Cercle Indicateurs: Aktuelle Erhebung der Indikatoren für nachhaltige Entwicklung für den Kanton Freiburg

18 November 2021 - 15H41

Die aktuelle Erhebung der Indikatoren für nachhaltige Entwicklung zeigt, dass der Kanton Freiburg in einigen Punkten Fortschritte gemacht hat. Beispielsweise ist die Abfallmenge weiter zurückgegangen, es wurden mehr neue Arbeitsplätze geschaffen als in anderen Kantonen und die Ungleichheit hat abgenommen. Spielraum für Verbesserungen gibt es hingegen etwa in den Bereichen Biodiversität, Innovation und öffentlicher Verkehr.

Die aktuelle Erhebung wurde am 18. November 2021 vom Bund veröffentlicht. Neunzehn Kantone nahmen daran teil. Da sie auf den Daten von 2019 basiert, spiegelt sie die Auswirkungen von COVID nicht wider.

Für den Kanton Freiburg zeigt sich, dass die Abfallproduktion stetig abnimmt. Freiburg zeigt hier bessere Ergebnisse als der Durchschnitt der Teilnehmer: Konkret ist die Menge an Siedlungsabfällen pro Kopf zwischen den Erhebungen 2013 und 2021 um 11,6% zurückgegangen. Die Fläche an wertvollen Naturräumen liegt im Durchschnitt. Dagegen bleibt der Indikator für die Vielfalt der Pflanzenarten wie bei der Erhebung 2019 niedrig. Der Anteil der Ausgaben für den Arten- und Landschaftsschutz ist viel niedriger als in allen anderen Kantonen.

In der wirtschaftlichen Dimension zeichnet sich Freiburg durch eine niedrigere Verschuldung aus als der Durchschnitt der teilnehmenden Kantone. Der Anteil der Ausgaben, der für Erweiterungs-, Umbau- und Instandhaltungsarbeiten aufgewendet wird, liegt unter dem Durchschnitt.

Der Anteil der Arbeitsplätze in innovativen Branchen 2017 ist stabil geblieben, auf tieferem Niveau als der Durchschnitt der Teilnehmer. Der Kanton zeigt jedoch eine unternehmerische Dynamik, mit einem Anteil an Arbeitsplätzen, die in neuen Unternehmen geschaffen wurden, der etwas höher ist als im interkantonalen Vergleich. Der Anteil der Jugendlichen, die eine Ausbildung auf Sekundarstufe II absolvieren, liegt über dem Durchschnitt der Teilnehmer. Und das Qualifikationsniveau steigt seit 2013 stetig an.

Auf gesellschaftlicher Ebene ist der Gini-Koeffizient, der die Ungleichheit misst, seit 2013 rückläufig. Und schliesslich ist der Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln zwar schlechter als im Durchschnitt, die Ergebnisse verbessern sich jedoch. Der kantonale Richtplan, der eine qualitativ hochwertige Verdichtung an Orten mit einer guten Anbindung an den öffentlichen Verkehr anstrebt, und das neue Mobilitätsgesetz dürften diesen Trend verstärken.

Der «Cercle Indicateurs» ist eine Plattform zur Erarbeitung von Nachhaltigkeitsindikatoren für Kantone und Städte, die vom Bundesamt für Statistik (BFS) verwaltet wird. Er umfasst rund 30 Indikatoren für die Dimensionen «Umwelt», «Wirtschaft» und «Gesellschaft», deren Erhebungen alle zwei Jahre veröffentlicht werden. Wie bereits für den Zeitraum 2018-2021 hat der Staat Freiburg seine Mitgliedschaft im Cercle Indicateurs für den Zeitraum 2022-2025 verlängert. Der Kanton wird somit ein wachsames Auge auf die schwächsten Indikatoren haben und sich um deren Verbesserung bemühen.

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Cercle indicateurs_2021
Cercle indicateurs_2021 © Etat de Fribourg - Staat Freiburg