Naturgefahren sind alle potenziellen Quellen für Schäden, Beeinträchtigungen oder schädliche Einwirkungen an Sachen oder Personen, die auf Naturgewalten zurückzuführen sind.

Die Naturgefahren variieren von Region zu Region. Sie hängen von den Böden, vom Untergrund, vom Relief oder auch vom Klima ab. Für den Kanton Freiburg wurden in der Risikoanalyse folgende Naturgefahren festgehalten:

Extreme Kälte

Naturgefahren: Extreme Kälte

Beschreibung

Durch das Herbeiströmen von polarer Kaltluft aus nördlichen Breiten oder von kontinentalen Luftmassen über Osteuropa können in der Schweiz Perioden mit aussergewöhnlich tiefen Temperaturen auftreten.

Gefahren

Für die Bevölkerung steigt die Gefahr von Stürzen und Verkehrsunfällen durch verbreitetes Auftreten von Eisglätte erheblich an. Jenen Menschen, welche ohne Schutz dauerhaft der Kälte ausgeliefert sind (z. B. Obdachlose, schlecht untergebrachte Personen), drohen bei starken Kältewellen Erfrierungen oder Unterkühlungen.

Lange anhaltende Kälte kann den Bahn-, Flug- und Strassenverkehr beeinträchtigen und Leistungs- und Infrastrukturbrüche verursachen, die mit erheblichen wirtschaftlichen Kosten verbunden sind.

Nachfolgende Gefahren:

  • Stromausfälle

Begriffserklärungen

Eisregen
Eisregen (oder unterkühlter Regen) besteht aus unterkühlten Regentropfen, die wesentlich kälter als 0° C sind, in flüssigem Zustand fallen und die beim Auftreffen sofort gefrieren.

Frostbeule
Frostbrand, der oberflächlich oder tief sein kann. Manchmal sind sogar Muskeln und Knochen betroffen.

Unterkühlung
Zustand, in dem die Innentemperatur dem Körper eines warmblütigen Tieres oder eines Menschen nicht mehr erlaubt, die Lebensfunktionen korrekt zu gewährleisten.

Ereignisbeispiele

Schweiz
Seit Messbeginn 1864 sind in der Schweiz 15 Kältewellen mit einem minimalen 14-Tagesmittel von ‑9° C oder tiefer aufgetreten.

Verhaltensempfehlungen

Zur Vorbereitung auf eine Kältewelle wird Folgendes empfohlen:

  • die notwendige Ausrüstung vorbereiten (Arzneimittel, Ausweispapiere, Taschenlampe, usw.).
  • um Kohlenmonoxidvergiftungen zu vermeiden, die Funktionstüchtigkeit der Heizungsanlage überprüfen, die Lüftungen nicht blockieren und im Falle einer Benutzung von Stromgeneratorensätzen die Gebrauchsanweisungen befolgen und die Sätze ausserhalb der Gebäude anbringen. Es wird auch empfohlen, eine Zusatzheizung nicht kontinuierlich zu benutzen.
  • Wasser und Lebensmittel, die nicht gekocht werden müssen, bereitstellen (Gefahr, dass Leitungen gefrieren oder der Strom ausfällt).

Während der Kältewelle, kann man mit folgendem Verhalten die Risiken stark vermindern:

  • Die Nummer 144 anrufen, wenn sich eine obdachlose Person oder eine Person in Schwierigkeiten draussen aufhält.
  • Sich warm anziehen, um die Körpertemperatur beizubehalten.
  • Insbesondere die Körperteile bedecken, die an Wärme verlieren: Kopf, Hals, Hände und Füsse.
  • Nase und Mund mit einem Halstuch zudecken, um wärmere Luft einzuatmen.
  • Mehrere Lagen und eine wasserdichte Windjacke tragen.
  • Am Abend möglichst nicht hinausgehen, da es draussen noch kälter ist.
  • Gute Schuhe tragen, um Stürze auf rutschigem Boden zuvermeiden.
  • So weit möglich zu Hause bleiben und vorsichtig sein, wenn es wirklich notwendig ist, hinauszugehen.
  • Mit Säuglingen nicht nach draussen gehen (selbst wenn gut angezogen). In jedem Fall sollten Sie es vermeiden, Ihr Baby in einer Kindertrage zu tragen. Kindertragen können die Körperglieder zusammendrücken und Erfrierungen fördern.
  • Regelmässige Kontakte zu Angehörigen pflegen (namentlich mit Nachbarn und Freunden, die alleine sind).
  • Nicht zögern, sich an die Behörden zu wenden, wenn man allein oder krank ist.
  • Sich angemessen ernähren.
  • Keinen Alkohol trinken, da dies den Körper nicht wärmt.
  • Fortbewegung mit dem Auto einschränken.
  • Noch besser auf Kinder und ältere Menschen achten, da sie nicht sagen, wenn es ihnen kalt ist.

Um Kohlenmonoxidvergiftungen zu verhüten, ist Folgendes unerlässlich:

  • Wohnungen täglich durchlüften, selbst bei kalter Witterung.
  • Lüftungsblenden nie blockieren, selbst bei sehr kalter Witterung.
  • Sich nie mit Geräten aufwärmen, die nicht dazu bestimmt sind: Herd, Kohlebecken usw.
  • Zusatzheizungen nicht kontinuierlich benutzen. Diese Geräte dürfen nur mit Unterbrechungen benutzt werden.
  • Stromgeneratorensätze unbedingt ausserhalb der Gebäude und nie in geschlossenen Räumen installieren. Die Geräte dürfen nie drinnen benutzt werden.

Um Brandgefahren zu minimieren, sollten Räume zudem nie mit Holzofen und Zusatzheizungen überhitzt werden.

Bei Personen, die kalter Witterung ausgesetzt waren, ist es wichtig, die ersten Anzeichen einer Unterkühlung (Temperatur unter 35°C, Schläfrigkeit, Ermüdung, verminderte körperliche Kraft, Schüttelfrost, Gleichgewichtsverluste, Ungeschicklichkeit usw.) oder von Erfrierungen (Hautverfärbung, Auftreten von weissen Flecken, Schmerzempfindung oder Brennen und Taubheitsgefühl usw.) zu erkennen. Die Gefahr für die Gesundheit kann erheblich sein und sogar zum Tod führen.