Freiburger Konjunkturspiegel - neue Ausgabe

Eine Quartalsübersicht über die Freiburger Wirtschaft, speziell für die Wirtschaftskreise des Kantons

Conjoncture fribourgeoise
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Indikatoren: November 2019

Diese Indikatoren fassen die wichtigsten Resultate der KOF-Konjunkturumfrage in der Industrie und im Detailhandel zusammen. Sie bieten auch eine Übersicht über die konjunkturellen Tendenzen im Aussenhandel, Arbeitsmarkt, Bauwesen und Konsum.

Indicateurs ensemble de l'industrie - novembre 2019
Indicateurs ensemble de l'industrie (suite) - novembre 2019
Indicateurs commerce de détail et international - novembre 2019
Indicateurs marché du travail et autres - novembre 2019
Autres indicateurs - novembre 2019
Indicateurs ensemble de l'industrie - novembre 2019
Indicateurs ensemble de l'industrie (suite) - novembre 2019
Indicateurs commerce de détail et international - novembre 2019
Indicateurs marché du travail et autres - novembre 2019
Autres indicateurs - novembre 2019
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Kommentar

Gegenwinde untergraben das Weltwirtschaftswachstum

In diesem vergangenen Quartal hat der Internationale Währungsfonds seine Aussichten zum Weltwirtschaftswachstum erneut nach unten revidiert. Für 2019 rechnet man nun mit 3,0%, also 0,2 Punkte weniger als im Sommer noch prophezeit. Somit ist auch der tiefste Stand seit der Finanzkrise von 2008 erreicht worden. Doch bereits 2020 wird es etwas besser gehen, mit einem Wachstum, das mit 3,4% gegenüber den letzten Prognosen nur 0,1 Punkte verloren hat. Steigende Importzölle und die Ungewissheit in der Wirtschaftspolitik haben die Investitionen und die Nachfrage nach Ausrüstungsgütern gebremst, die zu einem regen Handel gehören. Ausserdem hat auch die Automobilindustrie einen Rückgang erlebt, zum Teil aus brancheneigenen Gründen, wie etwa der Einführung neuer Abgasvorschriften in der Eurozone und China. Der Dienstleistungssektor hingegen vermag sich in den meisten Ländern gut zu behaupten und den Arbeitsmarkt zu stabilisierten, zumindest in den Industrieländern.

Die Aussichten verdüstern sich auch für die Schweiz

Die Expertengruppe des Bundes hat seine Aussichten für die Schweizer Wirtschaft ebenfalls nach unten korrigiert. Das Wachstum für 2019 wird nun auf 0,8% geschätzt, d. h. 0,4 Punkte weniger als im Juni. Die Aussichten für 2020 bleiben bei 1,7%, namentlich angesichts der günstigen Auswirkungen, welche die kommenden grossen internationalen Sportveranstaltungen auf das BIP haben sollten. Der in den letzten Monaten gestiegene Schweizerfranken hat die Lage auf dem Exportmarkt, der ohnehin schon unter der Abkühlung der Handelsbeziehungen leidet, noch verschlimmert. Die Expertengruppe erwartet ein unterdurchschnittliches Wachstum der Ausfuhren (und der Einfuhren ebenfalls). In der Industrie wird weniger investiert, denn die Auslastung der Produktionskapazitäten hat schon seit dem Sommer mangels Nachfrage abgenommen. Der Bestellungseingang entwickelt sich nur zögernd, insbesondere in der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM). Das Baugewerbe ist ebenfalls rückläufig. Selbst wenn die geringen Zinssätze die Produktion antreiben, so nehmen die Leerwohnungen zu und die Baugesuche ab, was Anzeichen für eine Sättigung des Markts sind. Doch das Konsumverhalten der Privathaushalte ist dank geringer Arbeitslosenquote (2,2% im Oktober auf Landesebene) und Inflation nach wie vor kräftig.

Der Freiburger Himmel bedeckt sich ebenfalls

Laut den Angaben der Unternehmer zur Geschäftslage, welche im Oktober im Rahmen der KOF-Konjunkturumfrage gesammelt worden sind, hat sich der Gesundheitszustand der Wirtschaft im Kanton seit diesem Sommer noch verschlechtert. In sämtlichen Industriezweigen haben die Auftragsreserven abgenommen. Auch wenn auf Landesebene ein kräftiger Konsum der privaten Haushalte zu verzeichnen ist, sind die Indikatoren im Einzelhandel nicht besonders erfreulich, was wohl ein Anzeichen dafür ist, dass die Schwierigkeiten in dieser Branche nicht nur konjunkturell, sondern auch strukturell sind. Seit der letzten Ausgabe ist die Arbeitslosenquote um 0,2 Punkte auf 2,4% gestiegen. Selbst wenn sie insgesamt und gegenüber der restlichen Westschweiz sehr gering ist, so tendiert die Arbeitslosenquote in Freiburg vom Landesdurchschnitt abzuheben. Eine Rückkehr der Teilarbeitslosigkeit ist zu verzeichnen, auch wenn es sich im Moment nur um vereinzelte Fälle handelt. Der Indikator der bewilligten Bauten steht auf Rot und belegt damit, dass der Markt auf das abnehmende Bevölkerungswachstum reagieren muss. Überraschenderweise steht der Indikator der Zulassungen von Neufahrzeugen auf Grün und folgt somit nicht dem beobachteten Trend im Einzelhandel.

Quellen

Internationaler Währungsfonds (IWF), SNB, Bundesamt für Statistik, Eidgenössische Zollverwaltung, Seco, Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich, Institut Créa d'économie appliquée de la Faculté HEC de l’Université de Lausanne, Amt für den Arbeitsmarkt des Kantons Freiburg, Amt für Statistik des Kantons Freiburg

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