Swimmingpool entleeren und reinigen, ohne den Gewässern zu schaden

4. September 2020 -11h00

Wenn der Sommer vorbei ist, entleeren einige Eigentümerinnen und Eigentümer ihren privaten Pool ganz oder teilweise und reinigen ihn. Um Gewässerverschmutzungen oder Störungen in den Kläranlagen zu vermeiden, müssen dabei gewisse Regeln beachtet werden.

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Der unsachgemässe Betrieb eines Privatschwimmbad kann zu einer ernsthaften Verschmutzung der Wasserläufe, zur Zerstörung von Flora und Fauna und zu Fischsterben führen. Er verursacht zudem Funktionsstörungen in den Kläranlagen. Es ist daher wichtig, beim teilweisen oder vollständigen Ablassen des Wassers aus dem Pool sowie bei der Reinigung von Pool und Filter bestimmte Regeln zu beachten.

Badewasser

Dieses Wasser gilt als nicht verschmutzt und muss in die Regenwasserkanalisation – nicht in die Abwasserkanalisation – eingeleitet werden. Achtung: Spätestens 48 Stunden vor der Entleerung des Swimmingpools dürfen keine Desinfektionsmittel (Chlor, Brom usw.) mehr verwendet werden.

Reinigungsabwasser

Beim Reinigungsabwasser handelt es sich um das Abwasser, das bei der Reinigung des Swimmingpools (nach dessen Entleerung) anfällt und Reinigungsmittel, Säuren oder Chlorwasser enthält. Sie sind verunreinigt und müssen daher wie das Schmutzabwasser des Hauses (WC, Dusche, Waschbecken usw.) gesammelt und über die Abwasserkanalisation, also über die Leitungen, die an die Kläranlage angeschlossen sind, abgeleitet werden.

Filterreinigungsabwasser

Das Abwasser, das bei der Reinigung der Filter entsteht (Filter mit Sand, Diatomeen, Kartuschen usw.), gilt als verschmutzt und muss entsprechend wie das Reinigungsabwasser gesammelt und zusammen mit dem Schmutzabwasser des Hauses abgeleitet werden.

Richtiges Verhalten bei einer Verschmutzung

Leider gibt es im Kanton nach wie vor jedes Jahr Fälle von Gewässerverschmutzungen, die auf private Swimmingpools zurückzuführen sind. Zudem kann die Einleitung des Badewassers in die Abwasserkanalisation Störungen in den Kläranlagen verursachen.

Es ist daher unbedingt auf eine ordnungsgemässe Abwasserbeseitigung vor dem Entleeren und Reinigen des Pools zu achten.

Bei Verschmutzungen und in Notfällen muss die Notfallnummer 117 kontaktiert werden.

Keine Abfälle und Flüssigkeiten über Ablaufgitter entsorgen

Die Tatsache, dass Ablaufgitter zu Unrecht auch Kanalisationsschächte genannt werden, kann den Eindruck entstehen lassen, dass sie an eine Abwasserreinigungsanlage angeschlossen sind. Dies ist aber nur selten der Fall. Vielmehr ist es so, dass das Wasser mit dem eingeleiteten Schmutzabwasser und den weggeworfenen Kleinabfällen meist direkt in ein nahegelegenes Fliessgewässer fliesst. Die Folgen sind Wasserverunreinigungen und Schädigungen des Ökosystems, die zu Fischsterben führen können.

Abfälle und Flüssigkeiten gehören somit unter keinen Umständen in ein Ablaufgitter!

Ein paar Tipps für einen geringeren Wasserverbrauch

Es ist wichtig, unsere Gewässer nicht zu verschmutzen; genauso wichtig ist es, diese lebenswichtige Ressource zu schonen. In der Schweiz braucht eine Person pro Tag 160 Liter Wasser (dazu kommt der virtuelle Wasserverbrauch). Dabei ist es einfach, Wasser zu sparen:

  • Wasser nicht unnötig laufen lassen und undichte Stellen reparieren;
  • duschen statt baden;
  • den Rasen nicht bewässern;
  • das Auto nicht waschen;
  • den Swimmingpool nicht füllen;
  • die Spül- oder Waschmaschine nur starten, wenn sie gut gefüllt sind.