2. November 2007 -10h00

Wegen einer massiven Kürzung der Bundesmittel musste der Staatsrat seine Förderpolitik im Bereich der erneuerbaren Energien anpassen. Er hat gleichzeitig beschlossen, einen zweiten Ergänzungskredit zu bewilligen, um die eingegangenen Verpflichtungen einzuhalten. Ausserdem hat er die Volkswirtschaftsdirektion beauftragt, Vorschläge im Bereich der erneuerbaren Energien und der rationellen Energienutzung zu erarbeiten

Die Förderungsmassnahmen des Kantons im Bereich der erneuerbaren Energien zeitigen eindrückliche Resultate. Im Jahr 2006 wurden 422 Projekte mit einem Gesamtbetrag von rund 2 Millionen Franken unterstützt. Im Vergleich zu 2002 sind das 256 Projekte mehr, was einer 2,5-fachen Steigerung entspricht. Mit diesen Geldern wurden kleine Holzheizungs- und grosse Holzfernheizungsanlagen, aber auch Minergiehäuser und Solaranlagen unterstützt.

Bundesbeiträge massiv gekürzt

Der Bund hat seine Unterstützungsgelder gesamtschweizerisch auf 13 Millionen Franken begrenzt. Die Bundesbeiträge an den Kanton Freiburg sind im Jahr 2007 um 65 Prozent (638'000 Franken) gekürzt worden. Trotz einer Erhöhung des kantonalen Kredits für 2007 auf insgesamt 1'745'300 Franken ist eine Anpassung der Förderpolitik nötig, denn der Staat ist in diesem Bereich nicht in der Lage, wie in anderen Bereichen, einzuspringen, um den Rückzug des Bundes wettzumachen.

Die Massnahmen in Kürze

Der Staatsrat hat beschlossen, mit Wirkung auf den 1. November 2007 die Förderungsmassnahmen im Bereich der erneuerbaren Energien anzupassen und das Energiereglement zu ändern.
Die folgenden Änderungen wurden beschlossen:
- Minergie P-Label: Die Subventionen in diesem Bereich werden erhöht. Es werden jedoch keine Förderbeiträge mehr fliessen für „übliche“ Minergieprojekte, die heute als Standard gelten.
- Holzheizungen: Die Höchstbeiträge an grosse Anlagen (mit einem Nennwert von über 70 kW) werden auf 100'000 Franken reduziert. Für kleine Holzheizungen werden keine Beiträge mehr ausbezahlt.
- Solaranlagen: Die Unterstützung für thermische Solaranlagen wird auf 500 Franken pro Anlage und 100 Franken pro Quadratmeter festgelegt. Photovoltaische Anlagen hingegen werden in Zukunft nicht mehr subventioniert werden. Im Rahmen der Elektrizitäts-marktöffnung sieht nämlich das im Juli 2007 revidierte Gesetz eine kostendeckende Einspeisevergütung für Strom aus erneuerbaren Energien vor.

Ein Schritt zurück, um weiter zu springen
Der Staatsrat hat die Volkswirtschaftsdirektion beauftragt, bis Ende 2008 unter Berücksichtigung der im Finanzplan zur Legislaturperiode vorgesehenen Kredite einen konkreten Massnahmenplan im Bereich der erneuerbaren Energien und der rationellen Energienutzung auszuarbeiten. Er weist ferner darauf hin, dass die Gemeinden in dieser Beziehung eine wichtige Vorbildfunktion erfüllen.

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