Jugend+Sport gestaltet und fördert jugendgerechten Sport, ermöglicht Jugendlichen Sport ganzheitlich zu erleben und unterstützt die Entwicklung und Entfaltung junger Menschen. In diesem Artikel werden Sie mehr über die Schlüsselkonzepte von Jugend+Sport und dessen letzten Neuigkeiten erfahren. Alle untenstehenden Informationen finden Sie auf der Jugend+Sport-Internetseite.

Jeunesse+Sport2
Jeunesse+Sport2 © Tous droits réservés
Jugend+Sport auf einen Blick

Jugend+Sport fördert kinder- und jugendgerechten Sport und unterstützt die Integration, die Entwicklung und die Entfaltung von Kindern und Jugendlichen durch Sport. Um diese Ziele zu erreichen, stützt sich J+S auf drei Säulen der Sportförderung: Die Beiträge für J+S-Kurse und -Lager mit Kindern und Jugendlichen, die Aus- und Weiterbildung der J+S-Leiter, -Experten und -Coaches und das Leihmaterial für J+S-Kurse und -Lager sowie für die Aus- und Weiterbildung.

Jugend+Sport ist rund 70 Sportarten und Disziplinen, 3‘500 Expertinnen und Experten, über 9‘000 Coaches, fast 80‘000 Leiterinnen und Leiter und 617‘000 Teilnehmende (Zahlen von 2017 hier). Das Bundesprogramm arbeitet auch mit verschiedenen Organisationen, insbesondere mit cool & clean, Pro Juventute, Pro Senectute und Swiss Olympic.

J+S Netzwerk
J+S Netzwerk © Alle Rechte vorbehalten
J+S Netzwerk
Der J+S-Leiter

Der J+S-Leiter hat mehrere Aufgaben. Er muss insbesondere nach den Vorgaben von J+S unterrichten und sich regelmässig weiterbilden (alle zwei Jahre). Er fördert die Integration von Jugendlichen und Kindern und ermöglicht den Teilnehmenden, unvergessliche Momente zu erleben. Die angebotenen sportlichen Aktivitäten sollen den Teilnehmenden mit Freude und altersgerecht übermittelt werden. Schliesslich geht er mit dem Beispiel voran, indem er fair handelt, sich bewusst ist, dass er eine Vorbildfunktion einnimmt und gegenüber gewissen Themenbereichen (Doping) vorsichtig vorgeht. Als Leiter sollte er die 4 Handlungskompetenzen vorweisen:

  • Die Selbstkompetenz: Selbstmanagement-Fähigkeit, Belastbarkeit, Urteilsfähigkeit
  • Die Sozialkompetenz: anderen aufgeschlossen gegenüberzutreten, sich sozial angemessen zu verhalten
  • Die Fachkompetenz: über vertieftes Sportwissen, Sportartverständnis und Sportartkönnen verfügen
  • Die Methodenkompetenz: Ziele adressatengerecht zu formulieren, daraus abgeleitete Ausbildungssequenzen zu planen
Das pädagogische Konzept

Nach aktuellen Erkenntnissen sollten sich Jugendliche während mindestens einer Stunde pro Tag bewegen, jüngere Kinder deutlich mehr. Die Unterschiede zwischen den Kindern in der Pubertät sind hauptsächlich auf individuelles Bewegungsverhalten und biologisches Alter (biologischer Entwicklungsstand) zurückzuführen.

Der J+S-Leiter und der Teilnehmende werden während den Trainings einen Dialog aufbauen, was einerseits dem Leiter ermöglicht, zu lehren und andererseits dem Teilnehmenden zu lernen. Der Lehrablauf des Leiters besteht aus beobachten, beurteilen und beraten. Der Lernablauf des Teilnehmenden wird ihn dazu bringen, die Informationen des Leiters aufzunehmen, zu verarbeiten und umzusetzen.

Das J+S-pädagogische Konzept
Das J+S-pädagogische Konzept © Alle Rechte vorbehalten
Das J+S-pädagogische Konzept
Das sportmotorische Konzept

Die sportlichen Fähigkeiten lassen sich in vier Komponenten unterteilen. Jeder dieser Komponenten interagiert wie folgt:

 

Physis (körperliche Aspekte)

Psyche (emotionale und geistige)

Energie (Potenzial des sportlichen Handelns)

Die konditionelle Substanz: Alle energieliefernden physischen Aspekte der sportlichen Leistung: Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Beweglichkeit.

Die emotionale Substanz: Die energieliefernden psychischen Aspekte der sportlichen Leistung: Motivation, Selbstvertrauen und die Ursachenerklärung nach Erfolg und Misserfolg.

Steuerung (Dosierung von Bewegungen)

Die koordinative Kompetenz: Sie ermöglicht, sportartspezifische Bewegungen präzis zu steuern und zunehmend erfolgreich zu gestalten (reagieren, orientieren, rhythmisieren, etc.).

Die mental-taktische Kompetenz: Sie ermöglicht, die psychischen Energieanteile optimal zu steuern (wahrnehmen, verarbeiten, Taktik, Strategie, etc.).

 

Das methodische Konzept

In der Ausübung eines Sports gibt es drei verschiedene Stufen: Einsteiger, Fortgeschrittene und Könner. Um von einer Gruppe zur anderen zu gelangen, entwickelt sich jede Person auf zwei Dimensionen. Die quantitative Dimension umreisst die zunehmende Komplexität der zu lehrenden Bewegungsformen. Die qualitative Dimension umschreibt den zunehmend höheren Qualitätsgrad der ausgeführten Bewegungen.

Damit der Lernprozess einsetzen kann, müssen sich die Teilnehmenden sicher fühlen. Das Sicherheitsgefühl der Teilnehmenden steigt, wenn der Unterricht klar und strukturiert ist. Einerseits schafft der J+S-Trainer gute Voraussetzungen, ermöglicht die Vielfalt und fördert die Kreativität. Der Teilnehmende seinerseits erwirbt und stabilisiert, wendet an, variiert, gestaltet und vervollständigt.

Das J+S-methodische Konzept
Das J+S-methodische Konzept © Alle Rechte vorbehalten
Das J+S-methodische Konzept
A- und B-Sportarten

Die Sportarten von J+S sind in zwei Gruppen unterteilt. Die Sportarten der Gruppe A erfordern im Gegensatz zu den Sportarten der Gruppe B keine besonderen Sicherheitsmaßnahmen.

A-Sportarten: Badminton, Baseball/Softball, Basketball, Curling, Eishockey, Eislauf, Fechten, Fussball, Golf, Gymnastik und Tanz, Handball, Hornussen, Judo, Ju-Jitsu, Karate, Landhockey, Leichtathletik, Nationalturnen, Orientierungslauf, Radsport, Ringen, Rollsport, Rugby, Schwingen, Skilanglauf, Squash, Streethockey, Tanzsport, Tchoukball, Tennis, Tischtennis, Turnsport, Unihockey, Volleyball.

B-Sportarten: Bergsport (Bergsteigen, Skitouren, Sportklettern Fels, Sportklettern Kletterwand), Kanusport, Lagersport/Trekking, Rudern, Schwimmsport, Segeln, Skifahren, Skispringen, Skitouren, Snowboard, Sportklettern, Sportschiessen, Triathlon, Windsurfen.

Zielgruppen

Jugend+Sport unterscheidet zwei Zielgruppen der Teilnehmer: Kinder von 5 bis 10 Jahren und Jugendliche von 10 bis 20 Jahren. 

Für die Durchführung von Kursen und Lagern mit Kindern ist eine Anerkennung in der Zielgruppe Kindersport erforderlich, z.B. J+S-Leiter Kindersport oder J+S-Leiter Fussball Kindersport. Die Anerkennung J+S-Leiter Kindersport berechtigt zur Leitertätigkeit mit Kindern in allen Sportarten ohne besondere Sicherheitsbestimmungen (A-Sportarten). Für die Tätigkeit in einer Sportart mit besonderen Sicherheitsbestimmungen (B-Sportarten) wird die sportartspezifische Anerkennung verlangt, z.B. J+S-Leiter Skifahren Kindersport.

Für die Durchführung von Kursen und Lagern mit Jugendlichen benötigen die J+S-Leiterinnen und -Leiter eine gültige J+S-Leiteranerkennung in der betreffenden Sportart und für die Zielgruppe «Jugendsport», z.B. J+S-Leiter Fussball Jugendsport.

Es ist möglich, sogenannte "gemischte" Kurse und Lager mit Kindern und Jugendlichen zu organisieren. Dazu muss der Kurs oder das Lager von einer Gruppe von Leitern geleitet werden, die in jeder Zielgruppe (Kindsport und Jugendsport) mindestens eine Anerkennung haben.

Ein Leiter mit einer J+S-Anerkennung „Sportart“ Jugendsport (z. B. Fussball Jugendsport) kann die Anerkennung „Sportart“ Kindersport erhalten, indem er an einem Einführungskurs Kindersport (1-2 Tage) teilnimmt. Ebenso kann ein Leiter mit der J+S-Anerkennung „Sportart“ Kindersport (z. B. Fussball Kindersport) die Anerkennung „Sportart“ Jugendsport erhalten, indem er einen Einführungskurs Jugendsport besucht (etwa 2 bis 4 Tage). Ein Leiter, der nur die J+S-Anerkennung Kindersport hat, muss den Grundkurs einer Sportart besuchen, um die J+S-Anerkennung „Sportart“ Jugendsport (z. B. Fussball Jugendsport) zu erhalten.

Sicherheit

Der J+S-Leiter ist für die gesamte Zeit der J+S-Aktivität verantwortlich. Dies gilt für gemeinsame Ausflüge wie auch für Lager (24-Stunden-Tag). Um eine sichere und faire Sporttätigkeit zu gewährleisten, muss der J+S-Leiter klare Regeln formulieren, mitteilen und durchsetzen. Er hält eine Vorbildfunktion inne, kommuniziert klar, um Missverständnisse zu vermeiden und verfügt über ein Notfallkonzept mit den Notfallnummern. Die Aufgabe des J+S-Leiters sind die Risiken so weit wie möglich zu begrenzen, die physische und psychische Unversehrtheit der Teilnehmenden zu gewährleisten und die Aktivitäten sorgfältig zu planen.

Einige Sportarten sind von Jugend+Sport ausgeschlossen: Motor- und Flugsportarten, Kampfsportarten, die den Niederschlag des Gegners zulassen, Canyoning, River-Rafting und Wildwasserfahrten (Ausnahmen sind möglich), Bungee-Jumping.

Administration von J+S-Angeboten
  1. Anmeldung: Der J+S-Coach meldet das Angebot mindestens 30 Tage vor Angebotsstart an.
  2. Bewilligung: Der Kanton prüft und bewilligt das Angebot innert 30 Tagen.
  3. Durchführung: Der J+S-Coach sorgt zusammen mit seinen Leiterpersonen für die korrekte Durchführung des Angebots und die wahrheitsgetreue Erfassung der Angebotsdaten. Die AKW kann auf dem Computer oder über eine Mobile-App ausgeführt werden.
  4. Abschluss der AKW: Der J+S-Leiter/J+S-Coach prüft die in der Anwesenheitskontrolle angekündigten Daten und korrigiert sie wenn nötig. Die Korrekturen müssen VOR dem Abschluss des Angebots ausgeführt werden!
  5. Prüfung: Der Kanton prüft das Angebot und leitet das korrekt abgeschlossene Angebot zur Zahlung weiter.
  6. Auszahlung: Das BASPO nimmt die Auszahlung vor. 
Status der J+S-Anerkennungen

J+S-Leiterinnen und -Leiter müssen alle 2 Jahre ein Modul aus dem Angebot der J+S-Weiterbildung besuchen. Die gültigen J+S-Leiteranerkennungen werden mit dem Besuch einer Weiterbildung um 2 Jahre verlängert, entsprechend der Zielgruppe dieser Weiterbildung: Kindersport (5- bis 10-Jährige) oder Jugendsport (10- bis 20-Jährige). Besuchen J+S-Leitende 2 Jahre lang kein Modul, so ist die Weiterbildungspflicht nicht erfüllt. Die Anerkennung als J+S-Leiterin oder -Leiter ändert in den Status «weggefallen». In den nächsten 4 Jahren wird die Anerkennung reaktiviert, sobald die Leiterperson in ihrer Sportart und Zielgruppe ein Modul zur Weiterbildung erfolgreich absolviert.

Wer die Frist zur Reaktivierung verstreichen lässt, fällt zu Beginn des 7. Kalenderjahres nach dem letzten Besuch eines J+S-Moduls in den Status «weggefallen archiviert». Um aus dem Status «weggefallen archiviert» wieder den Status «gültig» zu erlangen, muss die Leiterperson erst ein Modul «Wiedereinstieg in J+S» und dann ein sportartspezifisches Weiterbildungsmodul besuchen.

Die interdisziplinären Module verlängern die gültigen „Jugendsport“ Anerkennungen eines Leiters und sind für alle Sportarten offen. Die interdisziplinären Module behandeln verschiedene Themen: engagiert gegen Suchtmittelmissbrauch, engagiert gegen Doping, engagiert gegen sexuelle Übergriffe, engagiert gegen Gewalt, Sport und Handicap (Grundlagen und Vertiefung), kulturelle Vielfalt im Sport.

Kursanmeldung

Zur Kaderbildung werden Kandidatinnen und Kandidaten zugelassen:

  • Schweizer, liechtensteinische oder ausländische Staatsangehörige mit Wohnsitz in der Schweiz
  • im Kursjahr das 18. Altersjahr (für die Sportart Lagersport/Trekking das 17. Altersjahr) vollenden
  • die besonderen Zulassungsvoraussetzungen, die für die einzelnen Kurse und Module Gültigkeit haben, erfüllen.

Die Zulassung zu den einzelnen Kursen und Modulen der Kaderbildung kann abhängig gemacht werden von sportartspezifischen Kenntnissen und Fähigkeiten, von Qualifikationen in vorangehenden Kursen oder Modulen, vom Umfang der bisher ausgeübten Leitertätigkeit, vom Bestehen von Eignungstests, von Qualifikationen, die ausserhalb des Programmes J+S erworben worden sind, namentlich vom Abschluss eines Nothelfer- oder Rettungsschwimmkurses.

Achtung! J+S-Leiterpersonen, die innerhalb der letzten 2 Jahre keine J+S-Tätigkeit aufweisen, erhalten ein Profil B. Das bedeutet, dass sie höhere Kosten bezahlen und das Risiko haben, zu den entsprechenden Modulen nicht zugelassen zu werden.

Personen, die berechtigt sind Kursanmeldungen durchzuführen sind: der J+S-Coach für die Leiterausbildungskurse und das kantonale Amt für Sport für die Expertenausbildungskurse.

EO-Anmeldeformular

Am Ende eines durch das BASPO oder von den Kantonen organisierten Kurses, von mindestens 6 Stunden Dauer, erhalten die Teilnehmenden das EO-Anmeldeformular. Dies muss vom Kursteilnehmer ausgefüllt an den Arbeitgeber und anschliessend der Ausgleichskasse weitergeleitet werden.

Alle Anweisungen zum Ausfüllen des EO-Anmeldeformulars können auf Seite 3 des Formulars entnommen werden.

J+S-Neuigkeiten 2019

Beim Ansehen des untenstehenden Videos, entnehmen Sie alle wichtigen Neuigkeiten des J+S-Programms für das Jahr 2019. Die Inhalte sind auch als Dokumente zum Herunterladen unterhalb des Videos erhältlich.

Thema 2019-2020: Gute J+S Aktivitäten – Vermitteln

Das Thema der Weiterbildung für die Jahre 2019-2020 ist „Gute J+S-Aktivitäten – Vermitteln“ und besteht aus vier Handlungsfeldern.

  • Lernförderliches Klima ermöglichen. Um ein lernförderliches Klima zu ermöglichen, kann ich zum Beispiel die Teilnehmenden in das Training einbeziehen.
  • Lernziele priorisieren und Struktur schaffen. Es ist wichtig Lernziele zu formulieren. Diese können pädagogisch unterschiedlich ausgerichtet sein. Die formulierten Lernziele müssen SMART sein (Spezifisch, Messbar, Attraktiv, Realistisch, Terminiert).
  • Eine Gruppe sicher und effizient führen. Idealerweise werden die Regeln und entsprechende Sanktionen gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen vereinbart.
  • Attraktive Aufgaben stellen und Rückmeldungen geben. Teilnehmende können zu neuen Herausforderungen motiviert werden, indem Sie eine gute Rückmeldung erhalten.
J+S-Thema 2019-2020
J+S-Thema 2019-2020 © Alle Rechte vorbehalten
J+S-Thema 2019-2020

Ähnliche News