Das Projekt für die neue Strassenverbindung zwischen Marly und Matran wird öffentlich aufgelegt

11. Dezember 2020 -09h00

Die neue Strassenverbindung zwischen Marly und Matran – strukturierende Achse und wesentlicher Bestandteil für die Mobilität im Kantonszentrum – wurde am 11. Dezember 2020 öffentlich aufgelegt. Das Projekt steht im Einklang mit der Mobilitätsstrategie des Staatsrats, die darin besteht, den Umstieg auf den öffentlichen und den Langsamverkehr zu fördern. Die neue Strassenverbindung ermöglicht einen direkten Zugang zum Autobahnanschluss Matran ab dem Plateau du Mouret und entlastet die Einfallachsen ins Kantonszentrum, wovon der öffentliche und der Langsamverkehr profitieren. Mit ihr werden das Marly Innovation Center (MIC) sowie die Parzellen in der strategischen Zone, die im Eigentum des Staats Freiburg sind, erschlossen. Vorbehaltlich der Verfahren ist der Beginn der Bauarbeiten für 2023 und die Inbetriebnahme für 2027 vorgesehen.

Marly-Matran
Marly-Matran © Etat de Fribourg - Staat Freiburg

Das Projekt für die neue Strassenverbindung Marly–Matran, die als Bindeglied zwischen dem Süden der Agglomeration Freiburg und dem Autobahnanschluss Matran wirken wird, entspricht dem Willen des Staatsrats, der vom Grossen Rat geteilt wird, die Strecke Marly–Route de la Fonderie–Route de la Glâne–Autobahnanschluss Freiburg-Süd/Zentrum von einem Teil des motorisierten Individualverkehrs zu entlasten und auf dieser Achse dem öffentlichen und dem Langsamverkehr den Vorrang zu geben und ihre Attraktivität zu erhöhen. Es wird die städtebauliche Qualität entlang der aktuellen Strecke zwischen dem Autobahnanschluss Matran und Marly verbessern. Lastwagen und andere Fahrzeuge, die von der Autobahn kommen, werden den strategischen Sektor Marly Innovation Center (MIC) und Pré aux Moines, der 2017 vom Staat erworben und in den kantonalen Richtplan aufgenommen wurde, versorgen können, ohne eine Ortschaft zu durchfahren oder Gemeindestrassen zu benutzen, die für diese Art von Verkehr ungeeignet sind. Als Beispiel dafür kann etwa die Route de la Gérine in Marly genannt werden.

Das Projekt sieht den Bau einer neuen, rund 3,5 km langen Strasse in offener Streckenführung vor. Bei Marly wird die neue Verbindung in die Haarnadelkurve der Route de la Gruyère beim Anstieg von La Crausaz münden. Des Weiteren sind zwei Brücken geplant, für die ein Ingenieurwettbewerb durchgeführt wurde, dessen Ergebnis im vergangenen März vorgestellt wurde. Die erste, 798 m lange Brücke wird die Saane zwischen den Gemeinden Marly und Hauterive überqueren und die Erhaltung des auf der Strecke liegenden Auengebiets von nationaler Bedeutung erlauben. Die zweite Brücke wird über das Chésalles-Tal führen und eine Länge von 203 m haben.

Der Langsamverkehr, namentlich der Veloverkehr, wird über sichere Verbindungen verfügen: Von Marly aus werden die Velos über die aktuelle Route de Chésalles, die vom überwiegenden Teil des Verkehrs entlastet wird, bis zur neuen Hauterive-Brücke geführt. Nach der Überquerung der Brücke auf einem 3,6 m breiten gemeinsamen Rad- und Fussweg werden die Velofahrerinnen und ‑fahrer auf der Seite von Grangeneuve die bestehenden Verbindungen benutzen können, die zur Ausbildungsstätte und zur künftigen Veloverbindung Freiburg–Bois-de-la Glâne–Posieux, die im Moment noch im Projektstadium ist, führt. Den Fussgängerinnen und Fussgänger werden die bestehenden, entsprechend beschilderten Verbindungen zur Verfügung stehen. Schliesslich kann in Übereinstimmung mit dem Strassengesetz ein Betrag von mehr als 3 Millionen Franken, der durch die Nutzung der Route de Chésalles anstelle von Radstreifen auf der stark befahrenen Strasse frei wird, in Radwege auf parallelen Achsen mit hohem Verkehrsverlagerungspotenzial reinvestiert werden.

Das Projekt der Strassenverbindung Marly–Matran mit dem Koordinationsstand «Festsetzung» ist im kantonalen Richtplan eingetragen. Es wurde am 11. Dezember 2020 für 30 Tage öffentlich aufgelegt. Vorbehaltlich möglicher Einsprachen und Beschwerden sollen die Ausschreibungen ab Mitte 2022 erfolgen. Botschaft und Dekret über einen Verpflichtungskredit könnten dann Ende 2022 dem Grossen Rat unterbreitet und Anfang 2023 dem Freiburger Stimmvolk zur Abstimmung vorgelegt werden. Die Arbeiten könnten so im Laufe des Jahres 2023 beginnen; die Inbetriebnahme ist frühestens für 2027 geplant.