Eine städtische Luftseilbahn in der Stadt Freiburg: zu früh, doch eine interessante Lösung für in 20 oder 30 Jahren

18. Mai 2018 -13h30

Nicht für sofort, aber eine interessante Lösung für in 20 oder 30 Jahren: So könnte die Studie zusammengefasst werden, die der Staat Freiburg zum Projekt einer städtischen Luftseilbahn zwischen dem Bahnhof Freiburg und dem Autobahnanschluss Freiburg-Süd/Zentrum in Auftrag gegeben hat. Im Moment ist das Nachfragepotenzial nämlich zu gering, ausserdem sind die Kosten hoch und die technischen Herausforderungen zahlreich. Mit Blick auf die geplante städtebauliche Entwicklung der Agglomeration Freiburg könnte die Luftseilbahn allerdings ab 2040-2050 eine zweckmässige Lösung sein.

Urbane Luftseilbahn
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Die Baukosten für eine einfache Luftseilbahn mit 3 Stationen werden auf 25 Millionen Franken geschätzt und die Betriebskosten auf 5 Millionen Franken pro Jahr. Bei der Verwirklichung eines solchen Projekts müssen zudem zahlreiche technische Probleme gelöst werden wie etwa die Integration der Masten bei den Strassen, die Notwendigkeit von zahlreichen Brandschutzmassnahmen, die visuelle und akustische Belästigungen oder der Überflug von Siedlungen. Der Ausbau des Busangebots und des städtischen Busnetzes (Erhöhung der Kadenzen und/oder der Fahrzeugkapazitäten, Schaffung neuer Linien) ist zielgerichteter und erlaubt es, flexibler auf die Entwicklung der Bedürfnisse und der Nachfrage zu reagieren.
In den kommenden Jahren wird sich aber die Entwicklung der Agglomeration Freiburg fortsetzen, insbesondere mit der Überdeckung der A12 im Sektor Chamblioux-Bertigny. Mit dem Projekt für ein nachhaltiges Quartier in diesem Sektor werden rund 30 000 Einwohnerinnen und Einwohner sowie zahlreiche Arbeitsplätze hinzukommen, womit dieses Quartier einen wichtigen Teil der im Kanton vorgesehenen Bevölkerungszunahme aufnehmen wird. Das öffentliche Verkehrsangebot wird entsprechend grundlegend überdacht werden müssen. In diesem Kontext könnte die städtische Luftseilbahn eine zweckmässige Lösung sein.
Die Studie ist die Folge des Postulats, das die Grossrätinnen Antoinette de Weck und Erika Schnyder eingereicht haben und die vorbereitende Machbarkeitsstudie von Raphaël Casazza, Ingenieur ETH und Generalrat der Stadt Freiburg, als Grundlage hatte. Der Bericht des Staatsrats zum Postulat steht auf der Website des Staats Freiburg unter der Adresse http://www.fr.ch/publ/de/pub/botschaften_berichte.htm zur Verfügung.

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