Massnahme zur Konjunkturbelebung: Abschaffung der Dumont-Praxis

10. Februar 2009 -12h00

Die Finanzdirektion beschliesst die Abschaffung der Dumont-Praxis per 1. Januar 2009. Damit soll für die privaten Liegenschaftserwerber ein Anreiz geschaffen werden, gewisse Arbeiten rascher in Angriff zu nehmen, was sich positiv auf dieUnternehmen der Baubranche auswirken wird.

Bei Liegenschaften des Privatvermögens können vom steuerbaren Einkommen die Unterhaltskosten in Abzug gebracht werden (Art. 32 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG] und Art. 9 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden [StHG]. Dieser allgemeine Grundsatz wird mit der als «Dumont-Praxis» bezeichneten bundesgerichtlichen Rechtsrechung eingeschränkt. Demnach kann jemand, der eine vernachlässigte Liegenschaft erwirbt und vom früheren Eigentümer unterlassene Unterhaltsarbeiten während der ersten fünf Jahre seit dem Erwerb ausführt, die daraus resultierenden Kosten nicht in Abzug bringen. Der neue Eigentümer kann jedoch die Aufwendungen für Unterhaltsarbeiten steuerlich in Abzug bringen, die eine Entwertung ausgleichen sollen.

Am 3. Oktober 2008 haben die eidgenössischen Räte das Bundesgesetz über die steuerliche Behandlung von Instandstellungskosten bei Liegenschaften verabschiedet. Mit diesem Gesetz werden das DBG und das STHG dahingehend geändert, dass bei Liegenschaften im Privatvermögen die Kosten der Instandstellung von neu erworbenen Liegenschaften in Abzug gebracht werden können.

Die Referendumsfrist ist am 22. Januar 2009 abgelaufen und der Bundesrat muss das Inkrafttreten dieser Gesetzesanpassung bestimmen.

Beim Entscheid der Finanzdirektion, Artikel 6 Bst. a der Verordnung vom 21. März 2001 über den Abzug der Kosten bei Privatliegenschaften und der Investitionen, die dem Energiesparen und dem Umweltschutz dienen sowie der Kosten für die Restaurationsarbeiten an unbeweglichen Kulturgütern mit Wirkung auf den 1. Januar 2009 aufzuheben, handelt es sich um eine punktuelle Massnahme, die neue Eigentümer dazu veranlassen
kann, Unterhaltsarbeiten rascher in Angriff zu nehmen.

Diese neue Steuerpraxis gilt für die Arbeiten, die nach dem 1. Januar 2009 ausgeführt werden, und die entsprechenden Kosten können 2010 beim Ausfüllen der Steuererklärung für die Steuerperiode 2009 in Abzug gebracht werden.

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