4. Juni 2020 -11h00

Die ursprünglich aus dem Schwarzen Meer stammende Quaggamuschel dringt in besorgniserregendem Tempo in die Seen und Flüsse der Schweiz ein. Ihre Entwicklung könnte beträchtliche wirtschaftliche und ökologische Kosten verursachen. Um eine Ausbreitung so weit wie möglich zu verhindern, müssen unverzüglich Massnahmen ergriffen werden, insbesondere von den Eigentümer der Freizeitboote.

Quaggamuschel
Quaggamuschel © Alle Rechte vorbehalten - Olivier Paschoud

Die Quaggamuschel Dreissena rostriformis bugensis ist eine aus dem Schwarzmeerraum stammende Süsswassermuschel, die 2015 das erste Mal in der Schweiz nachgewiesen wurde. Sie besiedelt sowohl Seen als auch Fliessgewässer. Aktuell bestätigt ist ihr Vorkommen in der Schweiz im Boden-, Genfer-, Neuenburger- und Bielersee. Im Vergleich zur der in der Schweiz mehr oder weniger flächendeckend verbreiteten invasiven Zebramuschel Dreissena polymorpha dringt die Quaggamuschel auch in grössere Tiefen vor. Sie erreicht somit Bereiche, in denen Rohre und Filter, unter anderem für die Trinkwassergewinnung, liegen. Sie reproduziert sich ab einer Wassertemperatur von 5°C und auch bei schlechterer Nährstoffversorgung, d.h. sie kann sich ganzjährig und möglicherweise auch in Gewässern in höheren Lagen vermehren.

Rasch handeln

Um eine Chance zu haben, die Weiterverbreitung der Quaggamuschel zu stoppen, resp. zu verlangsamen und Neueinschleppungen zu verhindern, ist rasches Handeln gefragt. Jedes Jahr, währenddessen noch nicht befallene Gewässer von unerwünschten Arten freigehalten werden können, ist wertvoll, Schäden und die damit verbundenen Kosten können geringgehalten werden.

Um eine Verschleppung aus den bereits besiedelten Seen in noch Quagga freie Gewässer möglichst zu verhindern empfiehlt das BAFU, rasch Massnahmen gegen die Muschel zu ergreifen. Die Schweiz fokussiert bei den Massnahmen auf Freizeitboote. Es ist davon auszugehen, dass Freizeitboote den stärksten Verschleppungsvektor zwischen den Binnengewässern darstellen. Organismen können an der Aussenhaut und im Motor bzw. Kühlwasser von Booten sowie mit Wassersport- und Fischereimaterial (überall dort, wo nasse Ausrüstung oder Wasser transportiert wird) verschleppt werden.

Die Muschel kommt im Kanton Freiburg vor

Die Quaggamuschel ist bereits im Neuenburgersee vorhanden. Das Amt für Umwelt (AfU) hat die Betroffenen über die Massnahmen, die ergriffen werden müssen, informiert.

Das AfU wird die Seen in den nächsten Monaten untersuchen, um ein genaueres Bild der Ausbreitung zu erhalten. Jeder, der eine Quaggamuschel entdeckt, wird gebeten, ein Foto und den Fundort an das AfU unter quagga@fr.ch zu schicken.

Quaggamuschel
Quaggamuschel © Alle Rechte vorbehalten - USGS - Domaine public
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