Der Auftrag der Abteilung Freiheitsstrafen, Massnahmen und Bewährungshilfe (FMB) besteht in der Umsetzung und Koordinierung des administrativen, rechtlichen, kriminologischen und sozialpädagogischen Vollzugs von Freiheitsstrafen, Massnahmen (im Sinne der Artikel 56, 67 und 67b StGB) und Mandaten der Bewährungshilfe gemäss den rechtlichen Bestimmungen des Bundes, der Kantone und des Konkordats. Sie handelt im Interesse der öffentlichen Sicherheit und stützt sich dabei auf die Grundsätze der Minimierung des Rückfallrisikos, auf die Förderung des Ausstiegs aus der Delinquenz und auf die Unterstützung der sozialen Wiedereingliederung.

Therapeutische Massnahmen

Nach Art. 56 ff. StGB, erlaubt das schweizerische Recht den Richtern, den Vollzug einer Freiheitsstrafe zugunsten einer therapeutischen Massnahme aufzuschieben. Diese Möglichkeit besteht jedoch nicht im Fall der Anordnung einer Verwahrung (Art. 64 StGB). Sie stützen sich hierbei auf ein psychiatrisches Gutachten.

Gemäss Art. 56 Abs. 1 StGB, ist ein Massnahme anzuordnen, wenn:

  1. eine Strafe allein nicht geeignet ist, der Gefahr weiterer Straftaten des Täters zu begegnen;
  2. ein Behandlungsbedürfnis des Täters besteht oder die öffentliche Sicherheit dies erfordert; und
  3. die Voraussetzungen der Artikel 59–61, 63 oder 64 erfüllt sind.

 

Es gibt verschiedene Arten von therapeutischen Massnahmen:

  1. Die stationäre therapeutische Massnahme, die die Behandlung von psychischen Störungen (Art. 59 StGB), die Behandlung von Suchterkrankungen (Art. 60 StGB) und Massnahmen für junge Erwachsene (Art. 61 StGB) umfasst. In allen diesen Situationen wird der Verurteilte in eine bezüglich seiner Störung geeignete Einrichtung eingewiesen.
  2. Die ambulante Behandlung, die nicht unbedingt einen Freiheitsentzug beinhaltet.