Geboren am 8. Februar 1944 in Domdidier. Katholisch, von Domdidier. Seine Eltern sind Arthur, Landwirt, Ammann, Friedensrichter und konservativer Grossrat, und Marie-Thérèse geb. Chardonnens, Hausfrau. Er ist das älteste von fünf Kindern. 1973 heiratet er Anne-Michèle Lottaz. Das Paar hat zwei Kinder. Ein drittes Kind geht aus seiner Verbindung mit Marie-Laurence Tâche hervor.

Pascal Corminboeuf, ancien Conseiller d'Etat/alt Staatsrat, (1944)
Pascal Corminboeuf, ancien Conseiller d'Etat/alt Staatsrat, (1944) © Tous droits réservés
Pascal Corminboeuf, (1996-2011), unabhängig

Pascal Corminboeuf, dem sein Vater, Autodidakt und Patoisliebhaber, die Freude am Dialekt der Broye vermittelt, besucht die Primarschule in Domdidier, die Sekundarschule in Estavayer-le-Lac (4 Jahre) und das Kollegium St. Michael (4 Jahre), das er mit der lateinisch-griechischen Matura abschliesst. Als Stellvertreter unterrichtet er anschliessend ein Vollzeitjahr an der Sekundarschule in Estavayer-le-Lac. Von 1965 an studiert er drei Jahre lang Französisch, Philologie und Geschichte an der Universität Freiburg und ist daneben weiterhin als Lehrer tätig, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

1968 wendet er sich der Landwirtschaft zu und übernimmt das väterliche Gut in Domdidier, um seinem Vater zur Seite zu stehen. Als Antikonformist, der den etablierten Parteien fernsteht, betritt er 1969 die politische Bühne, als er mit anderen das Mouvement d’action communale (MAC) von Domdidier gründet. In den Gemeindewahlen von 1970 erringt die Bewegung einen beachtlichen Erfolg, indem sie fünf Sitze von 30 im Generalrat und einen Sitz im Gemeinderat erringt. Nachdem ihr Gründer 1970 in den Generalrat eingezogen ist, wird er 1978 Gemeinderat und wirkt von 1991 bis 1996 als Ammann.

Da er der Auffassung ist, man könne seinem Land anders als in Uniform dienen, weigert er sich, seinen vierten Wiederholungskurs zu absolvieren. 1970 wird er als Wehrdienstverweigerer zu sechs Monaten Gefängnis unbedingt verurteilt.

Pascal Corminboeuf ist weiterhin parteilos und bewirbt sich 1991 um das Oberamt des Broyebezirks. 1996 kandidiert derselbe, den die Presse als «ländlichen Weisen» bezeichnet, für den Staatsrat und sorgt für eine Überraschung. Im ersten Wahlgang vom 17. November, in dem drei Kandidaten gewählt werden, liegt er auf dem achten von 13 Plätzen. Im zweiten Wahlgang, in dem es um die restlichen vier Sitze geht, gelangt er mit 50,3 % der Stimmen auf den zweiten Platz und ist damit gewählt.

Fünf Jahre später, 2001, ist das Ergebnis schlicht spektakulär: Als Einziger wird er im ersten Wahlgang gewählt. Für sein drittes Mandat 2006 wird er wiederum, diesmal mit zwei Mitbewerbern, im ersten Wahlgang gewählt, wobei sich insgesamt 17 Kandidaten um einen Sitz beworben haben.

Im Staatsrat übernimmt Pascal Corminboeuf die Direktion des Innern und der Landwirtschaft, die 2002 zur Direktion der Institutionen und der Land- und Forstwirtschaft wird. In seinen drei Amtszeiten erweist er sich als Urheber der Totalrevision der Kantonsverfassung von 1857. Am 13. Juni 1999 genehmigt das Volk den Grundsatz einer vollständigen Erneuerung und beschliesst, diese nicht dem Grossen Rat, sondern einem Verfassungsrat mit 130 Mitgliedern anzuvertrauen. Am 12. März 2000 wählt das Volk den Verfassungsrat, der bald einmal aufgefordert wird, sich für seine Arbeit von den «Ideenheften» der Direktion des Innern anregen zu lassen. Am 16. Mai 2004 wird die Verfassung nach vierjährigen Beratungen dem Volk vorgelegt, das sie mit 58 % der Stimmen gutheisst. Vier Monate später, am 17. Juli, ernennt der Staatsrat ein Steuerungskomitee für die Umsetzung der Verfassung.

Pascal Corminboeuf ist zudem der Impulsgeber für Gemeindefusionen. Von 1999 an, als der Grosse Rat das Dekret über die Förderung der Gemeindezusammenschlüsse verabschiedet, bis 2006 geht die Zahl der freiburgischen Gemeinden von 245 auf 168 zurück. Das erklärte Ziel ist, diese Zahl bis 2016 auf unter 100 zu senken. Dafür ist ein Kredit von ca. 50 Millionen Franken vorgesehen, den der Grosse Rat im Dezember 2010 verabschiedet und das Volk am 15. Mai 2011 mit 73 % der Stimmen genehmigt. Das Fusionsprojekt von Grossfreiburg (sechs Gemeinden sind betroffen) kommt nur mühsam voran. Der Staatsrat verfolgt ebenfalls aufmerksam das Fortschreiten des Dossiers der Agglomeration, das für den gesamten Kanton von Bedeutung ist.

Drei wichtige Gesetze sind Pascal Corminboeuf zu verdanken, jene über den Wald und den Schutz vor Naturereignissen (1999), über die Jagd (2007) und über die Information und den Zugang zu Dokumenten (2009). 2011 gelingt es ihm, den Bund davon zu überzeugen, die Aktivitäten der Forschungsstation Agroscope auf Posieux zu konzentrieren. Auf nationaler Ebene übt Pascal Corminboeuf verschiedene Mandate aus. So präsidiert er den Verwaltungsrat der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft in Zollikofen und die Schweizerische Vereinigung für die Entwicklung der Landwirtschaft und des ländlichen Raums. Seit 2010 ist er Mitglied des Stiftungsrats der Stiftung für eidgenössische Zusammenarbeit, in dem er den Kanton Freiburg vertritt.

Am 23. Dezember 2011 verlässt Pascal Corminboeuf, dessen ganze politische Karriere fern aller Trampelpfade stattgefunden hat, den Staatsrat.

Aus dem Französische übersetzt, aus: «LE CONSEIL D'ETAT FRIBOURGEOIS – 1848 – 2011 – Son histoire, son organisation, ses membres» ¦ ISBN: 978-288355-153-4 ¦ Editions La Sarine

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