coronavirus-Welle erstmals gelockert wurden, hat die Arbeitslosenquote gar um einen Prozentpunkt zugenommen. Der Handel und das Gastgewerbe gehören zu den am stärksten betroffenen Branchen. Mit dem flächendeckenden Einsatz von Kurzarbeit konnten namentlich die negativen Auswirkungen der Pandemie auf die Wirtschaft teilweise abgefedert werden. Im ersten Halbjahr 2021 zeigt sich eine leichte Erholung, denn die Arbeitslosenquote geht seit Februar stetig zurück und beträgt im Mai noch 3,1 %. Die schrittweise Aufhebung der Massnahmen gegen das Coronavirus und die voranschreitende Impfkampagne lassen hoffen, dass die Zahl der Stellensuchenden in diesem Jahr abnimmt.

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Die Volkswirtschaftsdirektion hat heute Vormittag eine Medienkonferenz abgehalten und Bilanz über die Folgen der COVID-19-Pandemie für die Beschäftigung gezogen. Die Coronavirus-Pandemie hat den Freiburger Arbeitsmarkt in eine schwere Krise gestürzt. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote nahm zwischen 2019 und 2020 um 0,8 Prozentpunkte zu und stieg von 2,5 % auf 3,3 %. Betrachtet man nur den Zeitraum zwischen Ende Februar 2020 – kurz bevor sich das Virus mit seinen Auswirkungen auf die Wirtschaft ausgebreitet hat – und Ende Februar 2021 – vor der schrittweisen Lockerung der Massnahmen gegen das Coronavirus, die aufgrund der zweiten Welle getroffen wurden – ist der Unterschied noch ausgeprägter. Denn in diesem Zeitraum ist die Arbeitslosenquote um einen Prozentpunkt von 2,8 % (4854 Personen) auf 3,8 % (6549 Personen) gestiegen.

Der Handel, das Gastgewerbe, der Tourismus, der Veranstaltungssektor und in einem geringeren Masse das Baugewerbe haben am meisten unter der Krise gelitten. Auch wenn alle Altersklassen betroffen waren, so sind die jungen und älteren Arbeitnehmenden doch seit jeher am stärksten von Arbeitslosigkeit bedroht.

Flächendeckender Einsatz von Kurzarbeit zur Sicherung der Arbeitsplätze
Die Kurzarbeitsentschädigung, deren Inanspruchnahme seit Beginn der Pandemie systematisch erleichtert wurde, hat massgeblich dazu beigetragen, die negativen Auswirkungen der Krise auf die Wirtschaft abzufedern. Von Januar 2020 bis Mai 2021 hat die Öffentliche Arbeitslosenkasse (ÖALK) Kurzarbeitsentschädigungen über einen Gesamtbetrag von 292 Millionen Franken an 5369 Freiburger Unternehmen ausgezahlt. Damit hat die ÖALK 90 % der Kurzarbeitsentschädigungen abgedeckt, die im Kanton gezahlt wurden. Dazu kamen weitere
Unterstützungsbeiträge vom Bund und Finanzhilfen vom Kanton für einen Betrag von fast 110 Millionen Franken (Wiederankurbelungsplan, Sofortmassnahmen, Härtefälle usw.).

Um diese Ausnahmesituation und die zusätzliche Arbeitsbelastung zu bewältigen, haben das Amt für den Arbeitsmarkt (AMA) und die ÖALK verschiedene Massnahmen getroffen. Sie haben namentlich ihr Personal aufgestockt und die Entwicklung ihrer Online-Dienste für die Stellensuchenden beschleunigt.

Entspannung auf dem Arbeitsmarkt
Im ersten Halbjahr 2021 zeigt sich eine leichte Erholung: Die Arbeitslosenquote ist seit Februar rückläufig und lag im Mai noch bei 3,1 %. Mehrere Punkte machen zudem Hoffnung auf eine dauerhafte Verbesserung der Lage auf dem Arbeitsmarkt, nämlich die Vielfältigkeit des Freiburger Wirtschaftsgefüges – die eine gute Widerstandsfähigkeit bietet –, die schrittweisen Lockerungen der Gesundheitsmassnahmen im Zusammenhang mit der zweiten Coronavirus-Welle, der positive Saisoneffekt und das Voranschreiten der Impfkampagne.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) sieht gemäss seinen letzten Prognosen vom März 2021 nach der schrittweisen Lockerung der Corona-Massnahmen eine zügige Konjunkturerholung voraus. An der Beschäftigungsfront rechnet das AMA für das laufende Jahr derzeit mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 3,5 % und einer durchschnittlichen Stellensuchendenquote von 5,6 %. Diese Zahlen liegen aber immer noch über jenen von 2019, bevor sich das Coronavirus ausgebreitet hat. Zudem sind durchschnittlich rund 2200 Personen mehr bei den regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) angemeldet. Wie sich die Rückkehr zum normalen Verfahren bei Kurzarbeit auf die Arbeitslosigkeit auswirkt, muss ebenfalls berücksichtigt werden. Letztlich sind diese Prognosen mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet, sie verbreiten aber vorsichtigen Optimismus.