Freiburger Konjunkturspiegel - neue Ausgabe

Eine Quartalsübersicht über die Freiburger Wirtschaft, speziell für die Wirtschaftskreise des Kantons

Conjoncture fribourgeoise
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Indikatoren: August 2019

Diese Indikatoren fassen die wichtigsten Resultate der KOF-Konjunkturumfrage in der Industrie und im Detailhandel zusammen. Sie bieten auch eine Übersicht über die konjunkturellen Tendenzen im Aussenhandel, Arbeitsmarkt, Bauwesen und Konsum.

Indicateurs ensemble de l'industrie - août 2019
Indicateurs ensemble de l'industrie (suite) - août 2019
Indicateurs commerce de détail et international - août 2019
Indicateurs marché du travail et autres - août 2019
Autres indicateurs - août 2019
Indicateurs ensemble de l'industrie - août 2019
Indicateurs ensemble de l'industrie (suite) - août 2019
Indicateurs commerce de détail et international - août 2019
Indicateurs marché du travail et autres - août 2019
Autres indicateurs - août 2019
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Kommentar

Mühsamer Aufschwung der Weltwirtschaft

Der Internationale Währungsfonds hat seine Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft abermals reduziert. Für 2019 rechnet er mit 3,2% und für 2020 mit 3,5% (also 0,3 Punkte respektive 0,1 Punkte weniger als in den letzten Prognosen). Zurückzuführen ist dies auf die Eskalation der Spannungen zwischen den USA und China, die drohenden Auswirkungen des Brexit und zunehmenden geopolitischen Spannungen, von den Unruhen in Hongkong und der Regierungskrise in Italien ganz abgesehen, deren Auswirkungen noch erst kommen werden. Die Ausgaben sowohl der Unternehmen als auch der Privathaushalte nehmen ab. Das Weltwirtschaftswachstum wird 2020 von der Widerstandsfähigkeit der Schwellen- und Entwicklungsländer abhängen und von der Fähigkeit von internationalen Organismen, Wirtschaftskonflikte mittels Abkommen und Reglementierungen beizusetzen.

Der starke Franken ist zurück

In ihrem letzten Bericht von Juni zeigte sich die Expertengruppe des Bundes noch relativ optimistisch zur Schweizer Wirtschaft und erhöhte seine Prognosen für das reale Wachstum für 2019 von 1,1% im März auf 1,2%, während sie die Aussichten für 2020 auf 1,7% beliess. Aber in diesem Bericht war auch von Risiken die Rede, die sich seither nicht verflüchtigt haben, ganz im Gegenteil. Wahrscheinlich werden die Prognosen nach unten korrigiert sein, wenn diese Expertengruppe im September ihren nächsten Bericht veröffentlicht. Das internationale Umfeld löst Bedenken hinsichtlich der wirtschaftlichen Gesundheit der ausländischen Kunden und Partner der Schweizer Industrie aus und drückt den Schweizerfranken nach oben. Seit Mai hat der Euro gegenüber dem Franken ständig an Wert verloren. Die Sichtguthaben der SNB steigen, was vermuten lässt, dass sie wahrscheinlich auf dem Devisenmarkt interveniert um zu verhindern, dass der Franken abhebt. Sie tut dies statt den Zinssatz auf Giroguthaben zu senken, der ohnehin bereits negativ ist. Diese Situation kann aber nicht ewig dauern, was der schweizerischen Exportindustrie und jeder Industrie, die gegen ausländische Konkurrenz kämpfen muss, Sorge bereitet.

Freiburg: die Lage ist alles andere als glänzend

Die Geschäftsgangsindikatoren der KOF haben sich im beobachteten Quartal allesamt verdüstert. Man verzeichnet eine Verschlechterung des Geschäftsgangs und des Bestellungseingangs, gepaart mit einer geringeren Auslastung der Produktionskapazitäten. Der Beschäftigungsindikator liegt klar im roten Bereich und zeugt von Überkapazitäten im Personalbereich, die im Kanton Freiburg ausgeprägter sind als in der übrigen Schweiz. Gleichzeitig haben sich aber die Indikatoren zu den Prognosen im Vergleich zum vergangenen Quartal nicht verschlechtert, was bedeutet, dass die Unternehmer, die am Konjunkturtest teilnehmen, meinen, dass die gegenwärtige Verschlechterung nicht von Dauer sein dürfte. Die Arbeitslosenquote bleibt im Kanton gering, selbst wenn sie weniger abgenommen hat als im Landesdurchschnitt. In den vergangenen Monaten hat sich das Bevölkerungswachstum in Freiburg weiter verringert. Logischerweise wirkt sich diese Abnahme negativ auf die Nachfrage aus, insbesondere in Branchen wie dem Wohnungsbau, die direkt vom Bevölkerungswachstum abhängig sind. Trotz allem ist im Baugewerbe vorläufig noch kein spürbarer Rückgang zu verzeichnen. Die Baubewilligungen sind in etwa auf demselben Niveau geblieben. Es muss dabei gesagt werden, dass die Hypothekarzinssätze sehr tief sind und dass es für Anleger nicht viele Alternativen für sichere und rentable Investitionen gibt. Diese Situation auf dem Immobilienmarkt für Renditeobjekte ist nicht ungefährlich und die SNB liess im letzten Juni verlauten, dass sie «regelmässig überprüfe, ob der antizyklische Kapitalpuffer nicht angepasst werden muss».

Quellen

Internationaler Währungsfonds (IWF), SNB, Bundesamt für Statistik, Eidgenössische Zollverwaltung, Seco, Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich, Institut Créa d'économie appliquée de la Faculté HEC de l’Université de Lausanne, Amt für den Arbeitsmarkt des Kantons Freiburg, Amt für Statistik des Kantons Freiburg

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